Anstieg der EEG-Umlage: Deshalb wird Strom im nächsten Jahr teurer

Anstieg der EEG-Umlage: Deshalb wird Strom im nächsten Jahr teurer

von Jürgen Klöckner

Die EEG-Umlage steigt auf 6,3 Cent. Grüne machen den Preisverfall dafür verantwortlich.

Was schon lange geahnt wurde, ist nun offiziell: die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr um einen Cent auf 6,3 Cent pro Kilowattstunde steigen. Das berichtete heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Die Ankündigung wird für neuen Zündstoff in der Reform des Fördersystems sorgen - sie steht auf der Agenda der neuen Bundesregierung, egal welche Parteien ihr angehören werden. Die Energiewende wird langsam unbezahlbar - in den letzten vier Jahren hat sich die EEG-Umlage fast verfünffacht. Doch wieso eigentlich?

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Die Bundestagsfraktion der Grünen hat eine Kurzstudie beauftragt, um genau das herauszufinden. Am Donnerstag trifft sich die Parteispitze mit Vertretern der Union zu Sondierungsgesprächen für eine schwarz-grüne Koalition. Die EEG-Umlage wird dabei ein großes Thema werden. Die Umlage sei vor allem deshalb gestiegen, "weil der Strommarkt nicht funktioniert und die alte Regierung immer mehr Industriesubventionen auf die Stromverbraucher abwälzt", sagt der energiepolitische Sprecher der Grünen, Oliver Krischer, mit Bezug auf die Studie.

Die Hälfte der Erhöhung sei auf einen Preisverfall an den Strombörsen zurückzuführen - die EEG-Umlage berechnet sich aus der Differenz des Marktpreises an den Strombörsen und einem fixen Abnahmepreis. Da die Erneuerbaren die Strompreise drückten, stieg so auch die Umlage. Zu einem Viertel machen die Grünen die Befreiung von Unternehmen von der Umlage verantwortlich. Tatsächlich schultern Haushalte inzwischen 7,2 Milliarden und die Industrie 6,1 Milliarden Euro der Umlage. Nur einen Bruchteil führt die Studie auf neue Wind- und Solaranlagen zurück, die durch die Umlage gefördert werden. Nur rund ein Zehntel des Preisanstiegs ließe sich so erklären.

Um den Preisanstieg in den Griff zu bekommen, müsse man die Zahl der befreiten Unternehmen wieder auf das Niveau von 2008  kürzen, so Kirscher. Damals waren 500 Firmen befreit - im kommenden könnten es etwa 2400 werden. Außerdem müsse man den Emissionshandel endlich funktionsfähig machen. So würde sich die Ökostromumlage bei den derzeitigen 5,3 Cent stabilisieren.

Verglichen mit Reformvorschlägen der Union (mehr Markt, weniger Förderung) wäre das eine EEG-Reform light. Spannend also die Frage, wie viele davon in einer möglichen schwarz-grünen Koalition übrig bliebe.

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