Apple, Samsung, Sony und Co.: Das sind die Umweltvorreiter und Nachzügler

Apple, Samsung, Sony und Co.: Das sind die Umweltvorreiter und Nachzügler

von Benjamin Reuter

Pünktlich zur IFA in Berlin listet Greenpeace die umweltfreundlichsten Elektronikhersteller auf.

Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin, die am 5. September ihre Pforten für die Besucher öffnet, wird es viel zu bestaunen geben: Smartphones mit noch mehr Rechenleistung und Akkulaufzeit. Noch leichtere Laptops mit brillanteren Bildschirmen und noch flachere Tablets. Dieser Fortschritt ist für viele Konsumenten Grund genug, tief in die Tasche zu greifen und sich ein neues Gadget anzuschaffen.

Allein 1,8 Milliarden Handys wurden im Jahr 2013 verkauft, in diesem Jahr könnten schon 2,5 Milliarden Mobiltelefone, Tablets und PCs über die Ladentheken gehen.

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Das Problem bei der Sache ist: All diese schönen elektronischen Spielzeuge kommen irgendwann auf den Müll. Im besten Fall nehmen Recycler sie auseinander und versuchen so viel wie möglich von den verarbeiteten Komponenten und Metallen wiederzuverwerten. Im schlechtesten Fall landen die Geräte aber in Afrika und Asien und werden dort in Hinterhöfen und auf Deponien zerlegt und ausgeschlachtet. Die Umwelt- und Gesundheitsfolgen sind dramatisch.

Die Menge an Elektronikschrott könnte bis 2017 auf 64 Millionen Tonnen pro Jahr anwachsen. 2012 waren es noch 49 Millionen Tonnen. Diese Zahlen stammen aus einem aktuellen Report über die Umweltfolgen des Elektronikbooms, den die Umweltschützer von Greenpeace herausgegeben haben (hier als PDF).

Greenpeace verfolgt seit Jahren die Anstrengungen beziehungsweise die Nicht-Anstrengungen der großen Technikunternehmen in Sachen Umweltfreundlichkeit. Das Urteil in diesem Jahr: Viele Unternehmen bemühen sich in dem Feld. Auch beim Recycling geht es voran. Besonders erfolgreich ist dabei Apple, die seit kurzem ein ambitioniertes Programm verfolgen, nachhaltiger zu werden. Doch einzelne Fortschritte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle Hersteller Probleme mit dem Umweltschutz in ihren Lieferketten und bei der Produktion haben.

Für Konsumenten hat Greenpeace eine Art Empfehlungsliste aus Vorreitern und Nachzüglern in Sachen Umweltschutz zusammengestellt. Das sind die interessanten Ergebnisse im Kurzüberblick:

- Mehr als die Hälfte der Mobiltelefone sind heute frei von PVC und seinen Weichmachern und von giftigem Brom, das als Brandhemmer in den Geräten steckte. Vor allem Nokia, Apple und Sony fallen positiv auf, Panasonic ist abgeschlagen. Die Mittelränge teilen sich LG, Samsung, Acer und Blackberry (RIM). Billigproduzenten aus China, die immer größere Marktanteile erobern, scheren sich bisher aber wenig darum, was in ihren Geräten steckt. Brom schädigt, wenn es verbrennt, unter anderem die Atemwege.

- Apple ist allerdings das einzige Unternehmen, dass die beiden Stoffe vollkommen aus seinen Produkten verbannt hat, inklusive der Kabel.

- Apples großer Rivale Samsung kommt in dem Report nicht gut weg. Das Unternehmen hat sich laut Greenpeace von dem Versprechen verabschiedet, seine Fernseher von den Stoffen zu befreien. In der Sparte TV ist Philips führend, Samsung, Sony und Panasonic sind abgeschlagen.

- die Elektronikindustrie hat insgesamt großen Nachholbedarf was Gesundheits- und Umweltfreundlichkeit bei der Fertigung angeht. Hier würde noch viel zu wenig darauf geachtet, schädliche Materialien und Stoffe zu eleminieren, schreibt Greenpeace. Auch beim Ausstoß von Treibhausgasen in der Produktion liege noch viel im argen. Nur wenige Unternehmen klärten hier ausreichend auf. Auch hier ist Apple einer der Vorreiter. 60 Prozent des CO2s entstehen während der Produktion und nur 40 Prozent während der Nutzung (obwohl die Zahlen hier von Hersteller zu Hersteller variieren).

- bei der Rücknahme für Altprodukte sind Nokia, Apple und Dell führend.

 

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