Architektur: Größtes Holzhaus der Welt in Melbourne gebaut

Architektur: Größtes Holzhaus der Welt in Melbourne gebaut

von Jürgen Klöckner

In Melbourne steht das erste, mehrstöckige Holzhaus Australiens. Es ist das größte seiner Art. Ähnliche Gebäude gibt es schon in England und Berlin.

Wenn es nach dem britischen Architekten Alex de Rijke geht, ist Holz der Baustoff des 21. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert, so schreibt er, ging nichts ohne Backstein, im 19. Jahrhundert erlebte Stahl seinen Aufstieg, bis dann im 20. Jahrhundert Beton zum wichtigsten Material wurde. Nun also soll es Holz sein.

Daran führe eigentlich kein Weg vorbei - zumindest aus ökologischen Gründen. „Die Produktion einer Tonne Stahl verursacht 1,5 Tonnen CO2, die einer Tonne Zement 1,125 Tonnen CO2. Eine Tonne Holz hingegen speichert 1,42 Tonnen Kohlenstoffdioxid“, schreibt er. Da jedoch ein gefällter Baum negativ in die Umweltbilanz eingeht, müssten für jeden verbauten Baum drei neue gepflanzt werden.

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Im australischen Melbourne ist nun ein mehrstöckiges Holzhaus gebaut worden, das Rijke Freude bereiten dürfte. Forte heißt es und ist nicht nur das erste seiner Art in Australien - es ist das größte Holzhaus der Welt, so bewirbt zumindest das Bauunternehmen Land Lease sein Projekt, eine der größten australischen Immobilienfirmen Australiens.

Elf Millionen Dollar hat es gekostet, eines der 23 Appartements kann man für eine ziemliche Hohe Summe zwischen 430.000 und 800.000 Dollar erwerben. Ein ähnliches Holzhaus steht übrigens schon in England und auch in Berlin.

Wände, Dächer und Boden sind aus Holz - sogenanntem Kreuzlagenholz, das in Europa entwickelt wurde. Es ist ein massives Bauholz, deren Platten aus mehreren Lagen bestehen, die kreuzweise angeordnet sind.

Das macht es nicht nur stabil und langlebig, sondern hat auch nützliche thermische Eigenschaften: im Winter hält es das Apartment wärmer, im Sommer kühler. Das Haus erfüllt laut Bauunternehmen so den Passivhaus-Standard und benötigt beinahe keine Energie zum Heizen oder Kühlen.

Ein weiterer Vorteil des Naturstoffs: Er lässt sich relativ schnell verbauen. Somit hat das Material zumindest einen großen wirtschaftliche Vorzug. Denn Zeit ist Geld, sagt zumindest Lend Lease Manager Andrew Nieland. „Das Material wird vorgefertigt, außerdem können beispielsweise Elektriker und Verputzer damit deutlich schneller arbeiten als mit Beton“, sagte er dem Blog Construction Source.

Die Bauzeit war so um vier Monate und 30 Prozent kürzer als bei traditionellen Baumaterialien. Dieses Video zeigt den Bau im Schnellmodus. Und einen anschaulichen Rundgang durch das Haus gibt es auf der Projektseite - oder in diesem Video:

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