Bergbau: Unternehmen fördern Metalle künftig mit Sonnenenergie

Bergbau: Unternehmen fördern Metalle künftig mit Sonnenenergie

von Constantin Alexander

Solarkraftwerke könnten den Bergbau künftig umweltfreundlicher machen und ganz neue Rohstoffquellen erschließen. Erste Projekte laufen.

Die Bergbauindustrie ist bislang nicht unbedingt für ihre Umweltfreundlichkeit bekannt. Doch jetzt könnte das US-Unternehmen First Solar das Image der Rohstoff-Förderer deutlich verbessern. Die Amerikaner planen laut eigenen Angaben Solarkraftwerke für Minen, die den Energieverbrauch zur Gewinnung von Erzen und anderen Mineralien massiv senken sollen.

Bislang ist ein Kraftwerk mit einer Leistung von fünf Megawatt an einem bisher nicht genau bezeichneten Ort in Australien angekündigt. First-Solar-Chef Jim Hughes rechnet aber damit, dass in den kommenden Jahren Sonnenkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 200 Megawatt mehrere Dutzend Minen weltweit mit Strom versorgen.

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Erneuerbare Energie macht neue Rohstoffvorräte zugänglichProfitieren könnten davon vor allem Minen und andere Montanindustrie-Einrichtungen, die sich einerseits in sonnenreichen Regionen der Südhalbkugel befinden, die aber andererseits weit weg von den existierenden Stromnetzen liegen.

Besonders in Australien, in Teilen von Südamerika sowie im südlichen Afrika befinden sich nach Expertenschätzungen immer noch große Mengen an Bodenschätzen, die bislang nicht gefördert wurden. Ein Grund war bislang auch die fehlende Infrastruktur, um die aufwendige Fördertechnik mit Strom zu versorgen.

Besonders viel Potenzial hat dabei Südafrika. Das Land ist bereits heute einer der wichtigsten Eisenlieferanten für den Weltmarkt. Bei Chrom, einigen Seltenen Erden oder Silikaten wie Mangan, Platin, Vanadium oder Vermiculite ist das Land bereits die Nummer 1 in der Welt.

Stromfresser BergbauDie Marktführerschaft hat allerdings seinen Preis: Immerhin 15 Prozent des südafrikanischen Stromverbrauchs gehen auf das Konto der Montanindustrie. Kraftwerke, die Energie durch Solarzellen oder Solarthermie produzieren und moderne Stromspeichersysteme könnten dagegen einen aufwendigen Transport von fossilem Treibstoff zu den abgelegenen Minen reduzieren oder sogar ganz ablösen. Diese Lösung wäre einerseits praktisch, andererseits auch umweltfreundlich.

Laut dem deutschen Unternehmen Cronimet, das im Bereich Bergbau unter anderem in Südafrika aktiv ist, lassen sich pro Megawatt Leistung eines Solarkraftwerks 450.000 Liter Diesel pro Jahr sparen. Bei einem durchschnittlichen Dieselpreis von rund 1,40 US-Dollar (in Südafrika) rechnet das Unternehmen damit, dass sich die Kosten für ein Solar-Diesel-Hybridkraftwerk bereits nach rund dreieinhalb Jahren gelohnt haben.

Die Minenbetreiber werden durch die Solarkraftwerke außerdem unabhängiger von den örtlichen Stromnetzen, die besonders in den strukturschwachen Ländern der Südhalbkugel unzuverlässig sind. In Südafrika mussten wegen Stromausfällen laut den Experten des Solidarity Research Institute schon mehrere Minen kurzzeitig geschlossen werden. Eine lokale Stromversorgung hätte das verhindert.

1200 Tonnen CO2 vermiedenFirst Solar ist dabei nicht das einzige Unternehmen in der Branche, das Pläne für eine autarke Stromversorgung von Minen hat: In Chile baut das spanische Unternehmen Abengoa nach eigenen Angaben bereits seit vergangenem Jahr ein Solarthermiekraftwerk mit einer Leistung von zehn Megawatt für eine Mine in der Atacama-Wüste (WiWo Green berichtete).

Die Sonnekraftwerke können dabei nicht nur die Minen, sondern auch die Wohngebiete der Arbeiter versorgen. Auch nachdem die Mine ausgebeutet ist, könnten die Anlagen weiter Energie liefern.

Dass sich das heute schon lohnt, zeigt die Studie „Sunshine for Mines“ der US-Analysten des Carbon War Room (hier als PDF). Neben Einsparungen beim Spritverbrauch würden pro Megawatt Leistung, das ein solches Kraftwerk in Südafrika bereitstellt, jährlich etwa 1200 Tonnen CO2 vermieden – immerhin die Menge, die ein sehr sparsames Auto auf einer Strecke von 120.000 Kilometer ausstößt.

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