Bericht: 2016 wurden mindestens 200 Umweltschützer getötet

Bericht: 2016 wurden mindestens 200 Umweltschützer getötet

Im vergangenen Jahr sind weltweit mindestens 200 Umweltschützer ermordet worden. Dies sei die höchste Zahl, die bislang registriert wurde, schrieb die Organisation Global Witness in ihrem Bericht für 2016, den sie am Donnerstag veröffentlichte.

Allein in Brasilien wurden 49 Menschen getötet, die Wälder, Flüsse oder Land vor Projekten von Unternehmen in den Branchen Bergbau, Öl, Holz und Landwirtschaft schützen wollten. In Kolumbien waren es 37 Tote, auf den Philippinen 28 und in Indien 16.

„Die Tatsache, dass die Kurve der Morde weiter steigt, (...) zeigt, dass Regierungen und Unternehmen kurzfristigen Profit weiter über Menschenleben stellen“, sagte Global-Witness-Aktivist Billy Kyte der Nachrichtenagentur AP. Die tatsächliche Zahl getöteter Umwelt- und Landaktivisten sei vermutlich noch höher. Aktivisten erhielten zudem immer wieder Todesdrohungen, würden angegriffen, festgenommen und in teure Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

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Unternehmen drängen zunehmend in bislang unerschlossene Gebiete vor, sagte Kyte. Dies führe zu Konflikten mit Ureinwohnern - 40 Prozent der getöteten Umweltschützer stammten aus ihren Reihen. Besonders schlimm sei die Lage in Lateinamerika. Honduras sei gemessen an der Einwohnerzahl das gefährlichste Land für Umweltschützer. Dort seien vergangenes Jahr 14 Landschützer getötet worden, unter ihnen die Indianerin Berta Cáceres, die für ihr Engagement mit dem Goldman Umweltpreis ausgezeichnet worden war.

„Ich denke, diese Attacken werden immer schamloser“, sagte Kyte. Staaten und Unternehmen sprächen sich ab, wer sich dagegen stelle, werde zum Schweigen gebracht. Immerhin habe die Europäische Entwicklungsbank vergangene Woche ihre Finanzierungszusage für das Staudammprojekt zurückgezogen, gegen das die zusammen mit zwei Mitstreitern ermordete Cáceres protestiert hatte.

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