Biopod: Der kleine Urwald im Wohnzimmer

Biopod: Der kleine Urwald im Wohnzimmer

von Sabrina Keßler

Der Biopod ist ein High-End-Terrarium - eine App soll dabei helfen, jede natürliche Umgebung zu simulieren.

Es sieht aus wie ein Terrarium, beherbergt Pflanzen und Tiere, und ist dennoch weitaus mehr als das: Biopod ist ein intelligentes Mikrohabitat. Darin lässt sich Gemüse züchten, Pflanzen heranwachsen und sogar ein ganzer Regenwald kann dort entstehen.

Der Clou: Dank einer App für iOS und Android-Geräte lassen sich die eingebauten Sensoren im Mikrohabitat per Handy optimal steuern – vom Licht, über die Temperatur bis hin zu kleinen Regenfällen über das Bewässerungssystem.

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Die Geschichte des Biopod begann mit Fröschen. Jared Wolfe, erfahrener Biologie und Erfinder des Systems, studierte 20 Jahre lang das Verhalten und den Lebensraum gefährdeter Froscharten. Um sie zu schützen, imitierte er ihren natürlichen Wohnraum und setzte sie in einem künstlichen Regenwald aus.

„Schnell habe ich gemerkt, dass mein System viel mehr kann, als nur Frösche schützen“, so Wolfe heute. Es könne sowohl Pflanzen beherbergen als auch Schmetterlinge, Schlangen und Geckos beheimaten. Oder einfach nur als Deko dienen.

Selbst Fische finden in der Spezialvariante, dem Biopod Aqua, ein Zuhause. Biopod fungiert dabei als komplettes Ökosystem, in welchem die Fische durch ein Filtriersystem Nährstoffe an die Pflanzen weitergeben. Es kann also sowohl als Aquaponik-System verwendet werden als auch als eigenständiges, kleines Tiergehege.

Facettenreiches Terrarium: Urwald, Acker, DekoWer nicht gleich einen ganzen Regenwald im Wohnzimmer heranzüchten möchte, kann Biopod auch als Mini-Acker nutzen, auf dem Gemüse wie Tomaten, Bohnen, Kräuter oder Salat angebaut werden können. Dank der ständigen Kontrolle per App und einer integrierter Bodenmessung, alarmiert das Handy seinen Nutzer automatisch, sobald das Gemüse erntebereit ist. Über die eingebaute HD-Kamera lassen sich Tiere, Pflanzen oder Gemüse übrigens beim Wachsen beobachten – gerade bei Tieren ist dieses Feature natürlich besonders spannend.

Selbst Pflanzenfreunden ohne grünen Daumen wird dieses System sicherlich viel Freude bereiten. Als reines Dekoelement kümmert sich Biopod autark um das Wohlbefinden der Pflanzen. Gießen ist also passé. Wer partout kein Händchen für Pflanzen hat oder ständig auf Reisen ist, muss sich also nicht mehr vor eingegangenem Grünzeug fürchten.

Finanziert wird Wolfes Projekt übrigens über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. 30.000 Dollar, umgerechnet 27.000 Euro, wollte er von seinen Unterstützern für die Entwicklung und Produktion des kleinen Ökosystems sammeln. Doch bereits zwei Wochen vor dem ende der Kampagne, sind über 250.000 Euro zusammengekommen. Geht es nach dem Erfinder, sollen die ersten Biopods bereits im Dezember in die ganze Welt verschickt werden.

Allein der Preis dürfte viele Interessenten abschrecken: Mindestens 245 Euro kostet die günstigste Variante, der Biopod One. Nach oben gibt es keine Grenzen. Features wie LED-Beleuchtung oder Belüftungssystem müssen zudem extra erworben werden. Wer Goldfische züchten oder Salat ziehen möchte, darf den Biopod also nicht unter Renditegesichtspunkten beobachten.

Das Video zur Kampagne gibt's übrigens hier:

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