China testet Emissionshandel: Umweltministerin Hendricks plant Zusammenarbeit

China testet Emissionshandel: Umweltministerin Hendricks plant Zusammenarbeit

von Lea Deuber

Auch China will nächstes Jahr mit dem Handel von CO2-Emissionsrechten beginnen. Und orientiert sich an der EU.

Die Einführung eines landesweiten Emissionshandels in China wäre ein Meilenstein für den Klimaschutz. Das sagte Bundesministerin Hendricks bei ihrer Chinareise in der vergangenen Woche. Dort besuchte die Umweltministerin auch die Shanghaier Umwelt- und Energiebörse.

In der Stadt an der Ostküste wird seit 2013 der Handel von Emissionsrechten in einem Pilotprojekt Emissionshandel getestet. Großemittenten wie Stahlproduzenten, aber auch der Luft- und Schiffverkehr werden seitdem zur Kasse gebeten. Vorbild ist der europäische Emissionshandel, kurz das ETS-System, das seit 2005 in der EU den Emissionshandel reguliert. Unterstützt wird das Projekt unter anderen von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Anzeige

In sieben Regionen des Landes gibt es mittlerweile Zonen, die verschiedene Handelssysteme testen. Insgesamt werden damit bereits circa 1,2 Milliarden Tonnen CO2 gehandelt. Zum Vergleich: Das Emissionshandelssystem der EU hat ein Volumen von rund 1,8 Milliarden Tonnen.

China startet Emissionshandel im kommenden JahrAb 2017 soll ein landesweiter Emissionsmarkt entstehen, der mit einem geschätzten Emissionsvolumen von rund 4 Milliarden Tonnen CO2 der größte Markt der Welt sein wird. Die Erfahrungen aus den verschiedenen Testzonen sollen dafür in das nationale System fließen. Mindestens 10.000 Unternehmen aus acht Sektoren – darunter Stahl, Energie und Mineralölverarbeitung – wird das neue System betreffen.

Hendricks unterstützt den Vorstoß aus Peking. „Der Emissionshandel bietet große Chancen, die Klimaziele zu möglichst geringen Kosten zu erreichen“, so die Ministerin. Je mehr Länder dabei mitmachen, desto besser sei es. Langfristig geht sie sogar noch einen Schritt weiter. „Ich bin davon überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren den europäischen und chinesischen Emissionshandel miteinander verbinden werden“, sagte Hendricks in Nanjing.

Seit 2006 führt das Umweltministerium einen so genannten Strategischen Umweltdialog mit China. Themen sind unter anderem Wassermanagement, Biodiversität und Ressourceneffizienz. Ein Sinnbild für die Probleme in China bot sich während der Reise bei Hendricks Besuch des deutsch-chinesischen Umweltforums in der ostchinesischen Stadt Nanjing. Während sich Hendricks bei dem Forum die Fortschritte der Umweltpolitik in China erklären ließ, fischten die Angestellten die toten Fische aus dem umgekippten Tümpel der Hotelanlage.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%