Climate Feedback: Wissenschaftler prüfen Korrektheit von Medienbeiträgen

Climate Feedback: Wissenschaftler prüfen Korrektheit von Medienbeiträgen

von Robyn Schmidt

Fehler in Artikeln über das Klima soll es bald nicht mehr geben - denn nun nehmen sich US-Wissenschaftler die Beiträge großer Zeitschriften vor.

Jedes Medium macht Fehler. Aufmerksamen Lesern mag auffallen, dass sich sogar bei uns welche einschleichen. Es ist nicht immer einfach, sich in kurzer Zeit in wissenschaftlich komplexe Themen einzuarbeiten, und gerade die Green Economy entwickelt sich schnell und in sehr unterschiedlichen Gebieten. Wir haben die Aufgabe, diese Themen zu verstehen und verständlich aufzubereiten. Das gelingt nicht immer fehlerfrei.

Wir sind damit aber nicht allein, alle Medienportale stehen vor dieser Aufgabe. Das neue Projekt “Climate Feedback” bewertet jetzt, wie gut sie diese Aufgabe lösen. Climate Feedback ist eine Website, die der Wissenschaftler Emmanuel Vincent von der University of California gestartet hat. Auf ihr beurteilen über 100 Wissenschaftler aus der ganzen Welt, wie wissenschaftlich korrekt Berichte verschiedener Medien sind.

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Bei der Entscheidung, welche Artikel sie untersuchen, sortiert Climate Feedback nach deren Relevanz und Prominenz in der Öffentlichkeit. Dann setzen sich mehrere Wissenschaftler unabhängig voneinander an den Text und schreiben Fußnoten zu bestimmten Textstellen, wo sie beispielsweise Faktenfehler oder neue Erkenntnisse anmerken. Abschließend vergeben sie eine Note zur wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit des Artikels zwischen +2 (sehr hoch) und -2 (sehr niedrig). Bisher sind nur englischsprachige Medien wie etwa das Wall Street Journal oder die New York Times dabei.

Falsche Informationen sorgen für Zweifel und Verwirrung

Gerade in Zeiten, wo man einfacher an große Mengen von Informationen kommt als je zuvor, sei es besonders wichtig, diese Informationen auch richtig einschätzen zu können, glaubt Emmanuel Vincent. In den USA beispielsweise würden noch die Hälfte aller Menschen glauben, dass der Klimawandel nicht hauptsächlich von Menschen verursacht wird.

“Das Internet macht uns Informationen leicht zugänglich, aber es sorgt auch gleichzeitig durch falsche Informationen für Zweifel und Verwirrung in den Köpfen derer, die mit ihren Meinungen und Entscheidungen die Zukunft unseres Planeten bestimmen”, sagt er. "Bisher hatten es Wissenschaftler schwer, dagegen anzukämpfen und die Öffentlichkeit an vertrauenswürdigen Quellen zu Klimawandel-Themen zu verweisen.” Hier soll Climate Feedback helfen.

Für die Zukunft erhofft sich Vincent, noch hunderte weitere Wissenschaftler für Climate Feedback zu gewinnen, um mehr Artikel bewerten zu können. Außerdem will er einen “Scientific Trust Tracker” entwickeln, der die Glaubwürdigkeit eines Mediums insgesamt misst, indem er dessen Artikel-Bewertungen aggregiert.

Momentan sammelt Climate Feedback noch Geld per Crowdfunding. Wer das Projekt unterstützt, kann übrigens eine Empfehlung geben, welchen Artikel sich die Wissenschaftler mal genauer anschauen sollten.

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