Crowdfunding-Hit: Schweden entwickeln mobiles Solar-Café

Crowdfunding-Hit: Schweden entwickeln mobiles Solar-Café

von Felix Ehrenfried

Mit einem fahrbaren, von der Sonne betriebenen Brühstand wollen schwedische Designer eine Kaffeerevolution anzetteln - den Kunden gefällt's.

Früher war das Fahrrad vor allem Sportgerät und Fortbewegungsmittel für die sonntägliche Spazierfahrt. Das hat sich in den vergangenen Jahren rapide geändert. Großstädte wie London investieren Milliardenbeträge, um den Drahtesel als ernstzunehmendes Fortbewegungsmittel zu etablieren.

Außerdem sorgt das Konzept des Cargobikes dafür, dass sich auch mit dem Fahrrad größere Lasten, wie zum Beispiel ganze Wocheneinkäufe transportieren lassen. Das Argument "Ich brauche ein Auto für schwere Transporte" gilt also (fast) nicht mehr.

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Jetzt haben schwedische Designer ein weiteres Einsatzgebiet für das Fahrrad entdeckt: Das Bike als mobiles Café. Mit dem Wheely haben die Entwickler der Nordic Society for Invention and Discovery (NSID) ein Zweirad geschaffen, vor dessen Lenkstange ein ganzer Kaffeestand inklusive Brühmaschine, Kühlmöglichkeit und Auslage für Snacks und Kuchen montiert ist.

Damit wollen die Entwickler des NSID eine neue Art des "mobilen Kaffeegenusses" schaffen und dabei so umweltfreundlich wie möglich sein. Eine integrierten Batterie, die über eingebaute Solarzellen geladen wird, betreibt die Kaffeemaschine. Als Fahrrad verbraucht das Wheely außerdem keinerlei Treibstoff, um von einem an den nächsten Ort zu kommen.

CO2-neutraler Kaffee, serviert vom FahrradDas führt dazu, dass eine Tasse Kaffee, serviert vom Wheely, 100 Prozent CO2-neutral ist, wie der Inhabitat-Blog berichtet. Zum Vergleich: Eine Tasse Starbucks-Kaffee produziert 400 Gramm CO2, sagen die Entwickler der NSID. Immerhin die Menge, die ein sehr sparsames Auto auf vier Kilometern ausstößt.

Seinen ersten Testlauf hat das Wheely vor einigen Wochen in der schwedischen Universitätsstadt Lund absolviert - mit großem Erfolg. Dass das Konzept "Kaffee-Bike" aber nicht nur bei Studenten gut ankommt, zeigt die Crowdfundingkampagne, die NSID bei Indiegogo gestartet hat. Dort erreichte das Wheely innerhalb weniger Tage die Zielsumme von 20.000 US-Dollar (rund 14.700 Euro).

Zum Ende der Kampagne hatten die Entwickler dann rund das Dreifache der gewünschten Summe eingesammelt - knapp 60.000 US-Dollar.

Mit dem Wheely, das in der Standard-Ausstattung rund 3000 US-Dollar (etwa 2200 Euro) kosten soll, liefert die NSID allerdings nicht nur das Kaffeefahrrad an sich, gleichzeitig wird jeder Wheely-Inhaber außerdem Teil einer weltweiten Franchise-Kette, so der Plan der Entwickler.

Ihre Vision: Weltweit könnten Kunden an Wheely-Bikes ihren Kaffee, Softdrinks oder Snacks kaufen und wüssten genau, welche Qualität sie erwartet können. Ein Konzept, auf das auch etablierte Franchise-Marken wie McDonals oder eben Starbucks setzen.

So liefert die NSID bei Bedarf gleich auch Becher und Servietten mit Wheely-Logo an die Kaffeebike-Besitzer. Wer will, kann gleich den passenden Kaffee ordern, der angeblich 100 Prozent ökologisch ist und unter kontrollierten Arbeitsbedingungen hergestellt wird.

Eine Kaffeerevolution, die Alternativen zu Starbucks und Co schaffen sollSo sei es möglich, mit relativ wenig Kapital ein eigenes Unternehmen zu starten und gleichzeitig auf ein weltweites Netzwerk an Wheely-Besitzern zurückgreifen zu können, erklären die Entwickler. Bis zu 300 US-Dollar (rund 220 Euro) könnten Wheely-Fahrer täglich, alleine in den Stoßzeiten einnehmen.

Mit dem Konzept, günstigen und umweltfreundlichen Kaffee auf einem Fahrrad anzubieten, soll das Wheely so etwas wie eine internationale Kaffeerevolution anzetteln und eine Alternative zu etablierten Ketten wie Starbucks oder McCafé bieten. Das erklären die Erfinder selbstbewusst in einem Werbevideo für ihr Kaffeebike.

Mittlerweile wurden rund 15 Bikes über die Indiegogo-Kampagne geordert, nach Angaben der Entwickler mehrere nach Europa und Nordamerika und ein Wheely nach Südamerika. Insgesamt sollen in den nächsten Monaten 100 Bikes in 100 verschiedene Städte ausgeliefert werden, um die Marke Wheely weltweit bekannt zu machen.

Ob auch eine deutsche Stadt dazu gehört, ist noch nicht bekannt.

Hier noch ein Video über das Wheely:

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