Das Tiffin-Projekt: Mit altem Büchsen-Konzept gegen Fast-Food-Verpackung

Das Tiffin-Projekt: Mit altem Büchsen-Konzept gegen Fast-Food-Verpackung

von Marius Hasenheit

Das Tiffin-Projekt bringt die Blechbüchse zurück, um Fast-Food zu transportieren.

Die Kohle hat wohl kaum eine Zukunft – ein kleines Zubehör der Kumpels aber vielleicht schon: Um für die harte Arbeite gewappnet zu sein, war es üblich, deftige Mahlzeiten in sogenannten „Henkelmännern“ unter Tage zu nehmen. Diese „Henkelmänner“ waren Blechbüchsen, teilweise mit mehreren Fächern, in denen die Grubenarbeiter ihre warme Mahlzeit aufbewahrten.

Was früher in Deutschland und heute in Ländern wie Indien immer noch verbreitet ist, nämlich das Essen in Blechbüchsen mitzunehmen, will das "Tiffin"-Projekt zurückbringen. Mustafa Demirtas, der Kopf dahinter, suchte für seine Kinder eine Brotdose, die frei von Weichmachern sein sollte. Als er dann den Film „The Lunchbox“ schaute, in dem die Edelstahlbox eine wichtige Rolle spielte, war ihm klar: Das Wunschbehältnis sollte mehrteilig sein und aus Edelstahl bestehen.

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Metallbehälter: kleine Lösung, große WirkungZusammen mit seinem vierköpfigen Team gründete er schließlich die Tiffin-Initiative. Sie blieben bei dem "indischen" Aufbau mit mehreren Fächern, damit sich Reis, Soße, Hühnchen oder Gemüse nicht vermischen. Sie modernisierten das Design und entwickelten somit die die Tiffin-Box.

Die nicht nur für Privatkunden gedacht ist: Restaurants sollen die Büchsen direkt per Leihsystem ausgeben können. Ziel ist es, dass mehr und mehr Take-away-Restaurants auf wiederverwertbare Verpackungen setzen. Um die Investitionskosten für dieses Projekt mitzufinanzieren, setzen die Jungunternehmer auf eine Crowdfundingkampagne.

Ähnliche Ideen gibt es bereitsEin ambitionierter Plan, so viele Restaurants von dem Mehrwegsystem zu überzeugen, dass es sich für alle Beteiligten lohnt. Es gibt aber immer mehr Menschen, die versuchen, weniger Plastikmüll zu produzieren. Dementsprechend gibt es auch mehr und mehr Unternehmen, welche die Idee von dem Mehrwegsystem für Restaurants umzusetzen versuchen. In Seattle, Bristol, Vancouver und der Schweiz gibt es bereits ähnliche Projekte.

Wird sich die Tiffin-Box nun auch in Deutschland durchsetzen? Laut dem Startup gab es bereits mehrere Restaurants, die Interesse angemeldet haben. In Berlin soll demnächst der erste Praxistest anstehen. Ob das die große Masse an Verpackungsmüll eindämmen kann, bleibt fraglich. Aber Gutes entsteht ja im Kleinen.

Der Grund für das Anwachsen der Einwegverpackungen ist wohl in erster Linie die Bequemlichkeit der Restaurant- oder Imbisskunden. Viele kaufen ihre Mahlzeit spontan und würden wohl keinen Behälter nach der Mahlzeit zurückzubringen oder kaufen wollen. Für Angestellte aber, die regelmäßig in der Nähe ihres Arbeitsplatzes auswärts essen und ihre Speisen mitbringen, könnte das Tiffin-Projekt eine echte Alternative sein. Gerade wenn zahlreiche unterschiedliche Restaurants teilnehmen, könnte sich das System durchsetzen.

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