Die Schule des Solar-Mönchs: Hier lernen thailändische Schüler autarkes Leben

Die Schule des Solar-Mönchs: Hier lernen thailändische Schüler autarkes Leben

von Robyn Schmidt

Eine Schule in Thailand lebt komplett von eigenerzeugtem Solarstrom und selbstgepflanztem Gemüse.

Deutsche Schüler beschweren sich oft, dass sie in der Schule nichts lernen, was für ihre Zukunft praktischen Nutzen hat. Tatsächlich brauchen die meisten später im Leben weder mittelhochdeutsche Lyrik, noch Fachbegriffe für Zellwände.

An der Sisaengtham School in der Ubon Ratchathani Provinz im Nordosten Thailands sind solche Beschwerden eher selten: Hier wird geschraubt, gepflanzt und getüftelt. Und vor allem an einer Sache basteln die Schüler und der als "Solar-Mönch" bekannte Gründer der Schule Phra Khru Wimon Panyakhun besonders gerne: Solaranlagen.

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Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Projekts, das der Mönch ins Leben gerufen hat. Er hat eine Schule vor Augen, die sich komplett selbst versorgen kann. So möchte er den Schülern zeigen, wie sie in der Praxis nachhaltig leben können. Die Schule wird heute komplett von Solarstrom getragen. Die monatlichen Stromkosten sind dadurch von 170 Dollar auf einen Dollar gefallen. Den einen Dollar muss die Schule bezahlen, damit der Strommesser am Netz angeschlossen bleibt. Außerdem essen die Schüler Gemüse, das sie sie selbst pflanzen und ernten – alles organisch natürlich.

Phra Khru Wimon Panyakhun ist Abt im Wat Pa Sisaengtham Tempel in den Wäldern von Ubon Ratchathani. Im Jahr 2010 hat er die Schule in der Nähe des Tempels gegründet. Er wollte den Schülern die Prinzipien und vor allem auch die Praxis der Selbstversorgung und der Nachhaltigkeit vermitteln.

Um das Schulprojekt zu finanzieren, hat er zu Beginn sein eigenes Haus verkauft. Eine Schulgebühr zahlen die Schüler nicht. "Der größte Teil der Leute in der Gegend sind Farmer, die Reisfelder und Obstgärten haben", schreibt Phra Khru Wimon Panyakhun in einer Vorstellung seines Projekts. "Durchschnittlich verdient ein Haushalt 10.000 Baht (rund 250 Euro) im Jahr. Das ist ein so dürftiger Betrag, dass das für viele höchstwahrscheinlich die Möglichkeit einschränkt, ihre Kinder in ihrer Bildung zu unterstützen." Deshalb erhoffte sich die Gemeinde kostenlose Bildung von der Schule. Eine Hoffnung, die der Mönch erfüllt hat.

Die Schüler arbeiten an Projekten für die Gemeinde

Die Schüler an der Sisaengtham School können am Solarnetz und an den Zellen in der Schule arbeiten und so auch direkt die Resultate ihrer Arbeit sehen. Allerdings geht es an der Schule nicht ausschließlich um das Handwerken und die Elektrotechnik. Auch "klassische" Fächer wie etwa Lesen und Schreiben stehen auf dem Programm. Und natürlich - um nicht nur dem "Solar", sondern auch dem "Mönch" gerecht zu werden - liegt auch ein Fokus auf dem Spirituellen und der Philosophie des Buddhismus. Denn ein Ziel der Schule sei es auch, die Moral und Ethik der Kinder zu stärken.

Angefangen hat das Handwerken an der Schule mit einer einzelnen kaputten Solarzelle. Die Schüler haben sie im Unterricht repariert und angeschaut, wie man mit ihr ein Handy laden oder eine Lampe zum Leuchten bringen kann. Daraus entstand dann ein "Renewable Energy Club" und schließlich wurde die ganze Schule von Solarenergie getragen.

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