Diesel adé: Ab 2025 fahren alle Busse in Amsterdam mit Strom

Diesel adé: Ab 2025 fahren alle Busse in Amsterdam mit Strom

von Felix Ehrenfried

Deutsche Städte machen Pilotprojekte, Amsterdam macht Ernst: Die Metropole stellt die gesamte Busflotte auf E-Antrieb um.

Die niederländische Hauptstadt Amsterdam war bisher vor allem für ihren progressiven Ausbau der Fahrradinfrastruktur bekannt. Jetzt wagt die Metropole einen Schritt, der sie weltweit zum Vorreiter in Sachen grünem Nahverkehr machen könnte: Bis 2025 soll das gesamte städtische Busnetz auf Elektrobusse umgestellt sein.

Dabei handelt es sich nicht um einen Pilotversuch zur Erprobung der Alltagstauglichkeit von E-Bussen, vielmehr will die Stadtverwaltung konsequent auf E-Mobilität setzen. "Wir haben uns dazu entschieden, es einfach zu machen und nicht erst mit fünf Bussen herum zu experimentieren", erklärte Abdeluheb Choho, Verkehrsbeauftragter der Stadt kürzlich gegenüber der Zeitung Volkskrant.

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200 E-Busse in BetriebDer Masterplan der Stadt sieht wie folgt aus: In zwei Jahren sollen die ersten 40 Dieselbusse durch Fahrzeuge mit Elektroantrieb ersetzt sein, bis spätestens 2025 soll dann die gesamte Flotte mit Strom fahren.

Das bedeutet: Ab 2025 rollen rund 200 E-Busse durch die Straßen Amsterdams. Auch die Fähre, die Amsterdams Zentrum mit dem städtischen Norden über den See IJ verbindet, soll möglichst bald rein elektrisch unterwegs sein (ein Vorbild gibt es in Norwegen).

Das ehrgeizige Projekt scheint bereits in trockenen Tüchern zu sein. So berichten mehrere Medien, dass die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem städtischen Busunternehmen GVB bereits eine Verpflichtung eingegangen sei, die Busse in den nächsten zehn Jahren komplett auszutauschen. Über die Kosten des Projektes ist bisher nichts bekannt.

Pilotprojekte auch in DeutschlandDamit ist Amsterdam mit Sicherheit eine der ersten Großstädte, die derart kompromisslos auf Elektroantriebe im Nahverkehr setzt. Jedoch experimentieren in den Niederlanden einige Städte schon seit längerem mit E-Mobilität im öffentlichen Nahverkehr. So fahren in Utrecht und Maastricht bereits seit einiger Zeit Elektrobusse, auch auf der Wattinsel Schiermonnikoog ist der Busverkehr bereits elektrisch.

Ähnlich sieht es in Deutschland aus, wo in Städten wie Berlin oder Osnabrück vereinzelt Elektrobusse unterwegs sind. Auf die Idee, die komplette Flotte elektrisch zu betreiben, ist man hier jedoch noch nicht gekommen.

Mit dem Plan, konsequent die gesamte Busflotte zu elektrifizieren, geht Amsterdam einen mutigen Schritt. Jedoch könnte sich das Projekt schon bald mehrfach auszahlen. So dürfte die Luftbelastung spürbar zurückgehen, was gleichzeitig zu einer erhöhten Attraktivität der niederländischen Hauptstadt führen dürfte.

Außerdem könnten die E-Busse, wie E-Autos auch, gegenüber ihren herkömmlichen Pendants wartungsärmer sein – und damit den Betreibern Geld sparen. Ganz abgesehen davon, dass Strom sehr viel günstiger ist als Diesel. So könnte Amsterdam schon bald nicht mehr nur mit seiner Fahrradinfrastruktur ein Vorbild für Städte weltweit sein, sondern auch beim Öffentlicher Nahverkehr.

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