DIY-Reiniger: Sechs Tipps, um Plastikmüll aus dem Bad zu verbannen

DIY-Reiniger: Sechs Tipps, um Plastikmüll aus dem Bad zu verbannen

von Jonas Gerding

Plastik im Bad nervt. Glasreiniger aus Wodka oder Zahnpasta aus Tonerde kommen allerdings ohne Verpackung aus.

Das begehrteste Accessoire in jedem Badezimmer ist Plastik. Das hat gar nicht viel mit Ästhetik zu tun, nur scheint es ohne den meist auf Erdöl basierenden Stoff nicht zu gehen.

Auf den Ablagen der Waschbecken reihen sich Zahnpastatuben, Seifenspender und in Kunststoff verschlossene Beauty-Produkte aneinander. Und für die regelmäßigen Putzorgien wird in den Schubfächern flaschenweise Reinigungsequipment aufbewahrt, neben dem Waschmittel für die Kleidung - selbstverständlich ebenfalls in Plastik verpackt.

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Auf diese alltäglichen Gebrauchsmittel lässt es sich nur schwer verzichten. Allerdings kann man dafür sorgen, dass sie nicht ständig durch neue ausgetauscht werden. Dafür muss man sich nur ein paar Tricks aus Großmutters Zeiten bedienen: Mit wenigen Zutaten lassen sich viele der Reiniger und Hygieneartikel selbst herstellen.

Kleiner Grundstock reichtDie dafür nötigen Bestandteile hat man teilweise ohnehin im Haus vorrätig oder legt sich einen Grundstock mit einigen wichtigen Grundlagen zu, die fast überall zum Einsatz kommen - wie Natron, (Wasch-)Soda, Essig und ätherische Öle. Experimentierfreudigen Do-It-Yourselflern macht das ohnehin Spaß. Umweltfreunde sparen dabei nicht nur an den Verpackungen, sondern verzichten auch auf dubiose Chemikalien und wissen ganz genau, was für Mittel sie verwenden.

Obendrein lässt sich auch noch eine Menge Geld sparen - insbesondere gegenüber den durchaus vorbildlichen Ökoprodukten, die jedoch leider oft recht teuer sind.

Oberstes Gebot: Niemals auf gut Glück unbekannte Substanzen ineinander kippen! Ammoniak und Chlor beispielsweise sind in einigen Haushaltsmitteln enthalten. Miteinander vermischt können sie allerdings giftige Dämpfe entwickeln. Auf unzähligen Blogs, Videokanälen und Foren gibt es ohnehin ausreichend hilfreiche Anregungen und Erfahrungsberichte.Wir haben einmal gestöbert und sechs DIY-Tipps fürs Badezimmer zusammengestellt.

1. Fensterputzen mit Wodka



Auf der Verpackung von Glasreinigern stehen oft seltsame Inhaltsstoffe, deren bloße Existenz einem bislang unbekannt war. Dabei lassen sich Fenster, Spiegel und andere leicht zu behandelnde Flächen ohne weiteres mit nur wenigen Zutaten selbst reinigen: mit Wasser, Wodka und einem ätherischem Öl nach Wahl, wie in diesem Video. Andere empfehlen etwas Geschirrspülmittel und Essig. Muss wie bei Toiletten gegen hartnäckigeren Schmutz vorgegangen werden, bieten sich Natron und Teebaumöl an.

2. Waschsoda in die Waschmaschine



Ein Blick auf den Wasserzähler zeigt, dass Waschgänge ohnehin eine ressourcenintensive Angelegenheit sind. Mit einer simplen Mixtur lässt sich wenigstens beim Waschmittel und dessen Verpackung sparen. Gekochtes Wasser, geriebene Kernseife und (Wasch-)Soda sind die Hauptbestandteile der DIY-Alternative. Ätherische Öle können auch hier eine duftendes Aroma verleihen.

3. Zahnpasta aus Tonerde



Zugegeben, das Ergebnis sieht nicht sonderlich appetitlich aus. Aber auch an die bräunliche Paste kann man sich gewöhnen. Denn man weiß, wo die Farbe herkommt: von der grünen Tonerde, die beigemischt ist. Das auch als Xylitol bekannte Birkensüß und Kokosöl bekämpfen Karius und Baktus. Und - Sie ahnen es - ätherische Öle wie die der Minze sorgen für den Geschmack.

4. Rasierschaum aus der Mikrowelle



Für wirklich überzeugenden DIY-Rasierschaum müssen sich Männer schon etwas ins Zeug legen. Da braucht es Equipment wie eine Mikrowelle, einen Kühlschrank und einen Quirl. Und auch die Zutaten sind etwas aufwendiger: Sheabutter, Mandelöl und für die herbe Note sind außergewöhnlichere Öle angeraten.

Ist das Rasiergel für die Beine zur Neige gegangen, hilft jedoch schon ein Griff in das Arsenal vorhandener Pfegeprodukte: Körperöl, Shampoo, Konditioner und Bodylotion lassen sich beispielsweise zusammenrühren, erklärt Youtuberin Kim Lianne. Als organische Variante macht sie vor, wie alleine Honig und Olivenöl die Haut vor den scharfen Klingen schützen.

5.  Das Zwei-Zutaten-Shampoo



So simpel kann ein Shampoo sein: Eine Mischung des Alleskönners Natron und heißem Wasser eignet sich zum Waschen der Haare - besonders wenn es fettig ist. An die richtige Dosierung sollte man sich langsam herantasten und als Spülung können Apfelessig oder Zitronensaft dienen.

6. Sauber ohne Seifenspender



Seifenspender mögen praktisch sein. Umweltfreundlich ist es jedoch nicht, wenn die Plastikbehälter regelmäßig im Müll landen. Kernseife ist die klassische Alternative. Und die lässt sich sogar selbst kreieren. Dafür braucht es in der Mikrowelle erhitzte Rohseife und wieder einmal den unter den ätherischen Ölen ausgewählten persönlichen Liebling. Mit ein wenig Fantasie lassen sich so auch individuelle Geschenke basteln. Pro-Tipp: Die lästigen Reste nicht wegwerfen, wenn eine Seife fast aufgebraucht ist, sondern mit ein paar Kniffen erneut miteinander vermengen.

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Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe "Müllfrei im Haushalt: Wie wir unsere Abfälle drastisch reduzieren können", mit der wir in diesem Sommer konkrete Tipps zur Müllvermeidung vorstellen.

 

Photo by Phalinn Ooi / CC BY 2.0

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