Doha-Tagebuch (10): Was beim Klimagipfel wirklich geschieht

Doha-Tagebuch (10): Was beim Klimagipfel wirklich geschieht

von Benjamin Reuter

Sie wollen einen Blick hinter die Kulissen der Klimakonferenz werfen? WiWo Green liefert die Hintergründe und ermöglicht Einblicke in die wichtigsten Verhandlungsrunden.

Wer beim Klimagipfel mit wem streitet, welche Ideen am vielversprechendsten sind und was sonst noch in den Hinterzimmern entschieden wird, wollen wir von WiWo-Green in den nächsten zwei Wochen beschreiben. Dafür setzen wir auf renommierte Experten vor Ort in Doha.

Freitag, 07.12.12, offiziell der letzte VerhandlungstagLäufer in Leichtathletikwettbewerben versuchen meist kurz vor dem Ziel noch einmal nachzulegen. Schneller zu werden. Alles zu geben. Die Delegierten auf dem Sitzungsmarathon des Klimagipfels in Doha wählen auf den letzten Metern eher die Variante, die Konkurrenten auszubremsen.

Hunderte Experten und Vertreter von NGOs warten derzeit auf den Gängen vor den Sitzungssälen auf Neuigkeiten. Zu einigen Veranstaltungen werden sie jetzt noch zugelassen. In einigen Stunden schließen sich aber dann alle Türen und die politischen Delegierten aus den Ländern sind unter sich. Sie könnten bis in den frühen Morgen oder noch länger verhandeln, glaubt Wolfgang Sterk vom Wuppertal Institut.

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Aber die Fronten sind verhärtet. Noch beharren die Entwicklungsländer darauf, dass die Industriestaaten ihre Ziele für den Klimaschutz erhöhen. Oder dass sie die schwachen Ziele, zumindest in Bälde nachverhandeln. Außerdem hoffen sie auf verbindliche Finanzierungszusagen in Milliardenhöhe für Anpassungen an den Klimawandel und zum Klimaschutz.

Sterk glaubt, die Industrienationen werden diesen Forderungen nicht nachgeben und ihre Positionen die Nacht hindurch einfach aussitzen. Konkret bedeutet das als Ergebnis für morgen früh: Es wird der kleinste gemeinsame Nenner:

1. Keines der großen Industrieländer wird sich auf ambitionierte Klimaschutz-Ziele festlegen.2. Die EU wird bei ihrem 20-Prozent-Ziel bis 2020 bleiben, das sie aber jetzt schon erreicht hat.3. Die schwachen Reduktionsziele für Treibhausgase werden auf acht Jahre festgeschrieben, statt auf fünf.4. Die Industrienationen werden keine gemeinsame Zusage machen, in den nächsten Jahren ihre Hilfszahlungen zu erhöhen. Was damit unklar bleibt: Wie die Hilfsgelder von 100 Milliarden Dollar bis 2020 zusammen kommen sollen, die in Kopenhagen und Cancun zugesagt wurden.5. Überflüssige Emissionszertifikate, die viele osteuropäische Länder derzeit halten, werden nicht ab 2020 ungültig. Der Emissionshandel bleibt damit weitgehend wirkungslos.

Die Frage drängt sich auf: Warum ist es in Doha nichts geworden, mit wirklich ambitionierten Zusagen, die den Klimaschutz voranbringen?

Der Antwort von Wolfgang Sterk: Europa als Treiber und Vorreiter für den Klimaschutz ist ausgefallen. „Die EU-Staaten haben schlicht ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, analysiert er. Beim vergangenen Gipfel in Durban habe die EU ein klares Konzept gehabt. Damit konnte sie der Konferenz ihren Stempel aufdrücken. Zusammen mit den Entwicklungsländern habe man sich dort gegen die Bremser aus den USA, China und Indien durchgesetzt. In Doha wurde die EU jetzt wegen ihrer schwachen Ziele selbst Zielscheibe der Entwicklungsländer.

Das, so glaubt Sterk, hat wiederum vor allem mit der Rolle Deutschlands zu tun. Hier gebe es ein Patt zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium. Das Wirtschaftsministerium blockierte in Vorfeld von Doha jede Festlegung auf strengere Ziele.

So wie die EU als Treiber in Doha ausfiel, fiel Deutschland als Treiber in der EU aus. Das Ergebnis: Ein verschenkter Gipfel.

Was bleibt, ist ein Déjà-vu: Wolfgang Sterk stand bei vielen Klimakonferenzen der vergangenen Jahre auf den Gängen zwischen den Sitzungssälen, so wie es jetzt viele andere Experten tun. Eine Nachtschicht wird es für ihn heute aber nicht geben. Sterk wird ins Hotel fahren und sich die öffentlichen Sitzungen im Internet anschauen.

Im bestmöglichen Fall haben wir morgen eine Einigung für eine zweite Kyoto-Periode mit viel zu schwachen Zielen“, sagt er. Dafür die ganze Nacht wach bleiben? „Das lohnt sich nicht.“

Donnerstag, 06.12.12Der Sturm mit dem grimmigen Namen „Bopha“, ist einer schlimmsten Taifune, den die Philippinen je erlebt haben. Mehr als 300 Tote sind bisher zu beklagen. Die Betroffenheit reicht bis nach Katar. Das war besonders heute Vormittag zu spüren, sagt Wolfgang Sterk vom Wuppertal Institut. Denn der Vertreter der Philippinen hielt eine eindringliche Rede, über die Folgen des Klimawandels – zu denen zunehmend auch Ereignisse wie „Bopha“ gehörten.

Ob seine Worte von den Delegierten aus aller Welt gehört werden? Rund 24 Stunden vor Ende des Gipfels sieht es nicht danach aus.

Zwar tagen die Experten und politischen Vertreter schon die ganze Woche bis tief in die Nacht hinein. Viel bewegt hat sich aber noch nicht. Wolfgang Sterk setzte deshalb - zumindest für die europäische Seite - einige Hoffnungen in den deutschen Umweltminister Peter Altmaier, der gestern Nacht anreiste.

Und es gab durchaus Grund für Optimismus. Die EU müsse ihr Reduktionsziel für Klimagase von 20 auf 30 Prozent hochschrauben, ließ er im Vorfel der Konferenz wissen. Viele Beobachter erwarteten zudem klare Worte zum Umgang mit alten Emissionszertifikaten, der sogenannten „heißen Luft“.

Doch dann hörte Wolfgang Sterk bei Altmaiers Rede vor dem Plenum von all dem – nichts. „Impulse oder eine neue Dynamik hat die Rede des Ministers nicht gebracht“, sagt Sterk enttäuscht. Eine Voreiterrolle beim Klimaschutz in der EU komme Deutschland damit nicht mehr zu. Immerhin gab Deutschland eine Zusage über Gelder in Höhe von 1,8 Milliarden Euro für den Klimaschutz in Entwicklungsländern.

Was ist also morgen, am letzten Verhandlungstag noch zu erwarten? „Die Kampflinien der einzelnen Staaten sind gezogen“, sagt Sterk. Alles Weitere werden die Konsultationen zeigen, die am Freitag bis tief in die Nacht gehen könnten.

Ein Dokument für eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls haben die Delegierten schon erarbeitet. Allerdings sei dies noch voll von Klammern, sagt Sterk. „Und wo Klammern stehen, ist es umstritten.“

So fordern zum Beispiel die Entwicklungsländer, dass die schwachen Klimaschutzziele der Industriestaaten nur für fünf Jahren gelten. Und nicht für acht Jahre, wie es die Weststaaten durchsetzen wollen.

Dass Umweltminister Altmaier seinerseits noch etwas dazu beitragen kann, dass die Klammern weniger werden, hänge wohl jetzt von Kanzlerin Angela Merkel ab, sagt Sterk. Denn noch blockiert das deutsche Wirtschaftsministerium weiter reichende Zugeständnisse. Nicht nur in Katar werden morgen also wichtige Entscheidungen zu treffen sein - sondern auch in Berlin

Mittwoch, 05.12.12Für Matthias Duwe, den Klimaexperten des Berliner Think-Tanks Ecologic Institut, war es die einprägsamste Begegnung während der Doha-Konferenz: Mit dem Delegierten aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Somalia unterhielt er sich rund eine halbe Stunde über die Klimaverhandlungen der vergangenen Jahre.

Der Afrikaner begleitet inzwischen die vierte Konferenz und hatte die politischen Winkelzüge, die Finten und Verzögerungstaktiken der verschiedenen Teilnehmer genau analysiert. Das sei nun sein letzter Gipfel, erzählte er Duwe. Aus Frustration, werde er künftig nicht mehr teilnehmen. Es bringe ja doch nichts.

Dabei schien gestern und heute noch einmal Bewegung in die Verhandlungen gekommen zu sein, wie Duwe beobachtet hat. Zuerst kündigte Großbritannien an, in den kommenden zwei Jahren 1,8 Milliarden Pfund für Klimaprojekte in Entwicklungsländern bereit zu stellen. Rund die Hälfte fließt dabei in Projekte zur Anpassung an den Klimawandel. Die andere Hälfte ist für Maßnahmen gedacht, die den Ausstoß von Treibhausgasen senken.

Für jeden britischen Haushalt ist das immerhin eine Abgabe von rund 70 Pfund. Die Politiker von der Insel sind damit Vorreiter, denn bisher haben kaum andere Industrieländer Zahlungszusagen für die kommenden Jahre gemacht. Eine Ausnahme ist Dänemark. Aber auch von Deutschland wird morgen oder am Freitag eine Zusage erwartet.

Duwe berichtet zudem von einem anderen, in Zukunft vielleicht noch entscheidenden, Ereignis. Es war die heutige Rede des UN-Vorsitzenden Ban Ki Moon. Er sprach von seinem Plan, eventuell 2014 ein großes Klimatreffen der Staatenlenker auszurichten.

Das Kalkül dahinter, so glaubt Duwe: Weil bis spätestens 2015 ein neues Klimaabkommen für die Zeit nach 2020 beschlossen sein muss, will Ban die Entscheider kurz vor dem Ende der Periode noch einmal zusammen bringen.  Falls bis dahin noch immer keine Übereinkunft besteht, könnte dieses Treffen helfen, eine Einigung herbeizuführen.

Hoffnung auf schnelle Entscheidungen in Doha, macht die Rede allerdings nicht.

Bewegt sich also in den kommenden zwei Tagen in Katar gar nichts mehr? Doch, sagt Duwe und setzt seine Hoffnungen auf den deutschen Umweltminister Peter Altmaier, der morgen zum Gipfel reist.

Denn der hat mit der Energiewende „eine Erfolgsgeschichte im Gepäck“, so Duwe. Von der müsse Altmaier auch die anderen Staatenlenker überzeugen. Denn, so ist sich Duwe sicher: „Den Klimawandel aufzuhalten, ist immer noch möglich, wenn Staaten wie China und die USA die Wende wagen.“ Den somalischen Delegierten wird Altmaier aber wohl nicht mehr begeistern können.

Matthias Duwe können Sie auch auf Twitter folgen: https://twitter.com/CLIMATE_DUWE_EI

Dienstag, 04.12.12Marion Vieweg erlebte an diesem Morgen einen jener Lichtblicke, die für sie selten sind, bei dieser Konferenz in Doha. In dem langen Tunnel, durch den die Experten und Delegierten in das Tagungsgebäude gelangen, hatten sich Dutzende Jugendliche in Spalier aufgestellt. Sie verteilten "überschüßige" Klimazertifikate, sogenannte "heiße Luft". Mit ihrer Aktion wollten sie auf die stockenden Verhandlungen in diesem Bereich aufmerksam machen.

Vieweg arbeitet für den Think-Tank Climate Analytics aus Berlin. Sie erstellt unter anderem mit der Weltbank Analysen und hat die meiste Zeit der Doha-Konferenz vor dem Computer verbracht.

Denn Vieweg beliefert unter anderem die sogenannten Least Developed Countries – also die ärmsten Staaten dieser Erde, darunter viele aus Afrika - und die Inselstaaten mit wissenschaftlichen Informationen. Ihre Daten, Zahlen und Fakten nutzen die Länder in den Verhandlungen.

Denn die ärmeren Staaten haben einen strategischen Nachteil auf Klimagipfeln wie in Doha: Ihnen fehlt häufig entweder das Geld oder das wissenschaftliche Know-How, um in den Verhandlungen Positionen zu verteidigen und durchsetzen zu können.

Länder wie die USA zum Beispiel haben Dutzende Delegierte nach Doha entsandt; allesamt Experten auf ihrem Gebiet.

Was Vieweg beinahe ungläubig in Katar bisher beobachtet hat, nennt sie eine „Art Vertragsbruch“. Denn auf dem letzten Klimagipfel im südafrikanischen Durban sei es eine Übereinkunft gewesen, dass neben Industriestaaten wie den USA sich auch Schwellenländer wie China und Brasilien sich am Kampf gegen den Klimawandel beteiligen. Dass es ohne diese Länder nicht geht, bemerkte heute auch noch einmal der renommierte britische Ökonom Nicholas Stern.

Vom Durban-Deal entfernen sich die Teilnehmer in Doha zunehmend, beklagt Vieweg. China und Brasilien - aber auch die USA und Kanada - stehlen sich bisher um feste Zugeständnisse herum. Auch die Bemühungen, das Kyoto-Protokoll nach 2013 und darüber hinaus mit Inhalten zu füllen, kommen bisher kaum voran. Die Euphorie von Durban und der politische Wille, ein wirklich tragfähiges Klimakonzept für die Zukunft zu entwickeln - wie weggeblasen.

Stattdessen verlieren und beharken sich die Delegierten Stunden lang im Streit um technische Details.

Das kann sich durchaus noch ändern, hofft Vieweg. „Wenn jetzt die Minister in die Verhandlungen einsteigen, werden die Karten neu gemischt.“

Derweil gehen kleine Staaten mit gutem Beispiel voran. So erklärte jetzt auch der Stadtstaat Monaco, seine Emissionen bis 2020 um 30 Prozent zu senken. Die EU hält dagegen immer noch am 20-Prozent-Ziel fest.

Hoffnung für die Zukunft machen Vieweg am ehesten die Jugendlichen, die den Gipfel in Katar mit Aktionen und Protesten begleiten und aus der ganzen Welt angereist sind. „Sie zeigen, wie wichtig es ist, sich zu engagieren“, sagt Vieweg. Noch aber, scheinen sie bei den Delegierten kein Gehör zu finden.

Montag, 03.12.12Es ist Montagmorgen und der Gipfel in Doha geht in die entscheidende Runde. Alles was die Unterhändler vergangene Woche an technischen Details ausgehandelt haben, übergeben sie heute und morgen an die Politiker aus ihren jeweiligen Ländern. Bis Mittwoch reisen dann auch die zuständigen Minister an.

Dass es im Gegensatz zu vergangener Woche voller geworden ist, bemerkt auch Niklas Höhne. Der Direktor für Energie- und Klimapolitik beim Beratungsunternehmen Ecofys in Köln nimmt seit 1995 an Klimakonferenzen teil.

Er erlebt in Doha - auch heute wieder - einen Gipfel der zwei Geschwindigkeiten.

Einmal sind da die Verhandlungen über die politischen Prozesse, den Klimawandel einzudämmen. Konkret geht es dabei um die Klimaschutzziele bis 2020, also ein weltweites Abkommen zur Reduktion des Ausstoßes von beispielsweise CO2.

„Die Konferenz verläuft nach der bekannten Dynamik“, sagt Höhne. Zunächst schwierige Diskussionen, kaum ein Vorankommen. Entscheidungen gibt es erst am Schluss. „Bevor die Konferenz nicht auf ihr Ende zugeht, rückt niemand von seinen Positionen ab.“

Auf der anderen Seite hat Höhne in den vergangenen Tagen von unzähligen guten Initiativen und Ideen auf den Nebenveranstaltungen gehört, die den Klimaschutz voranbringen würden. Sie kommen von einzelnen Regierungen und Nichtregierungsorganisationen. Ihr Problem, wie der Name schon sagt: Sie laufen nebenher.

Erst heute hielt die EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard eine engagierte Rede, in der sie sich auch für die EU strengere Klimaziele wünschte. Länder wie zum Beispiel Polen, die sehr auf Kohlekraft angewiesen sind, torpedieren einen solchen Plan bisher.

An anderer Stelle diskutieren Experten auch darüber, stärker gegen Treibhausgase von Kühlmitteln aus Klimaanlagen von Autos vorzugehen. Andere Expertengruppen schlugen wiederum vor, die Steuerhilfen für fossile Energieträger abzusenken. Derzeit unterstützen Regierungen die Öl-, Kohle- und Gasindustrie mit 500 Milliarden US-Dollar jährlich. Erneuerbare Energieträger werden mit einem Sechstel dieser Summe gefördert. Unzählige weitere Initiativen sind im Gespräch (vor der Konferenz in Doha gesammelt hier).

Das Problem bisheriger Konferenzen und auch der aktuellen in Doha sei, dass diese Vorschläge nur langsam den Weg in die offiziellen Papiere und Übereinkünfte finden, sagt Höhne. Politik und Experten arbeiten in unterschiedlichem Tempo.

Was Höhne bei dem Gipfel und auch heute in Gesprächen am meisten erstaunt hat, sind die großen Ambitionen der einzelnen Länder, etwas gegen den Klimawandel zu tun. So hat jetzt auch Äthiopien erklärt, bis 2025 klimaneutral zu werden. Höhne hat beobachtet, dass mittlerweile alle großen Länder, auch die Staaten der Golfregion, bereits „signifikante Anstrengungen unternehmen, um die erneuerbaren Energien auszubauen.“

Die Frage stellt sich also: Brauchen wir diese wuchtigen Klimakonferenzen mit mehreren Tausend Teilnehmern dann überhaupt noch?

Niklas Höhne beantwortet die Frage mit einem klaren „Ja“: Um das 2-Grad-Ziel wirklich noch zu erreichen, brauche es einen globalen Schirm, also eine weltweite Einigung. „Denn wenn jeder nur für sich kämpft, weiß die Welt am Ende nicht, wo sie steht.“ Engagiert zeigen sich die Staaten in Doha also - aber zunächst nur, wenn es um freiwilliges Engagement geht.

Freitag, 30.11.12Ein bisschen scheint es so, als würden die Delegierten in Katar den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Nicht buchstäblich natürlich, denn das Land besteht vor allem aus flacher Geröllwüste. Im übertragenen Sinn drängt sich dieser Eindruck aber auf, wenn Nicolas Kreibich vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie die Verhandlungen über ein Programm mit dem Namen REDD beschreibt.

REDD+ ist das Kürzel für „Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation“; also ein Programm zum Schutz der Wälder. Der ist für den Kampf gegen den Klimawandel entscheidend. Denn zwischen 15 und 20 Prozent des globalen Ausstoßes von Treibhausgasen entstehen durch das Abholzen von Bäumen. Das ist mehr Klimagas, als alle Autos, Schiffe und Flugzeuge gemeinsam in die Luft pusten.

Man könnte also meinen, so ein wichtiges Programm sei schon einige Zeit aktiv. Weit gefehlt, wie Kreibich erzählt.

Zwar hatten schon auf dem Klimagipfel im Jahr 2005 im kanadischen Montreal der Inselstaat Papua-Neuguinea und Costa Rica die Idee, den Waldschutz einzuführen. Und tatsächlich wurde seitdem viel verhandelt. Nur passiert ist wenig.

Deshalb haben Experten und Delegierte in Doha das Thema jetzt wieder aufgenommen. Während sie in diesen Stunden tagen, geht alle vier Sekunden eine Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes verloren.

Brennpunkte des rapiden Verschwindens der Wildnis, so berichtet Kreibich, sind das Gebiet um den Amazonas in Südamerika, das Kongo-Basin in Zentralafrika und Südostasien.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Brasilien und seine Nachbarstaaten brauchen Platz für Sojafelder und Viehherden. In Afrika schlagen Dorfbewohner Schneisen für Brennholz. Die indonesische Regierung setzt auf den Holzexport für Papier und Möbel, außerdem wächst dort die Zahl der Palmölplantagen rapide.

Wie soll REDD also funktionieren? „Im Grunde geht es darum, dass die Industriestaaten den Ländern mit viel Wald Geld dafür zahlen, dass sie ihn bewahren“, erklärt Kreibich. Und dann wird es schon kompliziert.

Kreibich saß diese Woche in Dutzenden Runden mit Experten und Delegierten, die versuchten, eine Einigung über die Finanzierung des Schutzmechanismus zu finden. Heute tagen die REDD-Planer hinter verschlossenen Türen. Und das bis spät in die Nacht. Denn es gibt Ärger.

Staaten wie das links regierte Bolivien wollen weltweite Fonds schaffen, die Geld an die Waldländer überweist. Zahlreiche Gebernationen würden den Waldschutz lieber marktwirtschaftlich organisieren. Ihre Idee, vereinfacht gesagt: Für jede Tonne CO2, die nicht „abgeholzt“ wird, erhalten Regierungen Zertifikate, die sie verkaufen können.

Vom zähen Ringen dringt nur an die Öffentlichkeit, was der Vorsitzende verkündet. Der tritt ab und an aus dem Sitzungssaal und präsentiert Forschern und Experten Zwischenergebnisse.

Während in dem einen Forum die Teilnehmer um die Finanzierung ringen, versuchen die Experten in einem zweiten Treffen, eine vielleicht sogar noch schwierigere Frage zu lösen. Nämlich, wie man feststellt, wie viel CO2 eine Waldschutzmaßnahme überhaupt vermeidet?

„Theoretisch hat jeder Baum auch einen bestimmten CO2-Wert“ sagt Kreibich. Diesen Wert für jeden einzelnen Baum eines Waldes zu bestimmen, sei aber alles andere als einfach. Helfen sollen Satellitenüberwachung und Vor-Ort-Erkundung.

Wie gemessen wird, muss bis morgen früh feststehen. Denn kommende Woche wollen die Politiker über die Empfehlung der Delegierten weiterverhandeln.

Wann REDD+ reif für die Praxis ist, ist indes ungewiss. In Doha, so glaubt Kreibich, werden höchstens einige Details als Vorarbeit für den nächsten Gipfel entschieden.

Immerhin: Dass der Waldschutz den Delegierten und Ausrichtern der Konferenz nicht egal ist, zeigen sie an anderer Stelle. Doha ist die erste Weltklima-Konferenz, die ohne Papier auskommt.

Donnerstag, 29.11.12Auch das soll es geben: Während in Deutschland beim Thema Energiewende über die Kilometeranzahl neuer Netze und Centbeträge der Solarförderung gerungen wird und manche das Großprojekt schon für gescheitert halten, staunen die Vertreter anderer Länder. Und zwar über das, was hierzulande Großartiges möglich ist.

Dieses Staunen und auch Anerkennung hat bei Timon Wehnert vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie am vierten Tag in Doha ein „wirklich positives Gefühl“ ausgelöst. In einer Diskussionsrunde der Internationalen Erneuerbaren Energie Agentur (Irena) zollten zahlreiche Vertreter aus Entwicklungsländern dem deutschen Modell ihren Respekt. Was Wehnert darüber hinaus beeindruckte: Viele dieser ärmeren Staaten würden es Deutschland am liebsten nach tun.

Zu ihnen gehört nicht nur das kleine Inselland Grenada, das bis 2030 vollkommen auf Erneuerbare umsteigen will und derzeit einen Kreditgeber für die benötigten 150 Millionen Dollar sucht. Sondern es sind auch große Staaten wie Thailand und Südafrika, die mit Einspeisevergütungen á la EEG experimentieren.

Regelrecht dankbar seien die Vertreter der Entwicklungsländer, erzählt Wehnert, dass Vorreiter wie Deutschland, Dänemark und Spanien durch ihre Förderpolitik einen Weltmarkt für grüne Energietechnologie geschaffen hätten. Denn der ließ die Preise für Wind- und Solartechnik in den vergangenen Jahren rapide sinken. Damit können sich die Technik zunehmend auch ärmere Staaten leisten.

Aber Hürden bleiben: Oft herrschen in den Entwicklungsländern Monopole, die eine Energiewende erschweren. Oder es fehlt an Wissen und Infrastruktur.

Noch etwas anderes beobachtete Wehnert heute: Nämlich dass die Bemühungen, einen international abgestimmten Markt für Emissionszertifikate zu schaffen, immer zäher werden. So wollen Japan und die USA eigene Handelssysteme für Verschmutzungsrechte einzuführen. International kompatibel wären diese nicht.

„Das ist vergleichbar mit dem Fall, dass Deutschland die D-Mark wieder einführen würde und jedes Bundesland gleichzeitig seine eigene Währung schafft“, sagt Wehnert. Für das Klima sind die Alleingänge kontraproduktiv: Einen gemeinsamen Emissions-Markt halten Experten gemeinhin für effektiver für den Klimaschutz.

Nur eine Randnotiz in Doha wird wohl eine Idee bleiben, die viel Transparenz schaffen würde. Konferenzteilnehmer machten heute den Vorschlag, dass alle Länder ihre Subventionen für fossile Energieträger offenlegen.

Öl, Gas und Kohle profitieren überall auf der Welt von Steuervergünstigungen, direkten Staatshilfen und anderen Maßnahmen. „Damit könnte die UN den Finger in die Wunde legen“, sagt Wehnert. Denn diese Steuern heizen indirekt die Erderwärmung an.

Solche konkreten Vorschläge wurden bisher nicht im Rahmen der Klimaberatungen diskutiert. Für Wehnert ist die Idee ein Zeichen der „Ernüchterung“ auf Seiten der Klimaverhandler – über die jahrelangen und zähen Zusammenkünfte. Sie ist aber auch eine Chance, wirkungsvolle Ansätze zum Klimaschutz umzusetzen. Ob der Vorschlag am Ende der Konferenz Eingang in ein Abschlussdokument findet, sei völlig offen, sagt Wehnert.

Mittwoch, 28.11.12In den vergangenen Tagen wurde nicht nur in den Medien gerätselt, warum ausgerecht das Gas-Emirat Katar den Klimagipfel ausrichtet. Vor allem, weil daneben der Green-Economy-Primus Südkorea als Ausrichter im Rennen war. Nach einigen Flurgesprächen in den vergangenen Tagen wird Timon Wehnert vom Wuppertal-Institut aber immer klarer, warum er nach Doha gekommen ist und nicht nach Seoul.

Was Wehnert im Umfeld der Konferenz erlebt, verdient durchaus das Siegel „bizarr“, erzählt er. Denn das futuristische Konferenzgebäude umgibt nach wie vor eine riesige Baustelle. In den schönen Computerbildern des Hauses ist davon nichts zu sehen.

Die Folge: Die Teilnehmer müssen jeden Tag einige hundert Meter durch den Staub stapfen, bevor sie die Sitzungssäle über einen Seiteneingang der Tiefgarage erreichen. Nur hohe Würdenträger des Scheichtums rauschen in großen Limousinen bis vor den repräsentativen Hauseingang.

Warum also Katar? Schlicht darum, so hat Wehnert erfahren, weil das Land sich international als Konferenzstandort etablieren will. Mit dem Klimagipfel will es beweisen, dass es Mammutevents mit 17.000 Teilnehmern stemmen kann. Dass man als Gipfelausrichter auch Verantwortung für die Verhandlungen übernimmt, sei den Kataris erst später klar geworden. Die Verantwortlichen im Wüstenstaat wollten also blitzende Gebäude präsentieren, statt Inhalte.

Von der Euphorie für den Klimaschutz, wie er noch beim letzten Gipfel im südafrikanischen Durban zu spüren war, sei deshalb im Land wenig zu sehen. Eine Messe für grüne Innovationen und Veranstaltungsorte für zivilgesellschaftliche Projekte – in Durban noch direkt beim Konferenzgebäude angesiedelt – sind in ein Messegebäude ausgelagert, eine 30-Minuten-Busreise von der Konferenz entfernt.

Andererseits: Katar muss sich für eine Zukunft ohne Gas aufstellen. Heute noch sind sie einer der größten Exporteure der Welt. "Wenn so ein Land auf grüne Energie umsteigen und in den Klimaschutz investieren würde, übernähme es eine Vorreiterrolle für viele Länder, die heute noch fossile Rohstoffen exportieren, wie Russland oder Saudi Arabien. Noch ist davon aber nichts zu sehen." Die letzten Gipfelausrichter Mexiko und Südafrika hätten sich dagegen mit ambitionierten Klimazielen positioniert. Die Frage stellt sich also, ob auch Katar im Laufe der Verhandlung weitreichende Reduktionsziele präsentiert?

Verhandelt und getagt wurde am heutigen Mittwoch natürlich auch. Unter anderem zum Thema, wie Entwicklungs- und Schwellenländer ihren Ausstoß von Klimagasen reduzieren können. Bisher tun sie das nicht mit verbindlichen Zielen. „Dass sie schnell etwas tun müssen, ist aber klar“, sagt Wehnert. Vor allem, weil sich die Pro-Kopf-CO2-Ausstöße von China und Südafrika zum Beispiel inzwischen dem europäischen Durchschnitt annähern.

Wie so oft geht es bei den Verhandlungen um Geld. Mexiko und Südafrika zum Beispiel, haben schon ambitionierte Ziele (Südafrika will bis 2020 seinen Ausstoß um 34 Prozent gegenüber einem Business-As-Usual-Szenario reduzieren). Aber auch viele andere Länder, wie Indien und Thailand setzen Klimaschutzmaßnahmen um.

Doch energieeffiziente Technik und Solar- und Windkraftanlagen kosten erstmal Geld.

Die Industriestaaten haben in Kopenhagen versprochen, 100 Milliarden Dollar pro Jahr an Klimafinanzierung zu leisten. Wie das Tauziehen darüber ausgeht, also wer am Ende das Geld bereitstellt, ist noch unklar.

Dass aus dem Treffen in Doha noch ein Gipfel „der guten Ideen und grünen Technologien wird“, bezweifelt Wehnert. Das, so glaubt er, hätten die Südkoreaner sicher besser hinbekommen. Seine Hoffnung: Dass Katar sich in den kommenden Tagen dennoch als Mittler für erfolgreiche Ergebnisse profiliert.

Dienstag, 27.11.12Der Morgen in Doha begann mit schlechten Nachrichten. Denn Experten stellten eine Studie der United Nations University in Bonn vor, die die Folgen des Klimawandels für die ärmsten Länder der Welt beschreibt. Ungewöhnlich: Die Wissenschaftler stützen sich nicht auf Modelle oder Prognosen, sondern befragten knapp 2000 Betroffene in den einzelnen Ländern: in Bangladesch, Buthan, Gambia, Kenya und Mikronesien.

Untersucht wurde, wie Menschen von Ereignissen wie Überflutungen, Trockenperioden, Zyklonen, Versalzung der Böden, Rückgang der Gletscher, Schwankungen bei Regenfällen, dem Anstieg des Meeresspiegels und der Erosion der Küsten betroffen sind. All diese Ereignisse werden sich mit dem Klimawandel verstärken oder haben sich teilweise auch schon verstärkt, nehmen Wissenschaftler an.

Das Ergebnis der Befragung: Mehr als zwei Drittel der Menschen sind heute schon von diesen Klimawandel-Ereignissen betroffen. In Mikronesien sind es sogar 92 Prozent.

Besonders beunruhigend waren die Berichte aus Bangladesch: Rund 80 Prozent der Farmer haben dort mit der Versalzung ihrer Böden zu kämpfen, vor 20 Jahren waren es nur zwei Prozent. Allein in vier Dörfern gingen in den vergangenen zwei Jahren dadurch Reisernten im Wert von 1,9 Millionen Dollar verloren.

Diese Ergebnisse sind ein Grund, warum die ärmsten Länder der Welt von den Industriestaaten in Doha Taten fordern.

Diese Forderungen kamen auch bei der ersten Plenarsitzung heute auf, die sich mit der Fortschreibung des Kyoto-Protokolls befasste. Vertreter aus knapp 200 Ländern und Beobachter waren dabei. Darunter auch Wuppertal-Forscher Wolfgang Sterk. In der Sitzung kam viel Kritik von den Entwicklungsländern, sagt Sterk. "Am leidenschaftlichsten waren dabei die kleinen Inselstaaten wie Nauru. Denn für sie geht es beim Klimawandel um Leben oder Tod."

Zahlen wurden von den Insulanern auch präsentiert: Steigt die globale Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um zwei Grad, gehen die Korallenriffe vollständig verloren. Derzeit gehen Wissenschaftler aber eher von einer Erwärmung in Höhe von vier Grad aus, wenn die Treibhausgas-Emissionen nicht sinken. Bei einer so starken Erwärmung würde der steigende Meeresspiegel wohl viele Inseln überschwemmen.

Der Tenor in den meisten der Reden aus den ärmeren Staaten: "Wie viele Studien brauchen wir denn noch, bis die Welt reagiert?"

Wie diese Reaktion derzeit aussieht, zeigte sich am Beispiel Australiens: Das Land bot an, seinen CO2-Ausstoß von 2013 bis 2020 um fünf Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Bisher steigen die Emissionen in Down Under sogar. "Und das stellt Australien als wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz dar", wundert sich Sterk.

Australien und unter anderem die EU, würden auch höher gehen in ihren Zielen. Aber nur wenn Großverschmutzer wie die USA, China und Russland mitziehen. Danach sieht es derzeit nicht aus.

Montag, 26.11.12Wie so oft  bei großen Konferenzen: Am Anfang passiert erst einmal wenig. Mehr als „Schaufensterreden“ hat Wolfgang Sterk vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie am ersten Tag in Doha nicht gehört. Feierlichkeiten gab es, die Wahl des früheren Energieministers von Katar, H.E. Abdullah bin Hamad Al-Attiyah, zum Präsidenten für die Konferenz und die sogenannten Plenarsitzungen.

Aber immerhin steht der Fahrplan für die kommenden Tage: Aus den Plenarsitzungen gehen morgen und übermorgen Ausschüsse für einzelne Themen hervor, aus denen dann wiederrum sogenannte Kontaktgruppen entstehen. Kafka hätte seine Freude gehabt.

In diesen Kontaktgruppen wiederum beraten dann die politischen Delegationen aus den Ländern über einzelne Fragen, wie zum Beispiel die Fortführung des Kyoto-Protokolls. Wolfgang Sterk wird auch an Sitzungen dieser Gruppen teilnehmen. Jedenfalls am öffentlichen Teil. „Wenn es heikel wird, geht die Tür zu.“

An dieser Stelle noch einmal ganz kurz, worum es bei diesem Mammutgipfel überhaupt geht:

1. Die Versammelten aus den mehr als 180 Staaten wollen sich auf ein Arbeitsprogramm für die Verhandlung eines neuen Klimaabkommens einigen. Was bedeutet, dass sie einen Fahrplan bis 2015 entwerfen - das hatte die Staatengemeinschaft vergangenes Jahr auf der Klimakonferenz in Durban beschlossen. Dieser Fahrplan soll dann in einer Einigung münden, wie viel Klimagas jeder Staat künftig nicht ausstoßen wird. Bevor die Kritiker wieder bemängeln, dass Doha kein Klimaabkommen zustande gebracht habe: Es soll auch gar keines geben.

2. Die Industrienationen werden sich darüber streiten, wer noch wie lange am Kyoto-Protokoll teilnimmt, dessen sogenannte erste Verpflichtungsperiode Ende 2012 ausläuft. Die USA, Japan, Kanada und Russland sind sowieso nicht dabei. Die EU, die Ukraine und Australien könnten sich aber neue Ziele geben. Wenn auch die EU sich nur Ziele geben will, die sie ohnehin schon erreicht hat. Bis 2020 will der alte Kontinent nämlich im Vergleich zu 1990 seinen Treibhausgas-Ausstoß um 20 Prozent reduzieren. Gut, dass Europa dieses Ziel schon erreicht hat – und es auch nicht verschärfen will. „Das kratzt natürlich am Image von Europa als Vorreiter“, sagt Sterk.

3. Eigentlich sollen bis 2020 Milliardenhilfen von den Industrienationen in die Entwicklungsländer fließen. Unter anderem für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und Technologietransfer. Die erste Tranche von 30 Milliarden Euro war bis Ende 2012 eingeplant. Ob und wie viel Geld in den nächsten Jahren fließt, soll in Doha entschieden werden.

Wird das Klima also in den kommenden zwei Wochen in Katar gerettet? „Natürlich nicht“, sagt Sterk. Doch er ist sich sicher: Überraschungen wird es trotzdem geben.

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