Eco-Fashion: Grüne Urlaubskleidung liegt voll im Trend

Eco-Fashion: Grüne Urlaubskleidung liegt voll im Trend

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Outdoor-Mode gibt es auch mit weniger Chemie - egal ob Strandkleidung oder Funktionsjacke.

von Rebecca Schirge

Kann Mode ökologisch und schick zugleich sein? Ja, das kann sie. Nachhaltige Labels wie Armed Angels und Lanius Köln beweisen das schon länger. Auch für den Urlaub hat Eco-Fashion viel zu bieten.

Kartoffelsackartige Kleider, Birkenstocktreter und eine Bernsteinkette – daran denken immer noch viele, wenn es um Öko-Mode geht. Dabei gibt es mittlerweile sogar berühmte Designerinnen wie Vivienne Westwood und Stella McCartney, die ihr Image mit nachhaltigen Ideen aufpolieren.

Auch auf der Fashion Week in Berlin gehören der Greenshowroom und die Ethical Fashionshow seit Jahren zum festen Programmteil. Hier zeigen zahlreiche Talente, was sich im Namen der Nachhaltigkeit kreieren lässt. Und das kann sich sehen lassen. Von coolen sportlichen Looks bis hin zu High-End-Fashion ist alles dabei.

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"Conscious Consumer" shoppen gerne grün

Das Thema Urlaub hat die grüne Mode-Welt ebenfalls für sich entdeckt. In Eco-Fashion-Onlineshops wie Avocadostore oder glore finden Reisefreudige Badelatschen aus Fairtrade-zertifizierter Bio-Baumwolle, Upcycling-Bikinis aus 100 Prozent recyceltem Polyester und Sonnenbrillen aus 100 Prozent biologisch abbaubarem Bio-Acetat.

"Viele Menschen verbringen ihren Urlaub am Meer, dort wo auch die Umweltverschmutzung, die durch unseren Plastikkonsum hervorgerufen wird, ganz deutlich zu sehen ist", sagt Nadja Steinbach, Head of Buying and Sales bei der glore Handels GmbH. "Die Meere sind voll von Plastik und das marine Leben leidet enorm darunter. Da liegt die Idee nahe, das Plastik entweder aus dem Meer zu fischen oder es erst gar nicht dorthin gelangen
zu lassen. Labels wie Dick Moby oder E.A. Seawear recyceln Plastik und stellen daraus tolle Produkte wie Sonnenbrillen und Bikinis her."

"Neben Bio-Lebensmitteln liegt Eco-Fashion beim bewussten Konsumenten voll im Trend", erklärt Mimi Sewalski, Geschäftsführerin des Onlineshops avocadostore.de. "Deswegen läuft unser Special 'Koffer packen' jedes Jahr sehr gut." Es ginge den Kunden aber auch bei den Reiseaccessoires um Müllvermeidung und Alternativen zu Plastik: "Wir haben deshalb zum Beispiel Edelstahl-Trinkflaschen oder Bambuszahnbürsten im Angebot und die sind sehr beliebt."

Outdoor-Kleidung: Meist ein großer Chemiecocktail

Beim Thema Outdoor-Mode wird es da schon wesentlich schwieriger. Schließlich soll die Ware möglichst viele Funktionen erfüllen: gegen Wind und Wasser schützen, bei Kälte wärmen und trotzdem möglichst atmungsaktiv sein. Das alles wird nur durch eine Extraportion Chemie möglich. Ökologisch gesehen ist Outdoormode eine Katastrophe, für ihre Herstellung wird viel Energie verbraucht, oft in Form von fossilem Mineralöl.

Und sie lässt sich nur schwer entsorgen, denn sie enthält persistente chemische Verbindungen. Das bedeutet, dass die in ihr enthaltenen Chemikalien nur über extrem lange Zeiträume abgebaut werden. Dadurch reichern sie sich in der Umwelt und den Organismen an.

Auch für Menschen sind sie gesundheitsschädigend. Im Rahmen seiner Detox-Kampagne testete Greenpeace 40 Outdoor-Produkte aus 19 verschiedenen Ländern auf gefährliche Chemikalien. Zu diesen gehören per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC). Sie können krebserregend wirken, einige Vertreter dieser Stoffgruppe stehen zudem im Verdacht, die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern zu beeinträchtigen. Von den 40 Artikeln, die Greenpeace untersuchte, waren nur vier Artikel nicht mit PFC belastet.

Was also tun? Experten raten, PFC-freie Varianten zu kaufen. Das bluesign-Label ist das strengste Textilsiegel, wenn es um Outdoormode geht, an diesem können sich Verbraucher orientieren.

Zum Glück gibt es immer mehr Hersteller, die Alternativen bieten. Marken wie Pyua, Paramo, Fjällräven und Rotauf führen Produkte aus Polyurethan und Polyester. Hess Natur hat seine neue Kollektion sogar um eine Outdoor-Jacke aus Bio-Baumwolle erweitert, ohne PVC und biologisch abbaubar. Wenn es nicht um eine Himalaya-Besteigung geht, sind diese chemiearmen Alternativen sicher eine Überlegung wert.

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