Elfenbein: Kenia verbrennt 100 Tonnen, um Elefanten zu schützen

Elfenbein: Kenia verbrennt 100 Tonnen, um Elefanten zu schützen

Internationale Stars und Regierungschefs sind dabei, wenn Kenia 106 Tonnen Elfenbein verbrennt.

Elfenbein ist ein teures Gut. Entsprechend lukrativ ist das Geschäft mit den Stoßzähnen der Elefanten. Bis auf wenige Ausnahmen ist der Handel weltweit nur mit Antiquitäten erlaubt. Doch der Schwarzmarkt boomt, die Preise pro Kilogramm steigen bei begehrten Exemplaren in den vierstelligen Bereich. Wilderei bleibt daher ein großes Problem. Kenia setzt nun ein Zeichen gegen das Töten der Dickhäuter. Im Beisein von Weltstars wie Nicole Kidman, Leonardo DiCaprio und Elton John werden am morgigen Samstag in Nairobi 106 Tonnen illegales Elfenbein öffentlich verbrannt. Es wird die größte je auf einmal vernichtete Menge Elfenbein sein. Anlass ist ein Gipfeltreffen zum Schutz von Elefanten Ende des Monats in Kenias Hauptstadt.

Auf Einladung des Giants Club werden neben den Film- und Musikstars auch afrikanische Staatspräsidenten, internationale Regierungsmitglieder, Elefantenexperten und hochrangige Vertreter der Wirtschaft dabei, sein, wenn Stoßzähne gewilderter Elefanten sowie über 1,3 Tonnen Rhinozeroshorn in Flammen aufgehen. Kenia hatte bereits 1989 als erster Staat mit der Vernichtung von illegalem Elfenbein begonnen. Der damalige Präsident Daniel Arap Moi ließ zwölf Tonnen vernichten. 1991, 2011 und 2015 folgten weitere Verbrennungen.

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„106 Tonnen Elfenbein stehen für ein unfassbares Massaker an 5.000 bis 7.000 Elefanten“, sagt Birgit Hampl, Vorstandsmitglied des Vereins Rettet die Elefanten Afrikas (REA). „Mit der Zerstörung der Stoßzähne gibt Kenia ein unmissverständliches Zeichen, dass das Land niemals von illegalem Elfenbeinhandel profitieren wird, Elfenbeinschmuggel keine Zukunft hat und lebende Elefanten unendlich viel mehr wert sind als nur ihr Elfenbein.“

Studie zeigt dramatische EntwicklungDie Colorade State University hat eine Studie zur Wilderei in Afrika durchgeführt. Anhand seiner Daten schätzt das Untersuchungsteam, dass der illegale Handel mit Elfenbein zwischen 2011 und 2014 etwa 100.000 Elefanten das Leben gekostet hat. Die Population in Zentralafrika ist innerhalb eines Jahrzehnts um 64 Prozent gesunken. Grund für die verstärkte Wilderei ist vor allem eine starke Nachfrage aus China.

Der Giants Club erhofft sich vom Gipfeltreffen eine Signalwirkung. Er wurde von der Organisation Space for Giants und den Staatspräsidenten von Botswana, Gabun, Kenia und Uganda gegründet, um Politik, Wirtschaft und Umweltschützer zusammenzubringen und mit ihrem gebündelten politischen Willen und Kapital die letzten Elefantenpopulationen Afrikas zu schützen.

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