Endlich: Crowdfunding jetzt auch für Ökolandwirtschaft

Endlich: Crowdfunding jetzt auch für Ökolandwirtschaft

von Benjamin Reuter

Crowdfunding war bisher eher etwas für Technik-Startups. Nun gibt es in den USA die erste Plattform speziell für Food-Projekte.

Inzwischen lässt sich so ziemlich jedes Projekt im Netz finanzieren: Von eher verrückten Ideen wie leuchtenden Pflanzen, bis hin zu wirklich innovativen Projekten wie stromerzeugenden Straßen.

Neben den großen in den USA beheimateten Plattformen Indiegogo und Kickstarter, auf denen weit mehr als eine Millionen Nutzer im Monat unterwegs sind und sich als potenzielle Geldgeber anbieten, gibt es inzwischen auch viele kleine spezialisierte Crowdfunding- und Crowdinvesting-Anbieter.

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Unterstützung für den BiolandwirtDas Angebot im deutschsprachigen Raum reicht von Ecocrowd, Bettervest, Econeers bis hin zu Oneplanetcrowd. Sie alle haben aber eines gemeinsam: Auf ihnen finden sich eher Technikprojekte oder solche aus dem Bereich Social Entrepreneurship; also Geschäftsgründungen, die soziale Probleme lösen wollen.

Der Vorteil der Spezialisten ist offensichtlich: Statt auf den großen Plattformen mit Hunderten anderer Projekte zu konkurrieren, ist die Zielgruppe für die Startups hier eingegrenzt und meist für das jeweilige Projektgebiet aufgeschlossen.

Nun gibt es in den USA mit Barnraiser (was zu deutsch soviel wie Scheunenbauer bedeutet) auch eine Plattform speziell für Projekte im Bereich Landwirtschaft und Ernährung. Die Gründer, ein Winzer-Ehepaar aus Kalifornien, wollen damit die wachsende Anzahl ernährungsbewusster Menschen in den USA ansprechen und als Unterstützer gewinnen.

Aktuell sucht beispielsweise ein Landwirt Unterstützung, der auf Bioanbau umstellen will, eine Bäckerei hat einen mit Holz beheizten Ofen finanziert, zudem bittet ein Anhänger alter Obstsorten um Geld. Ein Stadtfarming-Projekt in Seattle hat gerade 30.000 Dollar für ein neues Gewächshaus eingeworben.

Bisher ist die Plattform, die vor einem Jahr startete, durchaus erfolgreich. Interessant dabei: Normalerweise vergeben Tech-Startups auf Crowdfunding-Plattformen Prototypen ihrer Entwicklung. Die Foodprojekte können nur mit vergleichsweise wenig spektakulären Obstkörben oder Gärtnerkursen als Gegenleistung für die Finanzierung punkten – dennoch scheinen die Angebote für die Geldgeber attraktiv.

Vier von fünf Projekten auf Barnraiser erreichten bisher ihr Finanzierungsziel. Im Schnitt sammelten die Projekte 12.000 Dollar ein. Gute Voraussetzungen also, um ein ähnliches Projekt auch in Deutschland zu starten.

Nachtrag: Tatsächlich entsteht derzeit eine ganz ähnliche Plattform wie Barnraiser auch in Deutschland. Unter erzeugerwelt.de können Interessierte demnächst auch für Food-Projekte hierzulande Unterstützung leisten.

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