Erderwärmung: 2012 wieder mit Hitzerekord

Erderwärmung: 2012 wieder mit Hitzerekord

von Benjamin Reuter

Die Erderwärmung pausiert - dennoch gibt es Zeichen für den Klimawandel. US-Forscher haben sie in einer aktuellen Studie zusammengetragen.

Es ist eine Art Vorgeschmack auf den nächsten großen Report des Weltklimarates, der im September veröffentlicht wird: Gestern hat die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) unter dem Titel "State of the Climate in 2012" (hier als PDF) eine Zusammenfassung des Klimawandels im Jahr 2012 vorgestellt.

Neue Daten präsentiert das 216-Seiten starke Dokument zwar nicht - es sind nur Ergebnisse aus bisher publizierten Studien enthalten. Dennoch ist die Bestandsaufnahme der Erde in Zeiten des Klimawandels beeindruckend. 384 Forscher haben zu dem Report beigetragen.

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Kathryn Sullivan, Chefin der NOAA, nennt den Report selbst einen "Pulscheck" für den Planeten Erde. Ihr wichtigstes Ergebnis: Trotz der seit mehr als zehn Jahren nicht mehr steigenden globalen Temperaturen gehörte auch das Jahr 2012 weltweit wieder zu den heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Außer 1998 war kein Jahr im 20. Jahrhundert wärmer als 2012. In ihrem Report wollen die Forscher nun "die Zeichen einer sich erwärmenden Welt" sammeln.

Mit diesem Ziel haben Sullivan und ihre Kollegen eine Unmenge an Daten für die einzelnen Weltregionen zusammengetragen, die zeigen, wie sich das Klima im Jahr 2012 entwickelt hat. Das sind die zehn wichtigsten Erkenntnisse:

1. In Teilen von Brasilien und Nordamerika kam es zu den den schlimmsten Dürren seit drei Jahrzehnten

2. In der afrikanischen Sahelzone, einem der größten Trockengebiete der Erde, fiel 2012 dagegen so viel Regen wie seit 50 Jahren nicht

3. Insgesamt setzte sich der Trend der vergangenen Jahre fort, dass es in trockenen Gebieten mehr regnet und in feuchten Regionen weniger

4. Im Gegensatz zu den Rekord-Temperaturen auf der Erde kühlte sich die Stratosphäre außergewöhnlich stark ab, das beeinflusst wiederum das Klima in Bodennähe

5. Die Temperaturen in den obersten 700 Metern des Ozeans blieben weiter auf sehr hohem Niveau, in größeren Tiefen heizte sich das Wasser weiter auf

6. Die Zahl der tropischen Wirbelstürme erhöhte sich 2012 nicht und lag sogar leicht unter dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Die Zahl der Stürme im Nordatlantik (u.a. Sandy) nahm allerdings zu

7. Schnee- und Eismengen am Nordpol und in der gesamten nördlichen Hemisphäre erreichten 2012 ihre niedrigsten Werte seit Beginn der Messungen

8. Vergangenen Sommer zeigte beinahe das gesamte Grönlandeis Zeichen von Abschmelzung - im Durchschnitt taut eigentlich nur ein Viertel der Fläche an

9. Das Eisvolumen in der Antarktis war dagegen so groß wie seit 1978 nicht mehr - insgesamt geht allerdings die Eismenge in der Arktis und Antarktis zurück

10. Die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre erreichte beinahe 400 ppm (parts per million). Klimaforscher glauben, dass sich die Erde ab einem Wert von 560 ppm so weit erwärmt hat, dass die Klimafolgen für die Menschen verheerend werden

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