Ernährung: Vegane Produkte erobern Supermärkte

Ernährung: Vegane Produkte erobern Supermärkte

von Thiemo Bräutigam

Vegane Ernährung ist im Trend, doch die Produkte sind teilweise schwer zu bekommen. Das Unternehmen Veganz und Edeka wollen das ändern.

Auf tierische Produkte zu verzichten, ist gar nicht so einfach. Bei Chips, Kosmetik oder Wein rechnen die meisten Kunden nicht mit tierischen Bestandteilen. Dennoch enthalten auch sie "Reste von Tier".

Verbraucher, die wirklich sicher gehen wollen, dass sie vegane Produkte kaufen, müssen auf die entsprechenden Siegel achten oder gleich bei einem rein veganen Anbieter kaufen. Doch die sind rar. Mit Veganz soll sich das ändern.

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Die nach eigenen Angaben erste Supermarktkette mit einem veganen Vollsortiment findet sich bislang in Hamburg, Essen, Frankfurt am Main, München, Leipzig und zwei Mal in Berlin. Damit sind zwar die großen Ballungsgebiete hierzulande abgedeckt. Vom eigenen Anspruch, „die vegane Lebensweise allen Menschen zugänglich zu machen“, ist Veganz jedoch noch weit entfernt.

Supermärkte suchen neue ZielgruppeOhne Mitstreiter ist ein so ambitioniertes Ziel nicht zu erreichen. Deshalb setzt Veganz-Geschäftsführer Bredack auf Kooperation: Nach eigenen Angaben ist Veganz bis jetzt an mehr als 300 Orten mit eigenen Regalen bei Kaisers Tengelmann, Globus und der Metro vertreten.

Der Schritt in den konventionellen Einzelhandel sei für das Unternehmen der richtige Weg, um noch mehr Menschen für tierfreie Produkten zu begeistern, sagt Jan Bredack, der das Unternehmen gegründet hat.

Das Modell scheint zu funktionieren. Mit der Edeka-Gruppe hat die vegane Supermarktkette jetzt einen weiteren starken Partner an der Hand. Ab Ende Juni werden gut 200 Veganz-Artikel in teilnehmenden Edeka-Filialen zu finden sein. Das Sortiment stellt sich jeder der rund 4.000 selbstständigen Edeka-Kaufleute selbst zusammen.

Ob sich die veganen Produkte neben konventionellen und meist günstigeren Artikeln durchsetzen, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die Zahl der Veganer und sogenannten „Flexi-Veganer“ kontinuierlich wächst.

Knapp eine Millionen Menschen ernähren sich in Deutschland vollkommen vegan. Fast acht Millionen bezeichnen sich als Vegetarier – etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) waren es 1983 höchstens 0,6 Prozent.

Für Veganz scheint sich das Geschäft mit den vegangen Produkten zu lohnen. Neun Supermarkt-Standorte in vier Jahren trotz vergleichsweise kleiner Zielgruppe sind ein ansehnlicher Erfolg. Im April präsentierte Gründer Bredack die neue Eigenmarke.

Damit liegt der Fokus nun verstärkt auf den Großhandelspartnern und dem Vertrieb eigener Produkte. Das eigene Edeka-Regal ist also ein großer Schritt in Richtung konventioneller Einzelhandel – aber wahrscheinlich nicht der Letzte.

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