Erstaunliche Studie: "Weitermachen wie gehabt" soll Treibhausgase reduzieren

Erstaunliche Studie: "Weitermachen wie gehabt" soll Treibhausgase reduzieren

von Tobias Finger

Neuen Erfindungen gegen Treibhausgase könnten überflüssig sein, wenn wir weiter an bewährten Lösungen arbeiten.

Studien zum Klimawandel und Treibhausgasen kommen beinahe wöchentlich heraus, allerdings hat nun eine Studie finnischer Wissenschaftler eine erstaunliche Schlussfolgerung: Es muss im Grunde nichts gemacht werden, um die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken.

Dem Report des europaweiten Think Tanks Sitra zufolge müssten lediglich bereits entwickelte und in bestimmten Ländern gut funktionierende Ansätze und Projekte weltweit ausgebaut werden, um bis zum Jahr 2030 die Treibhausgas-Emissionen um zwölf Gigatonnen jährlich zu reduzieren.

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Zwölf Gigatonnen weniger EmissionenDas entspricht einem Viertel der aktuellen jährlichen Emissionen und dem Dreifachen der Reduktion, die die Regierungen der Vereinten Nationen vor dem Klimagipfel in Paris als Ziel ausgegeben haben.

Oder anders ausgedrückt: Zwölf Gigatonnen Treibhausgase stoßen Europäische Union und USA zusammengenommen pro Jahr aus. Um die weltweiten Emissionen um diese Menge zu reduzieren, so die Rechnung der Forscher, müssten die Staaten noch nicht einmal große Investitionen aufbringen.

Demnach sieht die Studie jährliche Kosten von 94 Milliarden US-Dollar für die angedachten Lösungen vor. Demgegenüber stehen potentielle Netto-Einsparungen von 171 Milliarden US-Dollar. Die vorgeschlagenen Lösungen kategorisieren die Forscher folgendermaßen: erneuerbare Energien, Industrie, Transport, Gebäude und Haushalte, und Wälder und Landwirtschaft.

Vorbildlicher On Grid-Solar Ausbau in DeutschlandZu den vielversprechendsten Ansätzen für die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen zählen laut Sitra-Studie der Ausbau von On Grid-Solarenergie wie in Deutschland oder eine Einschränkung der weltweiten Abholzung von (Regen)Wäldern am Beispiel von Brasilien.

Des Weiteren benennen die Forscher die Aufforstung und Erhaltung vorhandener Waldgebiete wie beispielsweise in Ecuador, saubere Verbrennungsöfen wie China sie fördert und vergrößerte Energieerzeugung durch Windkraftwerke, wo Dänemark Vorbildliches leistet.

Diese Lösungen sind aber auch gleichzeitig die teuersten für Staatskasse und Steuerzahler.

Erhebliche Einnahmen dank weniger ProblemeAllerdings, so die Wissenschaftler, können die beschriebenen Ansätze für ein ordentliches Plus in den öffentlichen Haushalten sorgen, wenn die positiven Auswirkungen von vermiedenem Klimawandel, verringerter Luftverschmutzung, verbesserter Energiesicherheit und -effizienz sowie Ressourceneffektivität in die Rechnung einbezogen werden.

„Wir haben bereits Klima-Lösungen, die auf der Ebene einzelner Staaten funktionieren. Wie weit können wir es dann erst schaffen, wenn wir sie auf ein globales Level heben?“, fragt Mikko Kosonen, Präsident des Think Thanks. „Die Sitra-Studie zeigt, dass diese schon vorhandenen Lösungen einen großen Beitrag zum Erreichen des Emissions-Ziels leisten können, ohne enorme Kosten oder weltfremde Erfindungen.“

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