Festivaltrend Fahrraddisko: Bike for your Right to Party!

Festivaltrend Fahrraddisko: Bike for your Right to Party!

von Julia Schulte

Wer zur Fahrraddisko geht, muss nicht nur Energie zum Tanzen haben. Denn den Strom für Licht und Ton liefern die Gäste – per Fahrradkraftwerk.

Das erste Konzert, das dieses Jahr auf dem Hurricane Festival in Scheeßel, Niedersachsen, stattfinden wird, speist seinen Energiebedarf aus reiner Muskelkraft. Fünf Fahrräder stellt das Hamburger Unternehmen Morgenwelt Rocks, das schon ab Donnerstag eine kleinere Bühne auf dem Zeltplatz des Festivals betreibt, dafür auf.

Schwitzen beim Tanzen war gestern - hier müssen sich die Besucher schon ins Zeug legen, damit die Bands überhaupt spielen können.

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"Wenn die Musik lauter wird, merkt man das in den Beinen", sagt Björn Hansen, Gründer von Morgenwelt. Seine Räder sind hinten aufgebockt. Über Generatoren an den Radnaben wird Gleichstrom erzeugt, der dann in Wechselstrom umgewandelt und auf einen zentralen Generator übertragen wird. Der hat herkömmliche Steckdosenanschlüsse für Bühne, Licht und Ton.

Auf ganze 31 Stunden Spielzeit kommt das Line-Up auf der Nebenbühne beim Hurricane in diesem Jahr – über die ganze Zeit müssen Radfahrer den Strom liefern.

Ein Kilowatt Leistung mit FahrradkraftDurchschnittlich soll das Radler-Kraftwerk eine Leistung von einem Kilowatt liefern. An einem Tag kämen so rund 24 Kilowattstunden Strom zusammen. Finden sich nicht genug Freiwillige, geht die Musik nach kurzer Zeit aus. Mit Unterbrechungen dürfte aber nur zu rechnen sein, wenn zu viele Leute gleichzeitig wechseln.

Letztes Jahr war der Andrang beim Hurricane Festival so groß, dass die Festivalbesucher vor den Stromrädern Schlange standen und einige nur aufs Tanzen vertröstet werden mussten.

Björn Hansen möchte den Festivalbesuchern mit seinem Projekt auf spielerische Weise ihren Energieverbrauch zeigen. Zu seiner Veranstaltungsreihe Hamburger Fahrraddisko, die am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal in diesem Jahr in der Hansestadt stattfand, kamen schätzungsweise 120 Gäste.

Nur halb so viele wie beim ersten Mal im April, aber Hansen ist optimistisch, dass die Teilnehmerzahlen nach der WM wieder steigen.

Schließlich hat er noch einiges vor: Morgenwelt Rocks liefert den Strom für Veranstaltungsbühnen bei Nachhaltigkeits-Messen und Radler-Events. Weitere Fahrraddiskos sollen in Bremen, Hannover und Berlin stattfinden. Mit zehn Rädern kann das Unternehmen auch eine größere Bühne betreiben - am liebsten, so Hansen, eine bei jedem Festival in ganz Europa.

Wie die Fahrraddisko funktioniert, zeigt dieses Video:



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