Frage der Woche: Wann lohnt sich ein neues, stromsparendes Notebook?

Frage der Woche: Wann lohnt sich ein neues, stromsparendes Notebook?

von Felix Ehrenfried

Diese Woche gehen wir der Frage nach, wann sich ein neues und effizientes Notebook lohnt, um die Umwelt zu schonen.

In unserer Rubrik „Frage der Woche“ gehen wir regelmäßig einer spannenden Frage nach. Heute geht es darum, ab wann sich die Anschaffung eines neuen, energiesparenden Notebooks lohnt. Haben Sie auch eine Frage? Dann schreiben Sie uns an die Adresse green@wiwo.de.

Mobile Computer sind aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Egal ob im Büro, der Uni oder auch während der Ausbildung: Immer mehr Menschen setzen auf mobile Computer, der alte stationäre PC verliert zunehmend an Bedeutung. Experten des Markforschungsinstituts IDC vermuten, dass der Absatz von stationären PCs bis 2016 nur äußerst schleppend mit einem Wachstum von rund einem Prozent vorangehen wird, während der gleiche Wert für Notebooks bei rund 30 Prozent liegen soll.

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Dementsprechend umkämpft ist der Markt für die mobilen Rechner. Dabei wird die Laufzeit von Notebooks zum immer wichtigeren Verkaufsargument. Während vor wenigen Jahren eine Akkulaufzeit von rund zwei Stunden noch mehr als ordentlich war, lässt sich der Kunde heute nicht mehr mit Akkuleistungen unterhalb von fünf Stunden abspeisen. Nicht selten versprechen Hersteller acht Stunden und mehr.

Möglich machen diesen Leistungssprung vor allem immer effizientere und damit stromsparendere Komponenten im Inneren des Rechners. Das Herz eines jeden Computers, der Prozessor, passt sich heutzutage an das Verhalten des Nutzers an. Surft der nur im Internet oder bearbeitet ein Dokument, fährt der Rechner seine Leistung runter und spart Strom. Geht es um aufwändigere Aufgaben, wie Spielen oder Filme anschauen, geht die Leistung wieder hoch.

Solch eine Technik ist ein Beispiel dafür, wie Notebooks immer energiesparender werden. Da stellt sich beim umweltbewussten Nutzer schnell die Frage: Lohnt es sich einen neuen, stromsparenden Laptop zu kaufen und den alten Stromfresser abzustoßen, um die Umwelt zu schonen?

Dieser Frage sind vor wenigen Monaten Experten des Freiburger Öko-Instituts und des Fraunhofer-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes nachgegangen. Die Studie mit dem Titel "Zeitlich optimierter Ersatz eines Notebooks unter ökologischen Gesichtspunkten" steht hier zum Download bereit.

Notebooks arbeiten stromsparender, Herstellung bleibt energieaufwendigZunächst nehmen die Experten an, dass neue Notebooks stromsparender im Betrieb sind, die Herstellungskosten und die damit verbundenen Umweltbelastungen jedoch ungefähr gleich bleiben. Ab wann lohnt sich also eine Neuanschaffung, wenn der Herstellungsprozess mit in die Rechnung einfließt?

Dazu berechnen die Experten, wie viele Jahre es bei einem effizienteren Notebook dauern würde, bis er die Umweltverschmutzung durch seine Herstellung durch effizientere Technik während der Nutzung ausgleicht und schlussendlich besser dasteht als ein älteres Modell. Die Erkenntnis: Im Rahmen einer normalen Nutzungsdauer von Computern und Notebooks von rund fünf Jahren liegen die Werte nicht.

Nimmt man beispielsweise an, dass ein neues Notebook rund 20 Prozent effizienter im Betrieb ist als das alte Modell, dauert es zwischen 17 und 44 Jahren, bis sich dieser Effiziengewinn positiv auf die Umweltbilanz auswirkt. Erst bei einer um 70 Prozent effizienteren Technik lohnt sich eine Neuanschaffung, je nach Typ des alten Notebooks, nach frühestens fünf Jahren.

Doch ist solch eine Effizienzsteigerung von mehr als 50 Prozent in einem recht kurzen Zeitraum von fünf Jahren kaum denkbar. Davon abgesehen: Viele Menschen ersetzen ihre Rechner wesentlich früher. Spätestens nach drei bis vier Jahren sind viele Notebooks derart veraltet, dass sie mit aktueller Software nicht mehr ausreichend zurechtkommen. Das schont die Umwelt also nicht, auch wenn das neue Notebook strompsarender ist.

Ähnlich sieht es bei weiteren Analysen der Experten aus. Auch wenn der Nutzer mit einem neuen Gerät beispielsweise nur im Eco-Modus arbeitet, um wenig Strom zu verbrauchen - die Neuanschaffung lohnt sich frühestens nach sechs Jahren.

Auch wer Grenzen des technisch Machbaren ausschöpft tut der Umwelt wenig GutesSo ist die ernüchternde Erkenntnis der Experten, dass es nicht sinnvoll ist, "sich bereits nach wenigen Jahren ein neues Notebook anzuschaffen, selbst wenn dessen angenommene Energieeffizienz die Grenzen des technisch Machbaren ausschöpft."

Um der Umwelt also etwas Gutes zu tun, sollte man möglichst lange mit dem alten Gerät arbeiten und auch nachdem es schlapp gemacht hat darauf achten, wo das Gerät hingeht. Denn eine fachgerechte Entsorgung und Recycling hat einen großen Anteil an der Umweltbilanz des alten Geräts. Je besser und umfangreicher recycelt, desto weniger belastend für die Umwelt. Dann schmerzt eine Neuanschaffung dem grünen Gewissen vielleicht etwas weniger.

Alte Rechner sind aber zumeist noch nicht so kaputt, dass sie zum Recycling müssen. Das Netzwerk Labdoo verfrachtet mit zunehmendem Erfolg ausrangierte Rechner in Schulen in Entwicklungsländern. Mehr dazu hier.

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