Frankreichs Häuser werden grün: Dächer müssen künftig bepflanzt sein

Frankreichs Häuser werden grün: Dächer müssen künftig bepflanzt sein

von Susanne Ehlerding

Ein neues Gesetz schreibt vor, dass Dächer von Gewerbebauten künftig entweder Gärten oder Solarpaneele tragen müssen.

Alle Neubauten in französischen Gewerbegebieten müssen künftig entweder ein begrüntes Dach haben oder mit Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie ausgestattet sein. Das hat die französische Regierung in einem neuen Gesetz festgelegt.

Ursprünglich war die Forderung der Umweltbewegung gewesen, die Dächer aller Neubauten zu begrünen. Nun gilt das Gesetz nur für Gewerbebauten. Die Bauherren können wählen, ob sie Dächer bepflanzen oder darauf lieber Solarpaneele oder Windräder installieren wollen.

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Dachgarten kühlen heiße LuftEine Beschränkung auf Gewerbegebiete macht Sinn: „Besonders wirksam fürs Stadtklima sind Dachgärten in Gebieten mit lockerer Bebauung und viel Gewerbe und Industrie.

Denn von den niedrigen Hallendächern kann die kühle Luft am besten dorthin strömen, wo sich Menschen aufhalten: am Boden“, sagt Heike Stock von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin.

Auch in der kanadischen Stadt Toronto sind grüne Dächer im Industrie- und Wohnungsbau seit 2009 Pflicht.

Dachgärten wirken sich positiv auf das Stadtklima aus, weil sie Regenwasser konservieren. Wenn das Wasser verdunstetet, kühlt es die Luft.

Diese Wirkung ist erwünscht: Städte sind Wärmeinseln und nun kommt noch der Klimawandel hinzu. Nach Prognosen von französischen Meteorologen wird in Berlin im Jahr 2100 ein Klima wie in Rom herrschen.

Fahrende Gärten sollen Schadstoffe neutralisierenAußerdem fördern Dachgärten die Biodiversität und wirken isolierend auf das oberste Geschoss eines Gebäudes. Dadurch muss weniger Energie fürs Heizen oder Kühlen verwendet werden.

Ein spanisches Startup will sogar ganze Buskolonnen bepflanzen, um Schadstoffe aus der Luft zu filtern.

Bei Dachgärten gilt Deutschland als einer der Vorreiter weltweit, schreibt die Deutsche Bundestiftung Umwelt. Wie viele Dachgärten es sind, weiß allerdings niemand so genau.

In einem aktuellen Projekt entwickelt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt deshalb eine Methode, um vorhandene Dachgärten und geeignete Flächen aus der Luft zu erkennen. Später sollen die Daten Kommunen und Architekten zur Verfügung gestellt werden.

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