Fundament mit Stoßdämpfer: US-Ingenieure bauen erdbebensicheres Wohnhaus

Fundament mit Stoßdämpfer: US-Ingenieure bauen erdbebensicheres Wohnhaus

von Anna Gauto

Stanford-Wissenschaftler haben eine Technologie erfolgreich getestet, die Häuser nicht einstürzen, sondern gleiten lässt.

Nur 15 Sekunden lang schüttelte sich die Erde am 17. Oktober 1989. Doch das reichte, um 18.000 Häuser in Schutt zu legen. 62 Menschen ließen ihr Leben, 3.000 weitere wurden verletzt. Das Loma-Prieta-Erdbeben in der Bucht von San Francisco ging als stärkstes Beben seit 1906 in die Geschichte der Region ein.

25 Jahre später haben Ingenieure der Universität Stanford ein Haus gebaut und erfolgreich getestet (siehe Video unten), dem das Loma-Prieta-Beben nichts anhaben würde. Auf ihrem Simulator setzten sie es Stößen aus, die sogar drei Mal stärker waren als 1989. Damals hatte die Richterskala einen Wert von 6,9 angezeigt.

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Wie das gehen soll? Unter dem Fundament ihres kastenförmigen, einstöckigen Gebäudes hat das Stanford-Team „seismische Isolatoren“ angebracht. Diese Gleiter aus Stahl und Kunststoff haben einen Durchmesser von etwa elf Zentimetern. „Mit seismischer Isolierung wollen wir das Haus von der Schwingung der Erde entkoppeln“, sagt Ingenieur Eduardo Miranda. Anstatt einzustürzen, gleitet das Gebäude hin und her, wenn der Boden sich bewegt.

Außerdem, so Miranda, seien die Wände ganz besonders stabil, denn das Haus hat das Team im „Unibody-Design“ gebaut. Das Prinzip, mit einem festen einteiligen Hohlkörper zu arbeiten, nutzen auch Automobilhersteller. Apple verwendet die Methode beispielsweise für seine Notebooks.

Auf diese Weise sollen auch starke Erschütterungen die Häuser der leidgeprobten Westküstenbewohner nicht beschädigen. Seismische Isolatoren sind zwar schon im Einsatz – etwa am Flughafen von San Francisco, allerdings seien sie kostspielig, so die Stanford-Forscher.

Miranda und sein Team wollen die Technologie durch günstigere Materialien und reduzierte Isolatoren nun auch für den privaten Wohnbereich erschwinglich machen. Sie schätzen, dass es zwischen 10.000 und 15.000 US-Dollar kosten und vier Tage dauern würde, einen Neubau mit ihren Erdbeben-Gleitern zu versehen.

Verglichen mit den Summen, die die Kalifornier für Erdbebenversicherungen ausgeben – die Seite News Stanford nennt einen Durchschnitt von 676 Dollar im Jahr 2013 – und dem Zugewinn an Sicherheit, hätte sich die Investition bald amortisiert.

 

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