Gegen Abgase: Mexikaner entwickelt Biofilter aus Erdnüssen

Gegen Abgase: Mexikaner entwickelt Biofilter aus Erdnüssen

von Peter Vollmer

Kleine Pilze und Bakterien in Erdnussschalen wirken wie ein Biofilter und können Industrieabgase zersetzen.

Raul Pineda Olmedo mag Erdnüsse. Vor allem die Schalen haben es dem mexikanischen Biotechniker angetan. An der Nationalen Universität UNAM forscht er schon länger an der leckeren Hülsenfrucht und ihrer Hülle.

Dabei fiel ihm auf, dass die Mikroorganismen, die an und in der Schale leben, eine besondere Eigenschaft haben: Sie können die Luft reinigen. "Die Erdnussschale ist geeignet, denn sie ist natürlicherweise hohl und hat eine große Fläche, die mit der Luft in Kontakt kommt. Das begünstigt die Entwicklung solcher Mikroorganismen", erklärt Olmedo.

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Die Kleinstlebewesen können unter bestimmten Umständen Methanol oder Lösungsmittel aus der Luft filtern. Wobei filtern das falsche Wort ist, vielmehr zersetzen die Mikroorganismen die chemischen Rückstände.

Bislang gibt es nur einen Prototypen. In diesem Biofilter werden die kleinen Helfer in den Schalenresten so kultiviert, dass sie die Giftstoffe in CO2 und Wasser zersetzen können.

Laut Olmedo könnte sein Filter in den Schornsteinen von Fabriken verwendet werden, die Lösungsmittel oder Farbe herstellen. Bislang wird dort etwa mit energieintensiven Kühlelementen gearbeitet, welche die Lösungsmittel kondensieren lassen.

Biofilter soll nun kommerzialisiert werdenKünftig könnten Erdnussreste, die in vielen Ländern einfach verbrannt werden, als geeigneter Biofilter genutzt werden. Optisch ähnelt der Prototyp einer Abzugshaube.

Noch braucht der Filter aber eine geeignete Temperatur, damit sich die Mikroorganismen entwickeln können. Olmedo sucht nun nach einem Partner, der die Erfindung vermarkten kann. Wobei ihm das Geld nicht so wichtig ist, dass er den Bauplan nicht auch Studenten zur Verfügung stellen will: Sie sollen seinen Erdnussfilter replizieren.

Allerdings sollte man das Innenleben nicht öffnen. Einige der Organismen, etwa der Pilz Fusarium, sind alles andere als appetitlich.

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