Getreide statt Gips: Start-up entwickelt kompostierbare Wände

Getreide statt Gips: Start-up entwickelt kompostierbare Wände

von Marius Hasenheit

Wände aus Gips müssen im Sondermüll entsorgt werden, Getreide als Rohstoff hingegen ist eine grüne Alternative.

Gipsplatten sind die heimlichen Herrscher moderner Innenräume: Sie teilen so ziemlich alle Zimmer in Neubauten, sobald keine tragende Wand von Nöten ist. Beim Bau dieser Wände fallen in Deutschland allein etwa eine halbe Million Tonnen Verschnitt an.

Das Delikate daran: Da der Baustoff Gifte wie Sulfate ausdünsten kann, müssen die Plattenreste in den Sondermüll. Das britische Start-up Adaptavate hat dafür eine Lösung gefunden. Das Produkt „Breathaboard“, wörtlich übersetzt: die atmende Platte, soll das Raumklima verbessern statt zu vergiften.

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Dafür hat das Unternehmen ein neues Material ausprobiert: Die Platten bestehen nicht aus Gips, sondern zu 75 Prozent aus Getreide-Abfällen der Landwirtschaft. So nutzt Adaptavate Müll als Grundlage und muss keine Anbauflächen für die neuartigen Wände schaffen. Zuden müssen der Verschnitt und die alten Wände nicht als Sondermüll entsorgt, sondern einfach nur kompostiert werden.

Feuerresistent und dämmendGleichzeitig sind die Wände nach Angaben von Adaptavate auch feuerresistent und dämmen die Lautstärke. Das Start-up verspricht zudem, dass die Wände nicht schimmeln, weil sie atmungsaktiv sind: Bei hoher Feuchtigkeit nehmen sie diese auf, bei niedriger Feuchtigkeit hingegen soll diese wieder in die Luft abgegeben werden. So sollen auch die Fälle von Asthma, die durch Schimmel in den eigenen vier Wänden entstehen, vermieden werden.

Ob das stimmt, wird sich bei Gebrauch noch zeigen müssen: Noch ist Breathaboard nur eine Idee, die massenhafte Produktion steht noch aus.

Trotzdem kann das Start-up chon erste Erfolge vorweisen: Mit seiner alternativen Wandverkleidung konnte Adaptavate kürzlich auch die Jury des Green Alley Awards überzeugen. Das Unternehmen erhielt Geld- und Sachleistungen im Wert von bis zu 20.000 Euro und kann nun ein halbes Jahr umsonst in einem Co-Workingspace in Berlin arbeiten, um seine Idee weiterzuentwickeln.

Breathabord im Video:

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