Grüne Alarmanlage: Wie Ihr Garten Sie vor gefährlichem Ozon warnt

Grüne Alarmanlage: Wie Ihr Garten Sie vor gefährlichem Ozon warnt

von Thiemo Bräutigam

Manche Pflanzenarten zeigen auf ihren Blättern erhöhte Ozon-Konzentrationen an. Damit wird der Garten zum Warnsystem.

An den Folgen von Luftverschmutzung sterben heutzutage weltweit mehr Menschen als an AIDS und Malaria zusammen. Die OECD rechnet wegen der Krankheits- und Todesfälle mit Kosten von 3,5 Billionen US Dollar – pro Jahr!

Allein in Deutschland sterben jährlich mehr als 40.000 Menschen an den gesundheitlichen Folgen von Luftschadstoffen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 kamen 3648 Menschen bei Verkehrsunfällen in Deutschland ums Leben.

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Gefahr vor allem im SommerZu den Stoffen, die unsere Gesundheit gefährden können, gehört auch Ozon. Während das Gas als Ozonschicht vor ultravioletter Strahlung durch die Sonne schützt, kann es in Bodennähe und hoher Konzentration zur Gefahr werden. In der EU gilt eine Konzentration von ungefähr 200 Mikrogramm pro Kubikmeter als gesundheitsgefährdend.

Dann treten Symptome wie Tränenreiz, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, verstärkter Hustenreiz und eine Verschlechterung der Lungenfunktion auf. Bei langanhaltender Erhöhung der Konzentration in der Atemluft steigt das Risiko, an Atemwegserkrankungen zu sterben. Besonders gefährlich ist das Bodenozon für Risikogruppen, wie Menschen mit Atemwegserkrankungen, ältere Menschen und Kleinkinder.

Bodennahes Ozon entsteht vor allem in den heißen Sommermonaten, wenn die Luft wetterbedingt schlecht entweichen kann. Ursache ist in erster Linie die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdgas und Erdöl in Kraftwerken und im Straßenverkehr. Denn bei der Verbrennung entstehen Stickoxide, die wiederum als Vorläuferstoffe die Ozonbildung befördern.

Doch wie können sich Stadtbewohner gegen Ozon wappnen?

Der Garten als AlarmanlageForscher am National Center for Atmospheric Research (NCAR) in den USA haben eine Lösung entwickelt, die sie den „Ozon Garten“ nennen. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass bestimmte Pflanzenarten mit sichtbaren Merkmalen auf erhöhte Ozonkonzentrationen reagieren. Anders ausgedrückt: Bohnen, Kartoffeln, Wein und zahlreiche Garten- und Balkonpflanzen können vor Luftschadstoffen warnen.

Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass es ozonsensible Pflanzen gibt, die typische Anzeichen einer zu hohen Ozonbelastung zeigen. Drei Indikatoren haben alle Pflanzen gemeinsam: Kleine, gleichmäßig verteilte lilafarbene bis schwarze Punkte oder Tüpfel auf der Oberseite des Blattes. Die Blattadern zeigen hingegen keine Verfärbungen. Besonders auffällig ist der Indikator bei schon älteren, tiefer hängenden Blättern.

Gärtner sollen Fotos einsendenZu den ozonsensiblen Pflanzen gehören Sträucher wie Brombeeren und Himbeeren, aber auch Bäume wie die Roteiche, manche Erlen oder die Weymouth-Kiefer. Eine Liste stellt das US-Innenministerium auf seiner Nationalpark-Info-Homepage zur Verfügung. Leider sind viele der dort vorgestellten Arten nur in Nordamerika heimisch.

Die Raumfahrtbehörde Nasa bittet sogar um Mithilfe bei der Forschung. Sie fordert Gärtner dazu auf, bei Verdacht auf Ozonschäden Fotos einzusenden – samt Angaben zu Ort, Zeit und Umgebung. Im Gegenzug stellt die Raumfahrtbehörde eine andere interessante Übersicht zur Verfügung. Nämlich eine Liste der Pflanzen mit den besten Luftreinigungseigenschaften für den Haushalt – frei nach dem Motto: Was in einer Raumstation funktioniert, klappt auch Zuhause.

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