Grüne Mode: Drei spannende Ideen für den Winter

Grüne Mode: Drei spannende Ideen für den Winter

von Peter Vollmer

Kapuzenjacken aus Yak-Wolle, vegane Lederschuhe, Strickgarn ohne Schadstoffe. Wir stellen drei besonders interessante Ideen aus der Welt der Grünen Mode vor.

Grüne Mode findet sich mittlerweile auf nahezu jeder Crowdfunding-Plattform, teils zu absurden Preisen, teils mit gruseligen Designs. Dazwischen geht manch' schönes Stück leider unter. Wir stellen drei Ideen vor, die nicht nur warm halten, sondern auch modisch in den nächsten Frühling tragen – wenn sie genug Unterstützer finden.

Lhasa Hoodie - Die weiche Yak-Jacke

Gerade im Winter ist der Zwiebel-Look sehr beliebt. Dann  greifen viele Menschen gern zum Hoodie. Hierzulande mausert er sich zur Ziviluniform von Online-Journalisten, der französische Designer Roger Guanine will die Kapuzenjacke aber lieber in ein Symbol für nachhaltige Kleidung verwandeln. Derzeit versucht er, per Kickstarter einen Hoodie aus Yak-Wolle zu finanzieren.

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Die Wolle bezieht er von tibetanischen Yak-Hirten. Der "Lhasa Hoodie" soll ihnen ermöglichen, ihre traditionelle Lebensart als Nomaden fortzuführen. Das Material bietet viele Vorteile: Es löst keine Allergien aus und ist laut Guanine so warm und weich wie Cashmere.

Die 450 Gramm leichte Jacke kostet 135 Euro für Herren, Damen kommen etwas günstiger weg. Spätestens im Februar 2015 sollen die Hoodies ausgeliefert werden. Wobei Guanine warnt: Wenn er nicht genügend Yak-Hirten finde, könne er vielleicht nicht allen Bestellungen nachkommen. Außerdem würden die Hoodies am Webstuhl per Hand gestrickt, das sei mehr Kunst als Handwerk und könne eben auch mal länger dauern.

FreiVon - Vegane Leder-SchuheSarah Pollinger und Paul Stüssel stehen hinter "FreiVon" und stellen nachhaltige Schuhe her. Gerade trendige Stoffschuhe gibt es bereits in veganen Öko-Varianten – Lederschuhe allerdings kaum. Das wollen die beiden nun ändern und über Startnext einen umweltfreundlichen, veganen Lederschuh finanzieren. Im Gegensatz zu klassischem Kunst(stoff)-Leder besteht das "FreiVon"-Material aus 40 Prozent erneuerbaren Rohstoffen und wird CO2-neutral hergestellt, so die Vision. Das mache den Schuh auch atmungsaktiver, sind die Gründer überzeugt. Und dennoch ist der vegane Lederschuh nur ein Meilenstein hin zu ihrem großen Ziel: Dem ersten Cradle-to-Cradle-Schuh, also einem komplett wiederverwertbaren Treter.

Die Schuhe werden übrigens in Deutschland hergestellt, in Pirmasens. Für 500 Euro spendiert FreiVon eine Reise mit Übernachtung nach Pirmasens, wo man zuschauen kann, wie der eigene Schuh entsteht – und diesen natürlich gleich mitnehmen darf. Also keine Kinderarbeit in Ausbeuterfabriken. Offensichtlich unfair ist einzig, dass es das Modell vorerst nur als Damenschuh geben wird. Ein Paar kostet 150 Euro, spätestens im Frühling will FreiVon die ersten Schuhe ausliefern.

 Vegarn - Fair stricken

Nichts hält so warm wie Omas Pulli. Der sieht zwar manchmal fragwürdig aus, ist aber mit Liebe und selbst gestrickt. Wie allerdings die Wolle hergestellt wurde, ist eine andere Sache: Knäuel zu finden, die biologisch einwandfrei gefärbt wurden, ist schon schwer genug. Wenn man dann noch sicherstellen will, dass die Woll-Produzenten artgerecht gehalten wurden oder man nur mit veganem Garn stricken will, wird es eng.

Marlin Oeing möchte daher einen Onlineshop für fair produziertes, schadstofffreies und veganes Strickgarn gründen. Erste Kontakte zu Spinnereien und Färbereien hat sie bereits geknüpft, nun will Oeing aber auch Fasern und Farben ausgiebig testen, bevor diese ins Sortiment kommen. Damit will sie schon in diesem Winter beginnen – wenn sich beim Crowdfunding genug Unterstützer finden. Als Belohnung winken unter anderem ein von Oeing selbst gekochtes veganes Dinner, die Möglichkeit, verschiedene Garn-Fasern zu testen oder sogar ein Anteil am Unternehmen.

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