Haus schmust Landschaft: Designhotel für Einsamkeits-Touristen in Norwegen

Haus schmust Landschaft: Designhotel für Einsamkeits-Touristen in Norwegen

von Nora Marie Zaremba

Ein luxuriöses Hotel soll Urlauber in der kargen Felslandschaft der Lofoten in Norwegen beherbergen.

Die Lofoten sind eine Gruppe von etwa 80 Inseln vor der Küste Norwegens – 100 bis 200 Kilometer nördlich des Polarkreises im Atlantik gelegen. Wer hier Urlaub macht, dem peitscht der Seewind rau ins Gesicht.

In diese mystische Kulisse aus Nebelschwaden und Felsen passt das neue Hotel-Projekt des norwegischen Architektenbüros Snøhetta perfekt hinein. Denn wie sich das längliche und runde Gebäude an die scharfkantigen Felsen schmiegt, erinnert es an eine überdimensionale Schlange.

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Geplant ist, eine Gebäudeseite gegen eine Felswand zu bauen. So ist das Hotel vor dem Wind geschützt. Die Dächer und Fassaden sind mit Solarmodulen ausgestattet und große Glasfronten bringen viel Licht ins Innere.

Viel Abwechslung in der EinsamkeitAbends ausgehen ist nicht möglich, denn um das Hotel herum gibt es nur Felsen. Damit den Touristen nicht langweilig wird, soll es auf einer Fläche von 11.000 Quadratmeter nicht nur Hotelzimmer und Appartments geben, sondern auch diverse Spas, mehrere Restaurants und ein Amphitheater. Ein kleiner Strand ist auch vorgesehen, da sich das Hotel bis zum Wasser strecken wird.

Der Komplex wird an der einzigen Touristen-Route der Lofoten liegen – der knapp 190 Kilometer langen Aurlandsfjellet-Strecke. Entlang dieser Route haben die Architekten von Snøhetta 2007 bereits ein Projekt verwirklichen können: einen kreisrunden, aus Stein gebauten Aussichtspunkt ähnlich eines Amphitheaters nahe des Fischerdörfchens Eggum.

Der Ort Eggum ist ein beliebtes Touristenziel, da die Nordlichter von hier aus besonders gut zu sehen sind. Die örtliche Gemeinde hat sich damals für den Entwurf von Snøhetta entschieden, weil „das Projekt das Gefühl des Ortes unterstreicht."

Das Architektenbüro Snøhetta ist mit Projekten auf der ganzen Welt vertreten. Sein Markenzeichen: Die Gebäude gehen immer einen Dialog mit der Landschaft ein.

Abseits der üblichen Touristen-ZieleDie Inseln der Lofoten sind über Brücken mit dem Festland verbunden, und auch per Schiff zu erreichen. Touristen kennen die Inseln nur in der Sommersaison zwischen Mai und August. Im Sommer geht die Sonne wochenlang nicht unter.

Beliebte Ziele sind die Hauptstadt Svolvær, die gerade einmal 4200 Einwohner hat, sowie mehrere kleine Fischerdörfer. Die Besucher kommen mehrheitlich aus Deutschland.

Abseits dieser Dörfer aber herrscht Ruhe. Projekte wie in Eggum und auch das neue Hotel sollen helfen, dass auch die weniger erschlossenen Landschaften der Lofoten besucht werden. Das Hotel soll bis Anfang nächsten Jahres fertig sein. Wie viel es kosten wird, steht noch nicht fest.

Das Projekt auf den Lofoten reiht sich damit in einen Trend zum nachhaltigen Tourismus in abgelegenen Gegenden ein. Auch in der Einöde des Kaukasus entsteht derzeit ein ähnlich ambitioniertes Designhotel.

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