Heizung: Wie Verbraucher die Kosten senken können

Heizung: Wie Verbraucher die Kosten senken können

von Wolfgang Kempkens

Viele Verbraucher wissen nicht, dass neue Heizungstechnik Geld spart, zeigt eine Studie. Wir haben sieben Tipps gesammelt, wie jeder seine Kosten senken kann.

Fast jeder fünfte deutsche Hausbesitzer weiß, dass seine Heizungsanlage älter ist als 20 Jahre und damit in absehbarer Zeit reif für den Schrottplatz, weil die Grenzwerte im Abgas nicht mehr einzuhalten sind. Das sind immerhin 18 Prozent der Bevölkerung - die wahre Anzahl alter Heizungen liegt aber sogar noch höher.

Dennoch ist die Neigung, den Kessel vorzeitig auszutauschen, gering. Bei einer repräsentativen Umfrage, die die Messe Frankfurt im Vorfeld der Internationalen Sanitär- und Heizungsmesse (ISH) in Auftrag gab, begründeten 63 Prozent der Befragten ihre Zurückhaltung beim Austausch ihrer Heizungsanlage damit, dass die Kosten zu hoch seien. Dabei hatten die Fragesteller zuvor ausdrücklich darauf hingewiesen, dass neue Technik bis zu 50 Prozent der Kosten einsparen könne.

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Ursache des Investitionsstaus könnte sein, dass 45 Prozent der Befragten den Anteil der Heizungs- und Warmwasserkosten an ihren gesamten Nebenkosten bei weitem zu niedrig einschätzen. Nur jeder Dritte lag hier richtig.

Dass der Austausch alter Kessel, die einen hohen Energieverbrauch haben, gegen neue Anlagen stockt, liegt auch daran, dass die Möglichkeiten der staatlichen Förderung zu unübersichtlich seien. Das sagten 44 Prozent. 35 Prozent finden das Angebot an Lösungen zu unübersichtlich und 18 Prozent vermissen fachliche Beratung.

Auf Dauer rentiert sich neue TechnikTatsächlich gibt es zahlreiche Systeme, deren Anschaffungskosten um viele 1000 Euro auseinanderklaffen. Einige der teuren Lösungen erweisen sich auf Dauer allerdings als preiswerter, weil sie einen geringeren Energieverbrauch haben, die laufenden Kosten also niedriger sind. Das macht sich vor allem dann positiv bemerkbar, wenn die Energiekosten weiter steigen, was kaum vermeidbar sein wird.

Selbst das Ausweichen auf Pelletöfen, die in der Anschaffung zu den Spitzenreitern beim Preis zählen, drückt die Kosten trotz der derzeit günstigen Preise für Brennmaterial nicht unbedingt nachhaltig. Die Nachfrage nach Holz steigt ständig. Daher kann man erwarten, dass auch die Pellets, wurmartige Presslinge aus Holz, ständig teurer werden.

Wer vor einem Kesseltausch steht, sollte sich von einem erfahrenen Heizungsbauer beraten lassen. Auf der ISH, die am 12. März beginnt, ist einer der Schwerpunkte die kostengünstige Bereitstellung von Heizungswärme und Warmwasser.

Um Kosten für Heizung und Warmwasser zu sparen, muss man aber nicht gleich die gesamte Heizungsanlage austauschen. Hier sind sieben Tipps was noch geht:

1. Ein alter Tipp, der aber einfach umzusetzen ist: Wer einen etwas dickeren Pullover anzieht, kann den Heizungsthermostat um ein Grad herunterdrehen. Das spart fünf Prozent der Kosten oder mehr ein.

2. Heizungsanlagen sollten jährlich gewartet werden. Dann arbeiten sie effektiver.

3. Eigentlich auch klar, wird aber oft vergessen: Unkontrolliertes Lüften, etwa das Kippen eines Fensters für längere Zeit, kostet viel Geld, vor allem, wenn sich darunter ein Heizkörper befindet. Dann heizt man buchstäblich zum Fenster hinaus. Besser ist es, kurz und heftig zu lüften, das Fenster also richtig aufreißen.

4. Alte Umwälzpumpen, die die Heizkörper mit warmem und heißem Wasser versorgen, verbrauchen pro Jahr Strom für bis zu 100 Euro. Mit modernen Pumpen, die sich selbstständig dem jeweiligen Bedarf anpassen, reduzieren sich die Kosten um bis zu 80 Prozent.

5. Die Energiekosten sinken auch durch einen so genannten Hydraulischen Abgleich. Dazu müssen die Heizkörperventile ausgetauscht werden. Beim Abgleich wird die Wassermenge, die maximal durch den Heizkörper strömen kann, dessen Größe angepasst. Wegen der hohen Kosten für den Austausch der Ventile rentiert sich das erst nach einer Reihe von Jahren

6. Mit Solarkollektoren auf dem Dach lassen sich die Warmwasserkosten im Sommer fast auf Null herunterdrücken, vorausgesetzt, es gibt einen ausreichend großen, gut isolierten Vorratstank. Eine Nachrüstung ist bei Heizungsanlagen, die älter sind als zehn Jahre, oft nicht möglich, zumindest aber sehr aufwendig.

7. Wer eine Erdgasheizung hat, kann durch den Wechsel des Anbieters eine Menge Geld sparen, zumindest im ersten Jahr. Denn die Gasverkäufer locken Kunden mit Bonuszahlungen an. Im zweiten Jahr und danach kann es dann im Extremfall sogar teurer werden als vor dem Wechsel. Durch sorgfältige Preisvergleiche an Hand der Internetseiten der Anbieter lassen sich solche Fallen aufspüren. Aber Achtung: Auf Preisvergleichsportalen finden sich häufig veraltete Daten.

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