Intelligente Insektenfalle: Mit Drohnen und High-Tech gegen das Zika-Virus

Intelligente Insektenfalle: Mit Drohnen und High-Tech gegen das Zika-Virus

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Forscher Ethan Jackson stellt eine Mückenfalle in Harris County, Texas auf. (Foto: Microsoft)

von Daniela Becker

Microsoft arbeitet an einer Insektenfalle, deren Sensoren gefährliche Mücken automatisch erkennen. So sollen sich Krankheiten wie das Zika-Virus nicht ausbreiten können.

Das Zika-Virus, das bei Kindern im Mutterleib schwere Hirnfehlbildungen verursachen kann, ist weiter auf dem Vormarsch. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts breitet sich das Virus in 50 Ländern in Mittel- und Südamerika aus, auch in Florida (USA) wurden offenbar erste Fälle registriert. Darüber hinaus kommen Zika-Infektionen im tropischen Afrika, Asien und auf den Inseln des Pazifischen Ozeans vor.

Im Februar hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zika-Ausbrüchen zu einer "Gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. Bislang gibt es weder einen Impfstoff noch Medikamente, mit dem sich Zika-Virus-Infektionen gezielt behandeln lassen.

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Große Erwartungen weckt deswegen eine neuartige Insektenfalle, die gerade in den USA getestet wird. Die Neuentwicklung, von der sich Forscher im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Erreger Großes erhoffen, stammt nicht etwa von einem Pharmariesen oder Konzern aus dem Gesundheitswesen, sondern vom Computerhersteller Microsoft. Die Forscher des Konzerns hatten während des Ebola-Ausbruchs im vergangenen Jahr die Arbeit im Rahmen des Projekts Premonition aufgenommen.

"Premonition soll dazu dienen entwickelt, um einen Ausbruch wie Zika zu bemerken bevor er zur Epidemie wird. Es ist ein Frühwarnsystem", wird Jim Pipas, Molekularbiologie an der Universität von Pittsburgh und Forscher im Microsoft-Projekt im Unternehmensblog zitiert.

Der Clou: Langfristig sollen Drohnen die Fallen transportieren. So wären auch entlegene Regionen und schwer zugängliche Orte erreichbar. Die Forscher könnten große Regionen überwachen, ohne sich selbst mit dem Transport aufhalten zu müssen. Weniger Treibstoff, eine preiswertere Mückenbekämpfung und somit weniger Ansteckungen wären die positiven Folgen. Auch der deutsche Hersteller Height Tech plant die Mückenbekämpfung per Drohne.

Mücken übertragen Zika, Dengue und Co.

Das Zika-Virus wird, wie viele andere gefährliche Erreger, meist von Mücken übertragen. Mücken sind klein, sie verbreiten sich schnell und ein Laie kann ihnen nicht ansehen, ob sie Überträger eines gefährlichen Virus sind oder nur lästige, aber harmlose Blutsauger. Denn schwerwiegende Krankheiten wie Zika, Denguefieber oder das Westnilvirus übertragen nur ganz wenige der weltweit über 3.500 Stechmückenarten. Sie zu finden gleicht der berühmten Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.

Bisher werden Regionen, von denen Behörden vermuten es könnte sich um Brutstätten von Überträgertieren handeln, großflächig mit Gift besprüht. Das ist teuer, ineffizient und schadet der Umwelt. Zudem erfolgen solche Maßnahmen erst, wenn Krankenhäuser bereits auf ein Problem aufmerksam geworden sind – die Epidemie also bereits voll im Gange ist.

Insektenfalle als Frühwarnsystem

Die Microsoft-Falle funktioniert als eine Art Rasterfahndung für Mücken: Fliegt ein Kandidat in einer der 64 kleinen Boxen der Falle, soll die Technologie am Flügelschlag des Tieres erkennen, um welche Spezies es sich handelt. Ist die Mücke als Überträger bekannt, schließt sich die Falle und meldet das Ereignis automatisch an die Zentrale.

Ist die Mücke nicht weiter von Interesse, bleibt die Falle offen und das Tier kann wieder hinausfliegen. Eine enorme Hilfe für die Wissenschaftler, denn bislang müssen Entomologen alle eingefangenen Insekten mühsam per Hand aussortieren.

Darüber hinaus kann die Falle genau erfassen, zu welcher Uhrzeit die Mücke gefangen wurde, welche Temperatur herrschte, wie hoch die Windgeschwindigkeit und die Feuchtigkeit war. Diese Daten werden den Forschern helfen, mehr über das Verhalten der Mücken in ihrer natürlichen Umgebung zu erfahren.

Do-It-Yourself Autoreifen als Mückenfalle gegen das Zika-Virus

Eine DIY-Mückenfalle aus einem alten Autoreifen soll besser helfen als alle bisherigen Fallen. Gerade in Lateinamerika ist das notwendig.

Eine der gefährlichsten Mückenarten, die Aedes aegypti. Quelle: dpa

Soweit das Konzept. Im Moment läuft ein Pilotprojekt in Houston, USA, das sozusagen dazu dient, die Falle zu trainieren und möglichst viele Insekten zu kartieren. Mit Hilfe der Daten soll der Algorithmus entwickelt werden, der die Maschine in die Lage versetzt, relevante Mücken zu identifizieren.

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