Interview: Deshalb ist Deutschland Umwelt-Exportweltmeister

Interview: Deshalb ist Deutschland Umwelt-Exportweltmeister

von Robyn Schmidt

Wir sprechen mit Frauke Eckermann vom Umweltbundesamt über Deutschlands Umweltexporte und Chinas Einfluss darauf.

In Deutschland ist Umweltschutz längst nicht mehr nur noch etwas für Weltverbesserer, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das unterstreicht der aktuelle Bericht des Umweltbundesamts (UBA) zur Umweltwirtschaft im Jahr 2013. Darin heißt es: Deutschland ist weiterhin in der Weltspitze, bei Exporten von Umweltschutzgütern sogar die Nummer eins: 14,8 Prozent des Welthandels in Umweltschutzgütern fallen auf Deutschland. Aber China holt rapide auf und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis es an Deutschland vorbeizieht.

Und obwohl die totale Produktion von Umweltschutzgütern in Deutschland mit einem Wert von 82 Millionen Euro immer noch groß ist, so ist sie doch nach 2011 gesunken, getrieben vom Einbruch in der Solarindustrie.

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Die Leiterin der Studie, Frauke Eckermann, sieht Deutschland trotzdem auch zukünftig in einer starken Position - wenn die Politik mitzieht. Warum sie das muss, welche Rolle China spielt und was das Paris-Abkommen bedeuten kann, erklärt sie im Interview:

Frau Eckermann, was genau bedeutet es eigentlich, Umweltschutz zu exportieren?

Es geht dabei um den Export von Umweltschutzgütern. Das sind Güter aus den "klassischen" Umweltschutzbereichen, also den Bereichen Abfallwirtschaft und Recycling, Abwasserbehandlung, Luftreinhaltung und Lärmminderung. Zu den Umweltschutzgütern gehören sowohl Güter, die eindeutig Umweltschutzzwecken dienen, wie Solarzellen oder Abwassersiebe, aber auch Güter, die sehr stark für Umweltzwecke eingesetzt werden, aber auch anderen Zwecken dienen können, wie beispielsweise Rohre, die häufig als Abwasserrohre genutzt werden, oder Abfallbehälter. Aus der Außenhandelsstatistik lässt sich dann herauslesen, wieviel von diesen Gütern exportiert wird.

Deutschland exportiert weltweit die meisten Umweltgüter. Was hat Deutschland anderen Ländern voraus?

Zum einen hat Deutschland eine starke Industrie und exportiert generell viel. Zum anderen hat Deutschland schon seit vielen Jahren entsprechende Rahmenbedingungen im Bereich Umweltschutz, beispielsweise bei der Abfallgesetzgebung. Diese Vorreiterrolle in der Umweltpolitik trägt mit zu den Exporterfolgen der Umweltwirtschaft bei.

"Der Wettbewerb wird immer schärfer"Wohin exportiert Deutschland am meisten?

Das Gute ist, dass wir in allen Weltregionen vertreten sind. Deutschland exportiert in nahegelegene EU-Länder, aber auch in ferne Regionen, in hoch entwickelte Industrieländer und auch in Schwellenländer. Momentan wächst vor allem die Nachfrage aus den aufstrebenden Schwellenländern in Südamerika und Asien, vor allem China. Das liegt ganz einfach daran, dass diese Länder einen Nachholbedarf an Umweltschutzlösungen haben.

Gerade Chinas Umweltwirtschaft wächst ja gerade enorm. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Anteil am internationalen Handel mit potenziellen Umweltschutzgütern verdreifacht. Woher kommt das?

Die chinesischen Unternehmen und die Regierung haben erkannt, dass der Weltmarkt für Umwelt- und Klimaschutzgüter große wirtschaftliche Chancen bietet. Sie sind deshalb dort groß eingestiegen, etwa bei der Photovoltaik. Hinzu kommt, dass China große Umweltprobleme hat und dringend etwas gegen sie unternehmen muss.

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