Jagd auf Haie: Tierschutzorganisation WWF will Fischfang-Lizenz kaufen

Jagd auf Haie: Tierschutzorganisation WWF will Fischfang-Lizenz kaufen

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Ein Fischschwarm im Great Barrier Reef - mit etwas Glück landen sie dieses Jahr auf keinem Teller.

Das kennt man vom WWF eigentlich nicht: Die Organisation will sich Lizenzen für die Hai-Jagd im Great Barrier Reef sichern. Mit ernsten Absichten.

Natürlich wird die Tierschutzorganisation kein Schiff in das einmalige Naturschutzgebiet des Great Barrier Reefs schicken, um mehr oder weniger seltene Haie und andere Fische zu jagen. Man werde die Lizenz einfach nicht nutzen und so den Fang von rund 10.000 Haien verhindern, erklärt sagte Gilly Llewellyn vom WWF Australien.

Auf dem Gebiet des 2300 Kilometer langen Korallenriffs wurden im vergangenen Jahr etwa 100.000 Haie gefangen, schätzt die Organisation. Auch Junghaie, Meeresschildkröten und Delfine verfangen sich in den Netzen und sterben. Die Hammerhai-Population in Queensland sei beispielsweise seit 1960 um bis zu 80 Prozent eingebrochen.

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Positiver Nebeneffekt: Die Haie gehören wohl zu den Tieren, die die sogenannte Korallenbleiche entschärfen könnten, indem sie die Nahrungskette so beeinflussen, dass Algen essende Kleinstfische bessere Überlebenschancen haben. Als Hauptursache für die Korallenbleiche gilt allerdings die Erwärmung der Meere.

News Great Barrier Reef zu einem Drittel abgestorben

Das größte Korallenriff der Welt scheint schneller zu sterben als gedacht. Australiens erste Reaktion ist, eine kritische Passage dazu aus einem UN-Klimabericht zu streichen.

Korallen am Great Barrier Reef, die von Korallenbleiche betroffen sind. Quelle: dpa

Um das umsetzen zu können, braucht der WWF aber eine sogenannte N4-Lizenz, die knapp 70.000 Euro kostet. In Queensland werden derer jährlich fünf verkauft. Ein teures Unterfangen der Organisation, die zunehmend mehr Geld für solche ungewöhnlichen Maßnahmen sammelt.

Kopfgeld für Wolfsjäger in Deutschland

In Deutschland hat sie vergangene Woche 25.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgeschrieben, die zur Ergreifung von Wilderern führen. Hintergrund ist der erneute Abschuss eines Wolfes in Sachsen. Die Tiere sind eigentlich geschützt, doch "Deutschland hat ein Wilderei-Problem", sagt WWF-Wildtierexperte Moritz Klose. "Immer wieder werden bedrohte und geschützte Tiere illegal getötet."

In den vergangenen Jahren seien in Deutschland nachweislich 18 Wölfe illegal getötet worden. Hinzu kämen getötete oder auf mysteriöse Weise verschollene Luchse sowie unzählige gewilderte Greifvögel. "Im seltensten Fall wird ein solches Verbrechen jedoch aufgeklärt", so Klose.

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