James Dyson: Wasser-Staubsauger soll Flüsse und Meere vom Müll befreien

James Dyson: Wasser-Staubsauger soll Flüsse und Meere vom Müll befreien

von Felix Ehrenfried

Der Erfinder des beutelfreien Staubsaugers will jetzt nicht nur Wohnzimmer, sondern auch die Weltmeere von Abfall befreien.

Mit seiner Idee eines beutellosen Staubsaugers ist James Dyson zum Milliardär geworden. Nun will der britische Erfinder mit seinem Know-How und Geld dafür sorgen, dass unsere Weltmeere ein wenig sauberer werden.

Die drohen nämlich an der zunehmenden Verschmutzung durch Plastiktüten, PET-Flaschen und alten Autoreifen massiv Schaden zu nehmen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) wie auch das deutsche Bundesumweltamt schätzen, dass mehr als 100 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren schwimmen – jährlich kommen mehr als fünf Millionen Tonnen menschengemachter Abfall hinzu.

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Tödlicher MüllDass das nicht ohne Auswirkungen für das Ökosystem Ozean bleibt, ist klar. So erklärt das Bundesumweltamt, dass 136 Arten von Meeresbewohnern sich regelmäßig in Abfallteilen verheddern oder strangulieren.

Außerdem würden ein Großteil der Wasserlebewesen, wie Delfine, Meeresschildkröten oder Fische die Plastikteile essen - im Fall der Fische landet die im Meer treibende Plastiktüte dann irgendwann auch auf unseren Tellern.

James Dyson will sich dem Müllproblem der Meere mit einem Art Megastaubsauger, installiert auf einem Schiff, entgegenstellen. Das Schiff soll mit riesigen Netzen den Müll aus Flüssen filtern.

Die von Dyson entwickelte Staubsaugertechnik saugt diesen Abfall dann aus den Netzen ab und befördert ihn auf das Schiffsdeck. Dort soll der Müll anschließend vollautomatisch getrennt, gesäubert und zu Granulat verarbeitet werden.

Recycling direkt auf dem SchiffDieses Granulat könnte dann beispielsweise für die Herstellung neuer Kunststoffe wiederverwertet werden. Damit wäre Dysons Staubsaugerschiff Müllsammler und Recyclingfabrik in einem.

Dass das Boot mit dieser Technik nicht die kilometertiefen Gräben, die die Ozeane durchziehen, säubern kann, ist klar. Dysons Schiff soll vielmehr in Küstengebieten und Flüssen im Einsatz sein und dort den Müll aufsaugen.

"Indem das Schiff einen Großteil des Abfalls in verschmutzen Flüssen abschöpft, könnte damit eine Hauptursache für die Verschmutzung der Weltmeere bekämpft werden", erklärte Dyson dem Fastcoexist-Blog. Denn meist nehmen die Plastikmengen über Flüsse den Weg ins Meer.

Nach Angaben von Fastcoexist hat Dyson die Planung des Konzepts schon abgeschlossen, jetzt sollen erste Prototypen entwickelt werden. Das ist allerdings auch die schwierigste Phase der Entwicklung, wie Dyson selbst zugibt. Er muss es wissen: Für seinen ersten Staubsauger soll er mehr als 5000 Prototypen entwickelt haben, bevor das Gerät in Serie ging.

Idee mit LückenDoch die Entwicklung eines Staubsaugerschiffs für Meere und Flüsse dürfte sich wesentlich schwieriger als die Entwicklung eines Staubsaugers fürs Wohnzimmer gestalten. Einerseits ist Dyson mit seinem Vermögen und technischem Know-How der optimale Unternehmer für ein solch ambitioniertes Projekt.

Dennoch hat die Idee noch einige Lücken: Denn in dem Netz soll sich zwar Abfall, aber keine Fische verfangen. Zudem ist fraglich, ob die Idee wirtschaftlich umsetzbar ist – Plastikmüll ist schlicht zu billig auf dem Recyclingmarkt, um es aufwendig aus dem Wasser zu fischen.

Mit seinem Staubsaugerschiff reiht sich James Dyson in eine Gruppe von Erfindern ein, die mit modifizierten Booten oder Robotern die Verschmutzung der Meere bekämpfen wollen.

So hat ein Kieler Ingenieursbüro vor über einem Jahr mit der Entwicklung eines Recyclingschiffes begonnen. Außerdem hat der Plan des Studenten Boyan Slat weltweit für große Aufmerksamkeit gesorgt: Slat will mit einem schwimmenden Roboter Meeresmüll einsammeln und hat für dieses Projekt mehr als 80.000 US-Dollar (rund 58.000 Euro) via Crowdfunding eingesammelt.

Und das Reinigungsmittel-Unternehmen Ecover aus Belgien verkauft einige seiner Produkte mittlerweile in Plastikflaschen, die teilweise aus Meeresmüll hergestellt wurden. Denn holen Fischer meist als beifang aus dem Meer.

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