Jeans: Patagonias neue Öko-Hose spart 80 Prozent Wasser

Jeans: Patagonias neue Öko-Hose spart 80 Prozent Wasser

von Lisa Hegemann

Der US-Konzern Patagonia will bei der Jeans-Produktion Wasser sparen. Vorreiter ist er damit nicht.

Die Herstellung eines T-Shirts oder einer Jeans verbraucht unfassbar viel Wasser, zudem schädigen Bleichmittel die Umwelt. So werden die blauen Hosen nicht mehr grün. Der US-Outdoor-Ausrüster Patagonia will diesen Prozess nun zumindest etwas umweltfreundlicher gestalten.

Anfang August hat das Unternehmen eine Denim-Jeans-Linie auf den Markt gebracht, die nicht nur aus 100 Prozent organischer Baumwolle besteht  und fair gehandelt ist – darauf setzt Patagonia schon seit Längerem –, sondern auch mit einem umweltfreundlicheren Farbstoff behandelt wurde.

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84 Prozent weniger Wasser, 30 Prozent weniger EnergieIn dem Verfahren setzt der US-Hersteller nach eigener Aussage auf Färbemittel, die sich einfacher mit der Baumwolle verbinden. Dadurch verbrauchen die Hosen bei der Produktion 84 Prozent weniger Wasser, 30 Prozent weniger Energie und geben 25 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre ab, heißt es von dem Unternehmen. Außerdem verwende es in der Kollektion keine giftigen Farbstoffe und produziere kein schädliches Abwasser.

„Traditionelles Denim ist ein schmutziges Geschäft“, lässt sich Helena Barbour, die Geschäftsführerin der Sportmode, in einer Mitteilung zitieren. Patagonia habe daher nach einer Alternative gesucht. Es habe mehrere Jahre gedauert, doch nun sei das Resultat „ein neuer Weg für Denim“. Patagonia hofft nun, dass andere Hersteller dem eigenen Beispiel folgen.

Um auch die Werbetrommel für das eigene Produkt zu rühren, hat Patagonia gleichzeitig die Kampagne „Weil Denim ein schmutziges Geschäft ist“ ins Leben gerufen. Solche Marketingkampagnen sind nicht ungewöhnlich für das auf Nachhaltigkeit fokussierte Unternehmen. Anfang 2014 bewarb es seine Jacken mit dem Slogan „Kauft diese Jacke nicht“. Auch mit tierfreundlicheren Daunenjacken machte Patagonia bereits Schlagzeilen.

Kein Vorreiter, sondern die NachhutAls Vorreiter lässt sich Patagonia mit seiner neuen Idee trotzdem nicht bezeichnen. Der Jeanshersteller Levi's verkaufte bereits 2010 eine Denim-Linie, die weniger Wasser verbrauchte. Im März 2014 ging das Unternehmen sogar noch einen Schritt weiter und produzierte 100.000 Jeans aus recyceltem Wasser, damit sparte es nach eigener Aussage rund zwölf Millionen Liter Wasser.

Da bleibt eher die Frage, warum ein Unternehmen wie Patagonia, das sich schon sehr früh für nachhaltige Produktion einsetzte, nicht schon früher auf diese Idee gekommen ist.

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