Kalifornien feiert erste CO2-Auktion als Erfolg

Living: Kalifornien feiert erste CO2-Auktion als Erfolg

von Jan Willmroth

Kalifornien hat seine erste Auktion von CO2-Zertifikaten als Erfolg gefeiert. Alle Rechte für 2013 wurden verkauft. Zuvor hatte sich noch Widerstand geregt.

Die kalifornischen Behörden haben die erste Auktion von Verschmutzungsrechten in dem US-Bundestaat als Erfolg gefeiert. Bis Montag verkaufte das "Air Resources Board" (ARB) alle 23,1 Millionen Zertifikate für die Zeit ab 2013 an die höchstbietenden Kraftwerks- und Fabrikbetreiber, sowie 14 Prozent der Rechte für die Zeit ab 2015.

Allerdings waren die Käufer zurückhaltend: Der Preis lag im Schnitt nur knapp über dem Mindestpreis von zehn Dollar pro Tonne CO2. Dieser soll nun pro Jahr um fünf Prozent steigen - zur langfristigen Planungssicherheit für die betroffenen Unternehmen und als Anreiz für Investitionen in saubere Technologien. Dazu werden die Zertifikate ab 2015 auch für Treibstoffverbrennung Pflicht. Die Auktion sei ein "voller Erfolg" gewesen, sagte die ARB-Vorsitzende Mary Nichols. "Indem wir CO2 bepreisen, können wir mit unserer ungesunden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen brechen und mit vollem Tempo in eine Zukunft der sauberen  Energie steuern", sagte sie. Kalifornien festige seine Position im globalen Markt für saubere Technologien.

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Indes scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen: Die kalifornische Handelskammer versuchte die Auktion in letzter Minute vor Gericht zu verhindern, weitere Prozesse dauern an. Der Emissionshandel koste die kalifornische Wirtschaft allein im kommenden Jahr mehr als eine Milliarde Dollar und sei nichts weiter als eine versteckte Steuer, argumentiert die Handelskammer seit geraumer Zeit."Wenn wir nicht den kosteneffizientesten Weg zur Reduzierung unserer Emissionen gehen, werden uns andere Bundesstaaten nicht folgen", sagte der Chef der Handelskammer, Allan Zaremberg. Der aktuelle Plan des ARB sei zu teuer und werde Konsumenten, dem Arbeitsmarkt und dem Wachstum kalifornischer Unternehmen schaden.

In der vergangenen Woche hatte Kalifornien die ersten Verschmutzungsrechte seiner Geschichte ausgegeben (wir berichteten). Ab 2013 wird der US-Staat den nach der EU zweitgrößten CO2-Markt der Welt unterhalten. Kalifornien ist damit Vorreiter in den USA, die gegenüber teuren Klimaschutzmaßnahmen sonst eher skeptisch sind und bislang nur kleinere, regionale Emissionshandelssysteme kannten.

 

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