Kampf dem Abfall: Supermarkt ohne Verpackungen bald auch in München

Kampf dem Abfall: Supermarkt ohne Verpackungen bald auch in München

von Benjamin Reuter

250 Kilogramm Verpackungsmüll produziert jeder Deutsche im Jahr. Eine Münchnerin versucht es jetzt mit Zero Waste.

Allein durch Supermarkteinkäufe produziert jeder Deutsche im Schnitt rund 250 Kilogramm Kunststoff- und Papierabfall pro Jahr. Dass das eine unnötige Verschwendung von Ressourcen ist, das glauben immer mehr Verbraucher – und sie suchen nach Alternativen.

Vom Trend des verpackungsfreien Einkaufens haben vergangenes Jahr zwei Gründerinnen in Berlin profitiert. Zuerst sammelten Sara Wolf und Milena Glimbovski mehr als 100.000 Euro per Crowdfunding im Internet, um dann im Herbst ihren Supermarkt "Original Unverpackt" zu eröffnen.

Anzeige

Auch in Kiel und einigen anderen deutschen Städten gibt es ähnliche Projekte. Und auch in München sollen Verbraucher demnächst Biolebensmittel unverpackt einkaufen können.

"Eine Frage der Organisation"Dafür sammelt die Gründerin Hannah Sartin jetzt Geld auf der Crowdfunding-Plattform Startnext. Der sprechende Name ihres Projektes: "Ohne". 55.000 Euro sollen am Ende zusammenkommen. Bis Mitte Juni läuft die Kampagne noch.

Sartin kam die Idee zu ihrem Supermarkt, weil sie mit ihrer Familie seit einigen Monaten versucht, müllfrei zu leben. Das klappt nicht immer, wie Sartin auf ihrem Blog "Zero Waste Munich" schreibt. Vor allem, weil es schwierig sei, in den herkömmlichen Supermärkten Produkte ohne Verpackung zu finden.

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt Sartin: "Gemüse und Obst kaufe ich nur lose, Brot kommt in den Stoffbeutel, Mehl ins Glas und Käse in eine Edelstahlbox. Sicher ist das nicht mehr so bequem wie zuvor, aber wenn man sich einmal umgestellt hat, ist es nur eine Frage der Organisation."

Supermarkt ohne Verpackung soll helfenBequemer wäre das müllfreie Leben aber, wenn das Einkaufen ohne Verpackungen möglich wäre. "Natürlich wäre es viel unkomplizierter, wenn es in München einen verpackungsfreien Laden gäbe", sagt Sartin. "Da das bislang noch keiner angegangen ist, mache ich das jetzt."

Sartin will die Produkte in ihrem Laden zu ähnlichen Preisen anbieten wie herkömmliche Biosupermärkte. Außerdem will sie, wo möglich, regionale Produkte verkaufen. Von dem Geld, das auf Startnext zusammenkommt, will die Gründerin die ersten Mieten, Waren und die Einrichtung bezahlen.

Hier noch ein Video zum Projekt "Ohne":

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%