Kampf um .eco: Umweltschützer streiten für eigene Internetdomain

Kampf um .eco: Umweltschützer streiten für eigene Internetdomain

von Thiemo Bräutigam

Bald sollen Internetadressen auch auf .eco enden. Umweltschützer fürchten, dass Unternehmen das ausnutzen.

Mehr als 50 Naturschutzorganisationen bilden eine Koalition im Kampf um ...

An dieser Stelle erwartet der Leser eigentlich so etwas wie „den Erhalt des Regenwaldes“ oder „das Ende der Ausbeutung natürlicher Ressourcen“. Nein, in diesem Fall geht es um eine Internetadresse, genauer die Domainendung .eco – die analog zu .de oder .com bald eine Rolle spielen soll (vorbestellen lässt sie sich schon). Für die Umweltschutz-Koalition geht es aber um mehr als eine Internetadresse.

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Streit vor GerichtDie Initiative geht auf das kanadische Unternehmen Big Room zurück. Das Ziel: Bei der Vergabe der .eco Adresse dafür zu sorgen, dass ausnahmslos echte grüne Inhalte mit einer solchen Domain einhergehen.

Dafür hat Big Room namhafte Fürsprecher in der Inititiative "doteco" versammelt. Der WWF und Greenpeace sind ebenso Mitglieder der Koalition wie die Weltnaturschutzunion und das Grüne Kreuz. Doch die Koalition aus insgesamt mehr als 50 Organisationen hat Konkurrenz.

Denn weitere Bewerber buhlen derzeit um die Gunst der ICANN, der Organisation, die die Vergabe von Namen und Adressen im Internet koordiniert. Die Firmen Donuts und United Domains zum Beispiel sind in der Domain-Branche tätig.

Interessant ist aber vor allem das Unternehmen Planet.Eco, dass sich als direkter Konkurrent zur Big Room-Initiative positioniert. Auch Planet.Eco hat den Anspruch, „Unternehmen und Organisationen zu verbinden, die die Welt nachhaltiger machen“.

Gibt es bald shell.eco?Big Room und Planet.Eco liefern sich schon eine Weile rechtliche Auseinandersetzungen im Kampf um die Internetadresse. Um ICANN zu überzeugen, müssen die Organisationen zeigen, dass sie die Interessen einer geschlossen auftretenden Branche vertreten.

Bisher ist das nur in seltenen Fällen geschehen – so zum Beispiel bei der .hotel-Domain. Sollte keiner der Initiativen den Zuschlag bekommen, dann geht die Vergabe den gewohnten Gang über den freien Markt. Bei einer Auktion würde die Domain an den Meistbietenden gehen.

Für die Umweltschutz-Koalition wäre das eine Katastrophe. Schließlich könnten dann auch Unternehmen Internetadressen mit der Endung .eco reservieren, die die Domain nutzen würden, um ihre Umweltsünden grün zu waschen. Andererseits: Auch Big Room und Planet.Eco geht es um Geld. Denn jeder der künftig .eco nutzen will, müsste dafür bezahlen. Vielleicht wäre es deshalb schlauer, die Endung gar nicht zu vergeben.

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