Klimakiller Reis: Forscher entwickeln nachhaltige Sorte

Klimakiller Reis: Forscher entwickeln nachhaltige Sorte

von Nora Marie Zaremba

Ein schwedisch-chinesisches Forscherteam hat eine Reis-Sorte entwickelt, die weniger Methan ausstößt. Mögliche Folgen für die Natur sind aber nicht geklärt.

Dreckige Braunkohlekraftwerke und fette SUVs als Mitverursacher des Klimawandels, das leuchtet ein. Weniger, dass auch die beschaulichen Reisfelder in Thailand, Vietnam oder Indien zur globalen Erderwärmung beitragen.

Das Problem beim Reisanbau ist nicht der Reis selbst, sondern die Bakterien auf den Reiswurzeln. Sie leben vom Zucker, den die Reiswurzeln freigeben. Bei der Verarbeitung geben die Bakterien Methan ab.

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Der Reisanbau ist damit nach Schätzungen des Weltklimarats IPCC einer der Hauptgründe für steigende Emissionen von Methan – das als Treibhausgas 21-mal wirkungsvoller ist als Kohlendioxid. Es wird nur deshalb als Nummer zwei unter den Klimagasen aufgeführt, weil es in der Atmosphäre in viel kleineren Mengen vorkommt.

Seit Jahren suchen Forscher daher nach Wegen, Reis klimafreundlicher anzubauen.

Weniger Bakterien auf den ReiswurzelnSchwedische und chinesische Forscher haben jetzt eine Reissorte so gentechnisch verändert, dass sie nur noch ein Zehntel des Methans von herkömmlichen Sorten produziert. Veröffentlicht haben sie ihre Studie im Fachmagazin Nature.

Bei der neuen Reissorte sorgen Genabschnitte aus Gerste dafür, dass die Reiskörner stärkehaltiger sind. Dann bleibt kaum noch Zucker für die Wurzeln und die Bakterien übrig.

Laut den Wissenschaftlern soll die gentechnisch veränderte Sorte auch eine bessere Ernte abgeben. Es muss aber noch geklärt werden, ob der Reis auch außerhalb der Testplantagen hält, was er verspricht.

Mögliche Folgen nicht geklärtUnd wie bei den meisten gentechnisch veränderten Sorten ist das Hauptproblem nicht gelöst: Niemand kann vorher sagen, wie der Reis sich auf das Ökosystem auswirken wird. Die Experten legen in ihrer Studie nahe, dass es wohl leichter und günstiger sein wird, zunächst die Methoden des Reisanbaus in asiatischen Ländern zu ändern als die Energieversorgung.

So gut der neue Reis für das Klima sein mag, an erster Stelle steht die Ernährungssicherheit der Bevölkerung. Nach Schätzungen der UN ist Reis für etwa die Hälfte der Weltbevölkerung das Hauptnahrungsmittel. Internationale Forscher sind sich einig, dass bis zum Jahr 2050 ein Drittel mehr Reis produziert werden muss – sonst reicht die Versorgung einfach nicht aus.

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