Klimaschutz: Großkonzerne fordern Politik zum Handeln auf

Klimaschutz: Großkonzerne fordern Politik zum Handeln auf

von Felix Ehrenfried

Der Klimawandel ist geschäftsschädigend. Jetzt fordern 33 Unternehmen wie Nike, Unilever und Ebay mehr Engagement der US-Regierung beim Klimaschutz.

Zahlreiche Weltkonzerne wie Nike, Unilever und Ebay haben die US Regierung in einer Erklärung dazu aufgefordert, mehr für den Klimaschutz zu tun. Dies sei eine der besten Möglichkeiten für die USA auch im 21. Jahrhundert wettbewerbsfähig zu bleiben, heißt es in dem Schreiben. Mit diesem Schritt fordern die Unterzeichner, zu denen auch Unternehmen wie IKEA, Ben & Jerry’s oder Nestlé gehören, einen politischen Wandel in Sachen Klimaschutz, der bei vielen amerikanischen Unternehmen schon auf dem Weg ist.

Firmen wie der US-Autobauer GM oder der Mischkonzern Procter & Gamble setzen schon seit einigen Jahren auf ressourcenschonende Produktion und umfangreiches Recycling. Dies aber nicht aus reiner Umweltliebe, sondern aus hartem, ökonomischen Kalkül. Denn konsequentes Recycling spart Geld, bei GM und Procter & Gamble jeweils um die eine Milliarde Dollar jährlich.

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Jetzt soll auch die US-Regierung umdenken. Doch wieso benötigt es politisches Einschreiten, sorgen doch viele Unternehmen schon alleine und ohne staatliche Hilfe für höhere Gewinne durch ein grüneres Wirtschaften? Den Unterzeichnern der Erklärung geht es um die generelle Wettbewerbsfähigkeit des Landes, die durch Klimaprobleme eingeschränkt werden kann.

In dem Schreiben, das von der Business for Innovative Climate & Energy Policy (BICEP) organisiert wurde, heißt es: „Wenn wir es richtig machen, indem wir Geld sparen, weil wir weniger Elektrizität verbrauchen, effizientere Autos fahren, saubere Energie wählen, neue Technologien schneller als andere Ländern entwickeln und neue Jobs in unserer Heimat schaffen, werden wir unseren Lebensstandard aufrecht erhalten können und eine echte Supermacht in unserer, vom Wettbewerb geprägten, Welt bleiben.“ Lange Rede, kurzer Sinn: Die beteiligten Unternehmen nehmen die Politik in die Pflicht, den Klimaschutz landesweit voran zu treiben.

Hurrikane wie Sandy bedrohen das GeschäftDoch wozu das Ganze, welche Vorteile erhoffen sich die Unternehmen daraus? Es geht den beteiligten Firmen um einen umfangreicheren Klimaschutz, um die Gefahr von klimatischen Bedrohungen, wie Wirbelstürmen und Hochwasser, zu verringern. Solche Katastrophen sind für die meisten Unternehmen geschäftsschädigend und lassen sich, wenn überhaupt, nur durch umfangreiche, landesumspannende Maßnahmen verringern.

Ob ein einzelnes Unternehmen recycelt oder nicht, fällt da wenig ins Gewicht. So erklärt auch Eileen Fisher, Geschäftsführerin der gleichnamigen Modefirma, wieso sie die Erklärung unterzeichnet hat. Der Wirbelsturm Sandy habe die Baumwollernte derart zerstört, dass dies großen Schaden auf ihr Geschäft habe. Deswegen fordert sie: „Wir versuchen (das Klima) positiv zu beeinflussen, können das als Unternehmen aber nicht allein. Wir brauchen die Unterstützung einer starken Gesetzgebung in Sachen Klima.“

Der Veröffentlichungstermin der Erklärung ist gut gewählt. Vergangene Woche erklärte US-Präsident Barack Obama auf einer Fundraiser-Veranstaltung, das Unternehmen und Klimaaktivisten mehr darüber aufklären sollten, dass Klimaschutz und ökonomischer Erfolg keine Gegensätze seien.

Außerdem veröffentlichte das Weiße Haus erst kürzlich seinen Budgetplan für 2014. Der sieht zwar zahlreiche Steuererhöhungen und Kürzungen vor, jedoch soll im Bereich Klimaschutz der Etat ausgeweitet werden. So würde beispielsweise das „Department of Energy“, also das Ministerium für Energie, ein um acht Prozent erhöhtes Budget erhalten um unter anderem den Ausbau von grünen Energiequellen weiter zu forcieren.

Die Chancen stehen zwar schlecht, dass die Budgetplanung in seiner derzeitigen Form von der Opposition akzeptiert wird, jedoch zeigt die Initiative das Interesse der US-Regierung am Klimaschutz. Da kann die Unterstützung der Großkonzerne nicht schaden.

 

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