Klimawandel: Australische Ratte stirbt wegen ansteigenden Meeresspiegels aus

Klimawandel: Australische Ratte stirbt wegen ansteigenden Meeresspiegels aus

Bild vergrößern

Ratten gelten als robust - eine australische Art ist aber wohl wegen des Klimawandels ausgestorben. (Symbolfoto)

Ratten gelten als besonders robust. In Australien ist aber eine kleine Unterart ausgestorben - und Wissenschaftler machen erstmals den Klimawandel verantwortlich.

Klein, weiches braunes Fell, große schwarze Kulleraugen und nicht mehr aufzufinden: Eine seltene Rattenart ist nach Überzeugung von Wissenschaftlern in Australien ausgestorben, und die Experten machen den Klimawandel dafür verantwortlich. Die sogenannte Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte lebte allerdings auch nur auf einer sehr kleinen Sandinsel.

Die Insel Bramble Cay liegt am nördlichsten Ende des Great Barrier Reef, des größten Korallenriffs der Welt. Wissenschaftler hatten diese über längere Zeit genauer beobachtet, allerdings in den vergangenen sieben Jahren kein Exemplar mehr gesehen. Damit gilt sie nun als ausgestorben.

Anzeige

Eine Randnotiz, wäre es nicht der erste dokumentierte Fall eines Säugetieres, das aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels ausgestorben ist. Das ist für Luke Leung von der Universität Queensland unbestritten.

Der Mitautor einer Studie über die Ratten sagte der DPA: "Hauptgrund für das Aussterben sind die hohen Wellen am Strand und die Sturmfluten, die die Insel regelmäßig überschwemmen." Dieses hätten die Vegetation zerstört und damit die Lebensgrundlage der kleinen Ratten.

Region wird "Gesicht des Klimawandels"

Die Naturschutzunion IUCN war 2008 von noch 50 Exemplaren ausgegangen. Auch in Zoos oder Zuchtstationen gebe es keine überlebenden Exemplare, sagte Leung. Nach seinen Angaben hatten die Behörden einmal versucht, einige Tiere von der Insel zu holen und zu züchten. Langfristig habe dafür aber das Engagement gefehlt.

Die Ratten wurden Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals beschrieben. Noch in den 70er Jahren hätten Hunderte auf der Insel gelebt, sagte Leung. Für die Naturschutzorganisation WWF ist das Great Barrier Reef nun "das Gesicht des Klimawandels", wie es in einem Statement hieß – nicht zuletzt wegen der aktuellen dramatischen Korallenbleiche.

Für WiWo Green hat sich Bradnee Chambers, Exekutivsekretär des “Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten” (UNEP) der Vereinten Nationen, bereits 2014 in einem Gastbeitrag zum Artensterben durch den Klimawandel geäußert.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%