Klimawandel: CO2-Level so hoch wie seit 800.000 Jahren nicht mehr

Klimawandel: CO2-Level so hoch wie seit 800.000 Jahren nicht mehr

von Jan Willmroth

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt rapide. Nun hat sie den höchsten Stand seit Urzeiten erreicht.

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat in dieser Woche ihren höchsten Stand seit mindestens 800.000 Jahren erreicht. Das haben die jüngsten Messungen am Mauna-Loa-Observatorium in Hawaii ergeben. Die Konzentration stieg demzufolge auf rund 402 Parts per Million (ppm) – also mehr als 400 Milliliter Kohlendioxid pro Kubikmeter atmosphärischer Luft.

Die beunruhigende Erkenntnis hinter den Zahlen: Derzeit steigt die CO2-Konzentration schneller als jemals zuvor.

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Die folgende Grafik zeigt die Messungen der US-Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) in den vergangenen 50 Jahren:

Im vergangenen Mai überschritt die CO2-Konzentration laut NOAA-Daten erstmals seit Urzeiten die 400 ppm-Marke und damit eine symbolische Grenze. Künftig würden die Jahreshöchststände immer früher erreicht, sagt James Butler, Chef der NOAA-Monitoring-Abteilung. „400 ppm sind ein Meilenstein, der uns daran erinnert, dass die Kohlendioxid-Konzentration weiter steigt – und das mit schnelleren Raten in jedem Jahrzehnt“, sagt er.

Anderen Forschern zufolge muss man sogar noch weiter zurückschauen, um CO2-Werte zu finden, die mit den heutigen Messungen mithalten können. Ein Forscherteam der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) kam in einer Studie im Fachmagazin Science 2009 zu dem Schluss, vergleichbare Kohlendioxid-Werte habe es zuletzt vor mindestens 15 Millionen Jahren gegeben.

Reduktion der CO2-Konzentration ist utopischEin Artikel im Fachjournal Paleoceanography von 2011 lieferte wiederum Hinweise, die 400-ppm-Marke könnte vor zwei bis 4,6 Millionen Jahren erreicht worden sein.

Wie lange auch immer es tatsächlich her ist: „Nie zuvor in der Geschichte des Planeten haben Menschen die Atmosphäre so radikal beeinflusst wie derzeit“, schreibt der Klimatologe Peter Gleick.

Kohlendioxid gilt als einer der wichtigsten Treiber des menschengemachten Klimawandels. Seine Konzentration in der Atmosphäre steigt im Wesentlichen durch das Verbrennen fossiler Rohstoffe wie Kohle, Öl und Gas. Jedes Gramm CO2, das in die Atmosphäre gelangt, kann dort für mehrere hundert Jahre verbleiben – die Auswirkungen industrieller Prozesse sind somit für sehr lange Zeit spürbar.

"Wenn wir die durch fossile Rohstoffe verursachten CO2-Emissionen um 80 Prozent reduzieren, würde das den Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration stoppen. Aber sinken würde sie nicht", warnt deshalb James Butler, National Oceanic and Atmospheric Administration.

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