Klimawandel: Hitzewellen nehmen drastisch zu

Klimawandel: Hitzewellen nehmen drastisch zu

von Matthias Streit

Ernteausfälle, Waldbrände, Tote: 2040 werden weltweit vier Mal mehr Regionen unter Hitzewellen leiden als heute. Zu stoppen ist die Entwicklung nicht mehr.

Während sich Deutschland wieder etwas abgekühlt hat, schlug die Sonne in Österreich vergangene Woche noch einmal richtig zu: Mit 40,5 Grad Celsius wurde in Bad Deutsch Altenburg in Niederösterreich ein neuer Hitzerekord gemessen. Wetterextreme, mit denen wir in Zukunft wohl immer öfter rechnen müssen.

Bis 2040 werden sich monatliche Hitzeextreme wie die in Österreich im Sommer voraussichtlich vervierfachen. Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Universität Complutense Madrid haben dies in einer heute veröffentlichten Studie herausgefunden.

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Ein weiteres Ergebnis: In den nächsten 37 Jahren sollen sich regelmäßige Hitzewellen auf bis zu 20 Prozent der globalen Landflächen ausweiten. Heute betrifft dies gerade einmal fünf Prozent. Schon bis 2020 sollen sich diese Wetterextreme gemessen an den Landflächen verdoppeln.

Die Wissenschaftler reden von sogenannten 3-Sigma-Erscheinungen. Damit bezeichnen sie Hitzewellen, die die üblichen natürlichen Temperaturschwankungen einer Region stark überschreiten. Ein Beispiel ist der außerordentlich heiße Sommer in Russland 2010. Damals wurden in Moskau über 40 Grad gemessen – eine Abweichung vom Normalwert um sieben Grad.

Künftige Extremhitze lässt sich nicht mehr vermeidenDie genauen Folgen sind aus heutiger Sicht noch nicht abzuschätzen. Relativ sicher ist jedoch, dass es vermehrt zu Ernteausfällen, Waldbränden und Hitzetoten kommen wird. Besonders schlimm sind Länder in tropischen Gebieten, wie Kamerun, Indonesien oder Brasilien von den Schwankungen betroffen. Hier rechnen die Forscher mit dem größten Anstieg von Hitzewellen, die Temperaturen könnten um bis zu fünf Sigma-Stufen abweichen – Abweichungen, die stärker sind als alles, was bislang gemessen wurde.

Zu stoppen ist dieser Trend zumindest bis 2040 nicht, denn schon heute sei genug CO2 in der Erdatmoshpäre, um die Hitzephänome in den nächsten Jahrzehnten auszulösen. Entwickeln sich die Emissionen konstant nach dem heutigen Muster, hat das bis Ende des Jahrhunderts noch viel drastischere Folgen: Dann könnten 85 Prozent der Landflächen unter immer extremeren Hitzewellen leiden.

In vielen Regionen werden die kältesten Sommermonate Ende des Jahrhunderts heißer sein als die heißesten Monate heute – das zeigen unsere Berechnungen für ein Szenario mit unvermindertem Klimawandel“, sagt Dim Coumou, einer der Autoren der Studie. Nur mit einer konsequenten Reduktion der CO2-Emissionen können die Menschen dieser Entwicklung gegensteuern.

In den letzten fünf Jahrzehnten kam es zu einer globalen Erderwärmung um 0,5 Grad. Bis 2100 rechnen Wissenschaftler bereits durchschnittlich mit einem weltweiten Temperaturanstieg von bis zu vier Grad.

Für ihre Studie analysierten die Forscher eine Reihe anerkannter Klimastudien, die das sogenannte CMIP5-Modell nutzen. Darin sind sowohl historische Statistiken als auch zukünftige Szenarien über die Folgen der Erderwärmung enthalten.

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