Klimawandel: Sauberes Wasser wird schon jetzt knapper und schmutziger

Klimawandel: Sauberes Wasser wird schon jetzt knapper und schmutziger

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Hitze kann Gewässern ganz schön zusetzen - hier ein spanischer Staudamm im Sommer.

Der richtige Umgang mit Wasser spielt bald wohl eine noch größere Rolle - auch in Deutschland.

Ohne Wasser kein Leben – diese einfache Formel gilt auch andersherum: Je mehr Leben es gibt, desto mehr Wasser braucht man. Die Weltbank hat zum Thema Wasser eine Studie herausgebracht und gibt daran düstere Prognosen ab: Durch den Klimawandel wird es in vielen Gegenden eng mit der Wasserversorgung.

„Wenn wir uns die Hauptauswirkungen des Klimawandels ansehen, kommen sie alle auf die eine oder andere Weise durch Wasser zustande“, sagt Richard Damania, Hauptautor der Studie. „Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass der Klimawandel eigentlich ein hydrologischer Wandel ist.“

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1,6 Milliarden Menschen leben laut des Berichts der Weltbank aktuell in Ländern mit Wasserknappheit, weitet man den Zeitraum auf die letzten Jahre aus, sind es sogar vier Milliarden. In den nächsten beiden Jahrzehnten, so fürchtet die Weltbank, wird sich die Zahl der Menschen in potenziell gefährdeten Regionen verdoppeln.

Das Problem wird sich weiter verschlimmern durch die steigende Population und den größeren Wasserbedarf bei der Stromerzeugung und in der Landwirtschaft, sagen die Autoren voraus. Der Schaden wird sich der Prognose nach ungleich verteilen. Während die Auswirkungen in Europa und Nordamerika weniger zu spüren sein dürften, trifft es wohl vermehrt Armuts- und Entwicklungsländer.

USA rechnen mit Klima-Flüchtlingen

Eine weitere Folge des Klimawandels ist das Schmelzen der Polkappen. Die US-Regierung geht davon aus, dass es künftig mehr Klima-Flüchtlinge geben wird. In arktischen Gebieten könnten ganze Dörfer umgesiedelt werden. Auch in anderen Teilen der Welt könnte ein steigender Meeresspiegel zu größeren Umzügen führen.

„Die Effekte des Klimawandels kann man nicht rückgängig machen“, meint Sally Jewell vom US-Innenministerium. Man könne sie mit Maßnahmen eventuell aber eindämmen. Nichtsdestotrotz muss man sich nach Jewells Meinung intensiv mit der Umsiedlung von Menschen aufgrund des höheren Meeresspiegels beschäftigen und Lösungen finden.

In Deutschland ist zu viel Nitrat im Wasser

Ein ganz anderes Problem mit Wasser hat dagegen Deutschland. Der Bundesrepublik droht Ärger aus Brüssel: Grund dafür sind Wasserverschmutzungen durch Nitrat. Die EU hat bereits angekündigt die Bundesrepublik rechtlich zu belangen, weil sie ihrer Meinung zu wenige Maßnahmen gegen die Verschmutzung getan hat.

Die letzten Zahlen aus dem Jahr 2012 und neuere Berichte von Behörden zeigen, dass sich die Nitratbelastung des Grundwassers und offener Gewässer inklusive der Nordsee verschlechtert haben, heißt es in einer Erklärung der Kommission. Deutschland habe keine effizienten Maßnahmen zur Bekämpfung der Nitratverschmutzung ergriffen und seine Gesetze nicht den EU-Richtlinien entsprechend geändert. In Mitteleuropa gibt es immer wieder Probleme mit Nitrat im Wasser, Gülle und Düngemittel gelten als Hauptverursacher.

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