Kochbuch "Fairfood": Rezepte für die umweltfreundliche Küche

Kochbuch "Fairfood": Rezepte für die umweltfreundliche Küche

von Robyn Schmidt

Wer dem einwöchigen Essensplan von Fairfood folgt, spart CO2, Wasser und Ackerfläche. Und schmecken soll es auch.

Den CO2-Ausstoß einer Autofahrt von Frankfurt nach Bonn, den persönlichen Wasserverbrauch von 100 Tagen, Ackerbodenfläche in Größe eines Hotelzimmers: Das sind die Ersparnisse für die Umwelt, wenn man eine Woche lang nach dem Fairfood-Plan lebt. Im Prinzip ist Fairfood nur ein Kochbuch. Allerdings eins mit einer Botschaft.

Fairfood ist ein Projekt von den drei Bloggern von Wir-Essen-Gesund. Die Zwillinge Daniel und Tobias Beuschel und ihr Freund Daniel Strußenberg bloggen seit drei Jahren über gesundes Essen. Mit Fairfood sorgen sie sich jetzt nicht nur um die Gesundheit der Esser, sondern auch der Umwelt.

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Das Fairfood-Kochbuch ist ein einwöchiger Essensplan, den man sich auf der Website der Blogger herunterladen kann. Von Montag bis Sonntag sind eine Woche lang alle Gerichte durchgeplant. Der Fokus liegt dabei darauf, einen möglichst geringen Schaden für die Umwelt zu verursachen.

Besonders drei Bereiche haben sie da im Blick: Einen geringen CO2 Ausstoß, wenig Wasserverbrauch und eine möglichst kleine Landflächennutzung. Diese Bereiche stellen die drei Bayreuther in der ersten Hälfte des Kochbuches nochmal genau vor, bevor es an das eigentliche Essen geht. "Uns wurde klar, dass Ernährung und Ökologie nicht weit auseinander liegen", sagt Daniel Beuschel. "Wir hatten vorher schon Kochbücher rausgebracht und uns diesmal gedacht: Wir könnten ja auch etwas Sinnvolles machen."

Pflanzlich, regional und saisonalDie Gerichte in dem Kochbuch beruhen alle auf drei Prämissen: Sie sind alle pflanzlich, und aus regionalen und saisonalen Zutaten zubereitet. Zucchini-Kartoffelpuffer, Schmorgurke mit Tomatensoße und ein nussiger Blumenkohlauflauf stehen alle auf dem Plan. Alleine schon das Fleisch wegzulassen spart eine Menge CO2, Wasser und Ackerland. Außerdem sind die Mahlzeiten so ausgewählt, dass sie aufeinander aufbauen. Das heißt: Reste werden bei späteren Gerichten wiederverwertet. "Wenn wir Essen wegschmeißen würden, würde das ja dem ganzen Prinzip widersprechen", meint Beuschel.

Das Ziel des Projekts ist es, den Menschen vor Augen zu führen, wie viel man eigentlich durch bewusste Ernährung einsparen kann. Deshalb haben sie den Umweltabdruck, den man durch eine Woche Fairfood essen vermeiden kann, genau ausgerechnet. Wenn jede Person in Deutschland eine Woche lang dem Fairfood Plan folge, dann würden 1,7 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, schreiben die Blogger in dem Kochbuch. „Damit könnte man mit einem Auto rund 350.000 Mal um die Erde fahren.“ Außerdem bräuchte man 1,6 Milliarden Quadratmeter Ackerfläche weniger.

Sellerieschnitzel statt halbem HähnchenAuf der Website von Fairfood läuft ein Ticker, wie viel bisher durch das Projekt eingespart wurde. Diese Zahlen berechnen sie anhand der Downloads des Kochbuches.

Angenommen natürlich, jeder der es herunterlädt, zieht den Plan auch tatsächlich eine Woche lang durch. Wie viel man durch ihre Gerichte in einer Woche einspart, haben sie im Internet recherchiert. "Die Zahlen von uns sind aber eher noch konservativ geschätzt", sagt Daniel Beuschel. Sie haben bei der Berechnung zu Grunde gelegt, wie viel man mit einer veganen Ernährung gegenüber konventioneller Mischkost spart. Mit dem Fairfood Plan spare man aber eigentlich mehr ein, als durch bloße vegane Ernährung.

Die Gerichte hat Daniel Beuschel alle selbst entworfen. Und natürlich hat er einen ganz wichtigen Aspekt beim Essen nicht vergessen: Es soll schmecken. "Die Leute sollen sich nicht eine Woche lang quälen." Und wenn man nach einer Woche mal wieder "sündigt", sei das auch nicht so schlimm. "Wir wollen die Menschen nicht mit erhobenem Zeigefinger umerziehen", sagt Beuschel. Schön sei es aber schon, wenn die Leute dann erkennen, dass es nicht immer ein halbes Hähnchen sein müsse. Manchmal tue es auch ein Sellerieschnitzel.

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