Kohleausstieg: Bratwürste gibt es künftig auch vom Solargrill

Kohleausstieg: Bratwürste gibt es künftig auch vom Solargrill

von Felix Ehrenfried

Er sieht aus wie eine riesige Satelittenschüssel. Doch auf dem SolSource kann man Bratwürste mit der Kraft der Sonne grillen.

Die Bundespartei der Grünen plant derzeit den Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2030 - ob das wirklich funktionieren wird, sei dahingestellt. Am Grill ist das Projekt aber jetzt schon möglich: Nämlich mit dem SolSource. Der sieht aus wie eine überdimensionierte, auf Hochglanz polierte Satellitenschüssel, ist aber ein Grill und Kocher, der mit Sonnenenergie arbeitet. Dabei liegen die Burger oder Würste nicht auf einem Rost, sondern in einer Pfanne oder auf einer flachen Metallplatte.

Der riesige Kollektor bündelt die Sonnenkraft auf einen zentralen Punkt in der Mitte des halbkugelförmigen Geräts. Die dadurch entstehende Hitze kann dann genutzt werden, um das Steak auf Temperatur zu bringen. Und das ganz ohne Stromanschluss, Gas oder Grillkohle.

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Der "Sonnengrill" wurde unter anderem von Tom Chi miteintwickelt, der auch maßgeblich bei der Umsetzung der Google Brille, Google Glass, beteiligt war. Jetzt soll sein neuestes Produkt, der SolSource, bald auch im Handel erhätlich sein. Das zwar zunächst nur in Amerika, jedoch ist dieser Schritt schon interessant, da das Produkt bisher nur in Entwicklungsländern getestet und auch für den Einsatz dort konzipiert wurde. Dort sind Gas oder Strom oft nicht vorhanden - und die Holzkohle, die hunderte Millionen Menschen zum Kochen verwenden, trägt maßgeblich zum Klimawandel bei.

Jetzt hat das Unternehmen One Earth Design (OED), das den SolSource in den USA auf den Markt bringt, auf der Crowdfundingplattform Kickstarter um Investitionen gebeten. Und das mit ziemlich großem Erfolg.



Innerhalb von 24 Stunden waren schon mehr als 9.000 US Dollar (ca. 6.800 Euro) zusammengekommen. Das aktuelle Investitionsvolumen zeigt das Feld oben.

OED verspricht auf Kickstarter Großes: "Der Grill hält Sandstürme, Wind, Schnee und Temperaturen von Minus 40 Grad aus. Wir haben ihn überall auf der Welt ausprobiert, haben Kobe-Rind auf den Straßen Japans gegrillt, und Popcorn in einer Einkaufsstraße in Washington hergestellt."

Schnell einsatzbereitDas besondere an dem Grill, so die Hersteller, sei seine einfache Bedienung und die hohe Leistungsfähigkeit. Andere Solargrills benötigten viel Zeit und starke Sonneneinstrahlung, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Das soll beim SolSource anders sein: Innerhalb von Minuten sei der Grill einsatzbereit und auch die Sonne müsse nicht sonderlich stark scheinen. "Solange Du deinen eigenen Schatten siehst, kannst du ihn benutzen", schreiben die Macher.

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass der SolSource im Oktober an die Kunden in den USA ausgeliefert wird. Kosten soll der Grill, der angeblich komplett recycelbar ist, 399 US Dollar (rund 300 Euro). Wer dabei hilft, die Fundingssumme von 43 000 US-Dollar bis August zu erreichen, erhält auf den Verkaufspreis einen Rabatt von 150 Dollar.

Der SolSource soll übrigens nicht nur grillen können. Auch kochen, frittieren und dampfgaren soll mit ihm möglich sein. Die universelle Sonnenkochstelle also. Ein Nachteil bleibt allerdings: Der gute Kohlegeschmack wird den Bratwürsten dann fehlen.

Hier noch ein Video über den SolSource:



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