London: Fahrrad-Highway soll Pendler vom Auto weglocken

London: Fahrrad-Highway soll Pendler vom Auto weglocken

von Felix Ehrenfried

London will fahrradfreundlicher werden und investiert Millionen in einen neuen Radweg durch die Innenstadt.

Eine Bankenmetropole wird zum Fahrradmekka – so oder ähnlich könnte man Londons Entwicklung in den vergangenen Jahren beschreiben. Einst zeichneten die markanten, schwarzen Taxis das Straßenbild, mittlerweile finden immer mehr Radler ihren Platz im Gewusel der Metropole.

Eine treibende Kraft hinter der fahrradfreundlichen Entwicklung ist Londons Bürgermeister Boris Johnson, selbst begeisterter Radfahrer. Auf seine Ankündigung vor gut zwei Jahren, London wolle in den nächsten Jahren mehr als eine Milliarde Euro in den Ausbau der Fahrradinfrastruktur stecken, lässt Johnson nun nach und nach Taten folgen.

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So ist ein auf Stelzen stehender Fahrradhighway in Planung, außerdem tüfteln Experten an einem Fahrradweg, der auf der Themse schwimmt und so das schnelle Vorankommen vorbei am dichten Stadtverkehr garantieren soll.

Jetzt hat Bürgermeister Johnson ein weiteres Projekt vorgestellt, das Londons Fahrradinfrastruktur demnächst ein bedeutendes Stück größer machen dürfte. So sollen schon bald zwei große Radwege das Stadtzentrum von Ost nach West und von Nord nach Süd durchziehen.

30 Kilometer Fahrradhighway für PendlerBei den Highways handelt es sich um rund drei Meter breite Fahrradwege handeln, die durch Sperrzonen und Abtrennungen vor dem Autoverkehr geschützt sind. So können Radler schnell und ohne die Gefahr eines Zusammenstoßes mit Autos durch die Stadt fahren (noch ist London für Radler durchaus gefährlich).

Der erste Fahrradhighway soll vom westlichen Metrobahnhof Wood Lane entlang der Themse auf mehr als sechs Kilometern bis ins Stadtzentrum an den Tower Hill führen. Ursprünglich hatten die Stadtplaner für den Radweg die teilweise Sperrung von Straßen für Autos vorgesehen.

Nach massiver Kritik von Pendlern präsentierten die Experten des öffentlichen Transportunternehmens Transport for London (TfL) nun ein Konzept, bei dem Autoverkehr und Fahrradverkehr parallel fließen - mit maximal sechs Minuten mehr Fahrzeit für Autofahrer auf der Strecke aufgrund der engeren Straße.

Nach Angaben des Blogs Greenoptimistic soll jeder der Fahrradhighways rund 3000 Radler pro Stunde fassen können. Die Gesamtlänge beider Highways beträgt rund 18 Meilen (ungefähr 29 Kilometer), berichten wiederum die Blogger von Inhabitat.

Eröffnung bereits 2016 geplantDie Kosten für die erste West-Ost-Verbindung liegen bei rund 41 Millionen Pfund Sterling (rund 54.5 Millionen Euro). Aktuell fehlt nur noch die Freigabe der TfL-Obersten für einen Baubeginn im April. Dann könnte der neue Fahrradhighway bereits Frühjahr 2016 in Betrieb gehen, hoffen die Zuständigen.

Ein Zeitplan für die zweite Verbindung in Nord-Süd-Richtung ist bisher nicht bekannt. Jedoch soll der zweite Highway vom südlich gelegenen Verkehrsknotenpunkt Elephant & Castle zum Bahnhof King's Cross im Norden der Stadt führen.

Die Verkehrsplaner in London sind von dem Projekt begeistert. "Es wird helfen, Fahrradfahren in London zu verändern, es sicherer und zur Alternative für mehr Menschen zu machen", erklärt Peter Hendy, Verkehrsbeauftragter Londons gegenüber dem Blog Dezeen.

Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen Unternehmen, wie der Royal Bank of Scotland oder Unilever. Aber auch der National Health Service ist Projektpartner und erhofft sich, damit die Anzahl von Radunfällen auf London's Straßen zu verringern, schreibt Dezeen.

Mit dem Konzept der "Fahrradstraße" greift London einen Ansatz auf, der in Fahrradhochburgen wie Kopenhagen schon erfolgreich im Einsatz ist. Dort verbindet zum Beispiel eine eigene Fahrradstraße den Vorort Albertslund mit dem Stadtzentrum.

Das Ergebnis: Immer mehr Menschen pendeln mit dem Fahrrad zur Arbeit in die Stadt. Jetzt müssen die Briten nur noch zeigen, dass sie ähnlich fahrradbegeistert sind wie die Bewohner der dänischen Metropole.

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