London: Stararchitekt Frank Gehry verwandelt Kohle-Kraftwerk in Mini-Stadt

London: Stararchitekt Frank Gehry verwandelt Kohle-Kraftwerk in Mini-Stadt

von Nora Marie Zaremba

Das ehemalige Kohlekraftwerk Battersea ist ein Wahrzeichen Londons. Stararchitekten um Frank Gehry machen eine Stadt daraus.

Das „Battersea“ Kohlekraftwerk schmückt das Cover des 1977 erschienenen Pink Floyd Albums „Animals“ und taucht auch im Video des Beatles-Songs „Help“ auf. So ist das rot-braune Backsteingebäude ein echtes Londoner Wahrzeichen geworden.

Vom Kraftwerk zur kleinen StadtAus seinen vier Schornsteinen kommt aber schon lange kein Dampf mehr – das Kraftwerk steht seit mehr als 30 Jahren still. Zahlreiche Pläne für eine Weiternutzung wurden vorgestellt. So sollte ein Vergnügungspark entstehen oder auch eine neue Heimstätte für den Fußballclub Chelsea. Alle diese Vorhaben scheiterten.

Vor zwei Jahren dann nahmen sich der Stararchitekt Frank Gehry und das ebenfalls bekannte Büro Foster und Partners der Gestaltung des Geländes an. Jetzt haben sie in London den ersten Entwurf vorgelegt. Nach ihren Plänen wird das Kohlekraftwerk bald zu einer kleinen Stadt. 

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Der ursprüngliche Backsteinbau und auch die Schornsteine bleiben erhalten. Nur wird direkt an das Kohlekraftwerk eine Wohn- und Shopping-Siedlung gebaut.

1200 Appartments, ein 200-Betten Hotel, jede Menge Shops und Restaurants und sogar eine Bibliothek entstehen. Begrünte Flachdächer und ein Park sorgen im Sommer für ein angenehmes Klima. In der Mitte der Siedlung wird es einen Marktplatz und eine Flaniermeile geben.

Frank Gehry wird die östliche Seite des Geländes gestalten. Die Gebäude sollen eng beieinander stehen und durch ihre verzerrten Fassaden beeindrucken. Genau das entspricht Gehrys Stil. Der US-Amerikaner, dessen Gebäude auf der ganzen Welt stehen, ist für seine Liebe zu abgewinkelten Ebenen, kippenden Räumen und umgekehrten Formen bekannt. In Hannover beispielsweise steht der asymetrische „Gehry“ Tower.

Teil eines großen NutzungsplansDas Architektenbüro Foster und Partners des renommierten britische Baumeisters Norman Foster gestaltet die westliche Seite des Geländes. In ihren Auftrag fällt auch die Skyline.

Umgerechnet mehr als neun Milliarden Euro wird das Projekt kosten. Wann genau es fertig ist, steht allerdings noch nicht fest.

Die aktuelle Entwurf ist Teil eines größeren Nutzungsplanes für die ganze Gegend. Der aus Uruguay stammende und ebenfalls bekannte Architekt Rafael Viñoly plant, mehr als 3400 neue Appartments um das Kraftwerk herum zu bauen.

Viñoly war es allerdings auch, der einen der größten Architektur-Skandale in der jüngeren Londoner Geschichte produzierte. Er hatte die Glasfassade eines Wolkenkratzers so schlecht geplant, dass die Scheiben die Straßen in der Umgebung des Gebäudes wie ein Brennglas aufheizten. Der Architekt schob die Schuld auf den Klimawandel, aber gab auch eigenes Versagen zu.

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