McDonalds und Burger King: Wie grün kann Fast Food sein?

McDonalds und Burger King: Wie grün kann Fast Food sein?

von Sandra Lukatsch

Zertifizierter Kaffee bei McDonald's und fettreduzierte Fritten bei Burger King: In den USA wollen die Fast Food-Kunden mehr Nachhaltigkeit. Kann das gut gehen?

Was in Amerika als absolute Neuheit deklariert wird, ist hierzulande fast ein alter Hut. Zum ersten Mal verkauft McDonalds zertifizierten Kaffee und Fisch in den USA, der Konkurrent Burger King hat neuerdings "gesunde" Pommes auf der Karte. Die Fast-Food Ketten wollen mit dem grünen Anstrich neue Zielgruppen erschließen - also Geld verdienen.

Denn Naturkost und Bioprodukte gehören laut dem Marktforschungsinstitut nmi solutions zu den zwei am schnellsten wachsenden Marktsegmenten. Die Konsumenten werden auch „Scuppies“ ("social conscious upwardly-mobile people") bezeichnt. Also Menschen, die viel Geld verdienen und dieses für ein angenehmes Leben auszugeben, dabei aber gleichzeitig die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft im Auge zu behalten.

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Und diese Menschen essen nunmal ungerne Fast-Food. Das versuchen die Ketten zu ändern - McDonalds schon seit mehr als zehn Jahren, Burger King erst seit diesem Jahr. So beschreibt es zumindest das Marktforschungsinstitut Sandelman. In der Vergangenheit setzte man eher auf fleischige Burger und überwürzte Produkte. Das soll sich jetzt ändern.

Aber was ist dran an dem nachhaltigen Anstrich der Fettkönige? Gesund ist Fast-Food auch mit einem Ökosiegel nicht - aber eventuell umweltschonender? Wir haben die Siegel angeschaut - und beantworten die Frage, ob man ihnen trauen kann.

McDonald's KaffeesiegelDas neueste Kaffee-Getränk von McDonald’s heißt "Pumpkin Spice Latte" – ein Kaffee mit Kürbispüree und speziellen Gewürzen. Erstmalig sind die Espresso-Bohnen mit dem Siegel der Rainforest Alliance zertifiziert. Erkennbar durch einen grünen Frosch, der den Rotaugenlaubfrosch darstellen soll. In Deutschland gibt es den nachhaltigen Kaffee schon seit dem Jahr 2008.

Das Siegel garantiert, dass diverse ökologische und soziale Standards eingehalten wurden. Kinderarbeit etwa schließt es aus. Kritiker sagen zwar, dass sich die Situation der Kaffeebauern verbessere - im strengen Sinne könne aber nicht die Rede von fairem Handel sein. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel würden Mindestpreise und die Prämierung sozialer Projekte garantieren, während Rainforest Alliance in erster Linie für ökologische Standards und den Schutz von Ökosystemen stehe.

McDonald's FischsiegelIn 14.000 US-amerikanischen Restaurants trägt der verkaufte Fisch das blaue Umweltsiegel des Marine Stewardship Council. Das aus dem Supermarkt bekannte Siegel zeichnet Produkte aus nachhaltiger Fischerei aus. Ziel der unabhängigen und gemeinnützigen Organisation ist es, die weltweite Überfischung der Meere zu verringern.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2012, erstellt von 23 Wissenschaftlern aus sechs Ländern, können Verbraucher dem MSC-Siegel vertrauen. Demnach seien die Fischbestände, die vom MSC zertifiziert wurden, in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 46 Prozent gewachsen. Die Umweltorganisation Greenpeace sieht das Siegel hingegen etwas kritischer - die Effekte seien zwar unbestritten, die Auflagen allerdings bei weitem nicht streng genug.

Burger King's fettreduzierte PommesMit kalorienreduzierten Pommes Frites will Burger King in den USA gesundheitsbewusste Kunden ansprechen. Die sogenannten "Satisfries" haben ein Drittel des Fettgehalts und ein Fünftel weniger Kalorien als die Original-Pommes. Nach Angaben des Unternehmens hat eine kleine Portion fettreduzierter Fritten 270 Kalorien, das Original 340.

Das Geheimnis der "Satisfries" ist laut Burger King, dass die Kartoffeln weniger von dem Öl aufsagen, in dem sie gegart werden. Das Unternehmen verkauft nach eigenen Angaben 56 Millionen Portionen im Monat. Kritiker halten das neue Angebot jedoch für Augenwischerei: "Die Leute könnten es falsch verstehen und die doppelte Portion kaufen, weil sie denken, es ist gesünder", sagt die Ernährungsexpertin Mitzi Dulan.

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