Mensch vs. Umwelt: Diese Zahlen zeigen, dass die Umwelt verliert

Mensch vs. Umwelt: Diese Zahlen zeigen, dass die Umwelt verliert

von Benjamin Reuter

Der Ressourcenverbrauch nimmt immer stärker zu – die Folgen haben nun zwei Forscher aufgelistet.

Dass die Menschheit ein Problem mit Umweltverschmutzung hat, der Erderwärmung und immer aufwendig zu fördernden Ressourcen ist inzwischen bekannt. Um die Dringlichkeit der Probleme aufzuzeigen, ist es manchmal aber hilfreich, wenn diese Trends nocheinmal mit Zahlen zu Ursachen und Auswirkungen unterlegt werden.

Genau das haben jetzt der niederländische Chemiker Paul Crutzen und der Tscheche Stanisław Wacławek in einer aktuellen Zahlensammlung zur Entwicklung des Ressourcenverbauchs auf der Erde versucht (hier als PDF).

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Für alle, denen der Name Crutzen nichts sagt: Der am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz arbeitende Forscher und Nobelpreisträger präsentierte im Jahr 2000 die Idee, dass ein neues Erdzeitalter angebrochen sei – nämlich das Anthropozän, also das Zeitalter des Menschen. Seitdem diskutieren Geologen, ob sie die neue Epoche offiziell anerkennen (die Chancen stehen gut).

Die Idee dahinter: In den vergangenen Jahrhunderten hat der Mensch die Erde und Geologie so verändert und geprägt, dass seine Spuren noch in Millionen Jahren nachvollziehbar sein werden.

Wie der Mensch auf die Erde wirkt, haben Crutzen und Wacławek jetzt nocheinmal zusammengetragen. Die Daten sind nicht neu, aber in ihrer Zusammenstellung doch beeindruckend. Hier eine Auswahl:

- Die Zahl der Erdbewohner hat sich im 20. Jahrhundert auf sechs Milliarden Menschen vervierfacht.

- Inzwischen gibt es 1,4 Milliarden Rinder auf der Erde, auch hier kam es zu einer Vervierfachung im 20. Jahrhundert. Die Tiere schaden mit ihrem Methanausstoß dem Klima.

- 20 Milliarden Nutztiere gibt es weltweit.

- Der Energieverbrauch hat sich im vergangenen Jahrhundert um das Sechzehnfache erhöht, die Produktion von Gütern und Waren um das Vierzigfache.

- Die Menge an gefangenem Fisch hat sich um den Faktor 40 erhöht.

- Der Ausstoß von Schwefeldioxid (das unter anderem zu saurem Regen und negativen Gesundheitsfolgen führt) hat um das Siebenfache zugenommen.

- Der Wasserverbrauch ist heute neun Mal höher als vor 100 Jahren. 800 Kubikmeter braucht ein Mensch heute im Schnitt pro Jahr, was 800.000 Litern entspricht. Allein um ein Kilogramm Rindfleisch "zu gewinnen" sind 16.000 Liter Wasser nötig.

- Die Rate mit der Spezies aussterben liegt heute 1000 Mal höher als in vormenschlichen Zeiten.

- Die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre hat um 40 Prozent zugenommen, die von Methan hat sich verdoppelt.

In dieser Grafik zeigen Crutzen und Wacławek einige weitere Trends, wie die Zunahmen bei der Anzahl der Dämme (erste Reihe rechts) und den Dünger- und Papierverbrauch (zweite Reihe).

All diese Daten zeigen, welchen extremen Effekt der Mensch auf den Planeten hatte und hat. Was dabei klar ist: Steigt die Weltbevölkerung weiter und nimmt der Wohlstand zu, kann nicht auch der Ressourcenverbrauch in gleichem Maße zunehmen. Denn statt wie jetzt 7,2 Milliarden Menschen, könnten sich am Ende des Jahrhunderts bis zu zwölf Milliarden Bewohner die Erde teilen.

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